« Umweltverschmutzung in China - Zahl der missgebildeten Babys um 40% gestiegen | Startseite | Online Reiseführer Dubai - Alles was man sehen und wissen muss »

Kampf gegen Armut in Hongkong - Großer Segen oder Geldverschwendung?

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Niall Murray, dem inoffiziellen Digitalvoodoo Auslandskorrespondenten aus Hongkong.

Hong Kongs zweitoberster Befehlshaber, Chief Executive Donald 'Die Fliege' Tsang hat es in seiner Regierungserklärung so richtig krachen lassen:

Sage und schreibe zehn Infrastrukturprojekte mit einem projektiertem Budget von 250 Milliarden HKD (etwa 22,419 Milliarden Euro) sollen den Rest der Einwohner Hong Kongs aus der Armutszone helfen. Zum Vergleich: Der Haushaltsentwurf des Bundes sieht etwa 9.2 bis 11 Milliarden Euro vor – für eine Fläche die etwa 360-mal grösser als die ehemalige Kronkolonie ist! (Natürlich fehlen da die Länderhaushalte).
Jeder in Hong Kong bezweifelt den Sinn der Projekte. Wer sich und seine Kinder aus dem Fenster wirft vor Verzweiflung wer hat da Geld um in Aktien und Pferde zu investieren und reich zu werden?
Die wahren Probleme liegen gerade in dem sinnlosen verbauen von Beton, dem Erschaffen von gesichtslosen Satellitenstädten mit ebensolchen Konsequenzen.


Tristess in der Hongkonger Satellitenstadt Tin Shui Wai

Tristess in der Hongkonger Satellitenstadt Tin Shui Wai

Zu dumm also, dass die meisten dieser Projekte lediglich eine Ausrede darstellen, mehr Beton in die Landschaft zu kippen. Gut aber für Donald, dass es noch keine demokratischen Wahlen in Hong Kong gibt. Da kann der Mann mit der Fliege der Stadt noch so richtig seine Art von Denkmälern aufdrücken. So soll es einen Brücke vom Hong Kong Airport nach Shenzhen geben. Doch die Fähre macht den Dienst schon gut genug. Doch bei dem Projekt schielen die Betonkipper vor allem auf die Neustadt Tung Chung, die unweit des Flughafens innerhalb der letzten zehn Jahre aus dem Boden gestampft wurde.
Die Kowloon-Kanton Eisenbahn soll künftig im Highspeed Tempo rasen. Allerdings nicht auf dem um knapp 60 % billigeren Western Railway sondern auf einer komplett neuen Strecke. Wo ist der Platz dafür? Der alte Kai Tak Flughafen soll einen Luxuskreuzfahrtterminal bekommen. Super. Nur wie kommen wir dahin? Die Reise von Tsim Sha Tsui nach Kai Tak dauert per Bus schonmal 40 Minuten, so verstopft ist dort alles.

Am schmerzhaftesten wird es wohl Tai O auf Lantau treffen. Das kleine verschlafene Dorf (es ist wirklich charmant!) soll zu einem Vergnügungsarenal umgebaut werden. Tja, wer das Affentheater am Cable Car und das "Traditional Village" am Nong Ping Buddha gesehen hat (brauchen wir wirklich einen Shuttle Bus service für 300 Meter Fussweg?), der weiss was die Bürokraten damit meinen: Künstlich, verblödet und Beton. Was haben Hong Kongs Bürokraten nur gegen die Natur, dem grössten Schatz der Insel? Es ist zum schreien. Innovative Konzepte fehlen, die imposante Architektur des Victoria Harbour ist eine moderne Fassade und verdeckt die altmodische Art wie hier Politik und Nachhaltigkeit verpfuscht werden.

Nicht umsonst heisst es, dass Rucksacktouristen mittlerweile Singapur bevorzugen. Dort gebe es mehr von der Kombination von Ost und West zu sehen auf deren Hong Kongs Ruf ja mal aufgebaut hat.

Unterschreibt die Petition gegen Tai O "Redevelopment" hier.

250 Milliarden also für Beton. Doch als Ausgleich gibt es jetzt Gesundheitsgutscheine für die Armen: 50 HKD fünf Mal im Jahr. Das kostet immerhin 150 Millionen HKD. Das sind noch nicht einmal ein Zehntel der Geschenke an die Baufirmen hier. Oh ja, und als Antwort auf die Luftverschmutzung gibts besseres Benzin. Aber sonst nix. So sieht es aus in der freiesten Wirtschaft der Welt.

Hong Kong ist wirklich drauf und dran seine eigene Zukunft zu verspielen. Es besteht dringend Bedarf die Lebensqualität zu verbessern. Jeder Besucher und Fan Hong Kongs wird dies sofort bemerken. Auch die Einwohner Hong Kongs wissen es. Ihnen wird jedoch täglich aufs neue eingedroschen, ja keinen Mucks zu machen: Es ist ja alles zu unserem Besten.




Kommentare (2)

ich mochte Hongkong mal wegen seiner Einzigartigkeit. Die geht jetzt wohl verloren. Hongkong wird immer mehr chinesisch. Echt ätzend. Ich mag China nämlich nicht, weil FUCK THE COMMUNISM, FUCK HU JINTAO, FREE TIBET, LONG LIVE TAIWAN!!!.

du solltest noch mehr blogs mit deinen aussagen beehren. solch differenziertes denken eines mannes von welt liest man selten.

Hinterlasse einen Kommentar zu diesem Eintrag

Link auf diesen Artikel für Ihre Webseite

Markieren Sie den HTML Code mit einem Klick in das Textfeld.

Buchempfehlungen

Top 5 Tags

Random Pictures

    MT::Template::Context=HASH(0xa769e80)

    MT::Template::Context=HASH(0xa769e80)

    MT::Template::Context=HASH(0xa769e80)

    MT::Template::Context=HASH(0xa769e80)

Chronologisch

Oktober 2012 |  Juli 2012 |  Mai 2012 |  April 2012 |  Januar 2012 |  Dezember 2011 |  November 2011 |  August 2011 |  Juli 2011 |  Juni 2011 |  April 2011 |  Februar 2011 |  Januar 2011 |  Dezember 2010 |  November 2010 |  Oktober 2010 |  August 2010 |  Juli 2010 |  Juni 2010 |  Mai 2010 |  April 2010 |  März 2010 |  Februar 2010 |  Januar 2010 |  Dezember 2009 |  November 2009 |  Oktober 2009 |  September 2009 |  August 2009 |  Juli 2009 |  Juni 2009 |  Mai 2009 |  April 2009 |  März 2009 |  Februar 2009 |  Januar 2009 |  Dezember 2008 |  November 2008 |  Oktober 2008 |  September 2008 |  August 2008 |  Juli 2008 |  Juni 2008 |  Mai 2008 |  April 2008 |  März 2008 |  Februar 2008 |  Januar 2008 |  Dezember 2007 |  November 2007 |  Oktober 2007 |  September 2007 |  August 2007 |  Juli 2007 |  Juni 2007 |  Mai 2007 |  April 2007 |  März 2007 |  Februar 2007 |  Januar 2007 |  Dezember 2006 |  November 2006 |  Oktober 2006 |  September 2006 |  August 2006 |  Juli 2006 |  Juni 2006 |  Mai 2006 |  April 2006 |  März 2006 |  Februar 2006 |  Januar 2006 |  Dezember 2005 |  November 2005 |  Oktober 2005 |  September 2005 |  August 2005 |  Juli 2005 |  Juni 2005 |  Mai 2005 |  April 2005 |  Februar 2005 |  Januar 2005 |  Dezember 2004 |  November 2004 |  Oktober 2004 |  September 2004 |  August 2004 |  Juli 2004 |  Juni 2004 |  Mai 2004 |  April 2004 |  März 2004 |  Februar 2004 |  Januar 2004 |  Dezember 2003 |  November 2003 |  Oktober 2003 |  September 2003 |  August 2003 |  Juli 2003 |  Juni 2003 |  Mai 2003 |  April 2003 |  März 2003 |  Februar 2003 |  Januar 2003 | 

Inhalt dieser Seite

Zusammenfassung

Sage und schreibe zehn Infrastrukturprojekte mit einem projektiertem Budget von 250 Milliarden HKD (etwa 22,419 Milliarden Euro) sollen den Rest der Einwohner Hong Kongs aus der Armutszone helfen.

Stichwörter

Mega Bauprojekte in Hongkong - Großer Segen oder Geldverschwendung? Infrastruktur Hongkong, Armut in Hongkong, arme Menschen China, Armut China, arme Chinesen,