„Die Welt kann sich jetzt sicherer fühlen“ schrieb die SZ gestern. Es ist tasaechlich soweit, Hongkong wird ab heute als SARS-freie Zone angesehen... aber lest selber den Artikel:
Vier Monate nach Ausbruch der Lungenkrankheit Sars hat die Weltgesundheitsorganisation Hongkong von der Liste der Infektionsgebiete gestrichen. Als Sars-Gebiete gelten weiterhin die Region Toronto, Taiwan und Peking.
Es habe in Hongkong 20 Tage lang keine neuen Fälle gegeben, und das Risiko für Einwohner und Reisende sei beseitigt, teilte die WHO am Montag in Genf mit. „Die ganze Welt kann sich jetzt sicherer fühlen“, so David Heymann, Direktor der Abteilung Übertragbare Krankheiten bei der Organisation.
In Hongkong wurde die offizielle Sars-Entwarnung mit Erleichterung aufgenommen. Die WHO mahnte die Behörden jedoch zu anhaltender Wachsamkeit, um einem neuerlichen Ausbruch wie im kanadischen Toronto vorzubeugen. Dort starben am Sonntag zwei weitere Menschen an Sars.
Die größte Stadt Kanadas war Mitte Mai zunächst von der Liste der Sars-Gebiete gestrichen worden, musste jedoch nur eine Woche später eine Reihe von Neuinfektionen melden.
Außer der Region Toronto gelten auch Taiwan und Peking weiterhin als Sars-Gebiete. Eine explizite Reisewarnung der WHO gilt jedoch nur noch für die chinesische Hauptstadt.
1755 Menschen infiziert, 296 gestorben
Hongkong habe mit seiner Grenze zu China und der hohen Bevölkerungsdichte einen der schwersten Sars-Ausbrüche weltweit unter Kontrolle bringen müssen, betonte die WHO. Nach offiziellen Angaben hatten sich in der Millionenstadt 1755 Menschen mit dem Sars-Virus angesteckt. 296 davon starben.
Die höchsten Neuinfektionen erlebte Hongkong Ende März mit 300 fast zeitgleichen Fällen. Unter der Angst vor Ansteckung litt auch die Wirtschaft: Der Tourismus kam fast zum Stillstand, und die Einheimischen mieden Geschäfte, Restaurants, fast alle öffentlichen Einrichtungen. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 8,3 Prozent, für Hongkong ein Rekord.
Straßenfeste geplant
In der Stadt, wo es zum Zeitpunkt der Entwarnung bereits 15 Uhr war, waren Straßenfeste geplant. Frauen in bunten Kostümen tanzten an der Strandpromenade. Von großen offiziellen Feiern wollte die Regierung angesichts der hohen Opferzahlen jedoch absehen.
„Hongkong hat gelitten wie keine andere Region. Die Krankheit war in den Krankenhäusern und in der Gesellschaft, noch ehe wir richtig wussten, worum es sich handelte“, sagte der Sprecher des WHO-Regionalbüros in Manila, Peter Cordingley. „Hut ab vor der Leistung, die die Gesundheitsbehörden in Hongkong erbracht haben.“
Der Sars-Ausbruch begann in Hongkong Ende Februar, als sich 16 Gäste des Metropol-Hotels mit der noch unbekannten Lungenkrankheit ansteckten und eine Verbreitung des Virus auf mehrere Kontinente auslösten. Im Zimmer 911 des Hotels hatte ein infizierter Arzt aus der chinesischen Provinz Guangdong gewohnt. Das Metropol erwägt nun, den neunten Stock zu einem Sars-Museum zu machen.
Die WHO lobte, dass die Gesundheitsbehörden in Hongkong ehrliche und ausreichende Informationen über die Sars-Fälle geliefert hätten. Am 2. April hatte die WHO eine Reisewarnung für Hongkong erlassen. Diese war sieben Wochen später am 23. Mai aufgehoben worden.
Mithilfe umfassender Quarantänen und Reisekontrollen konnte die Lungenkrankheit eingedämmt werden, die über 800 Patienten das Leben kostete. Mehr als 8400 Menschen in über 24 Ländern infizierten sich mit Sars.
Ich persoenlich habe die ganze Situation ganz gut ueberstanden und bin sehr froh, dass ich mich trotz zahlreicher Ratschlaege nicht dazu entschlossen habe Hong Kong zu verlasse. Hong Kong ist und bleibt einzigartig.
Liebe Gruesse
Eurer Chris