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Ernste Lage?

Irgendwie ist es zur Zeit sehr komisch in Hong Kong. Wenn ich mir die Zeitungen so durchlese, steht nicht viel ueber die neue Art der Lungenentzuendung drinnen. Ganz anders wenn ich mir dann die internationale Fachpresse so ansehe... neben dem Irakkrieg ist die Hong Konger Epedemie das Topthema.

Heute gab es dann auch bei mir einen neuen Hoehepunkt der mich ziemlich nachdenklich stimmte: bei der Ankunft im Office wurde allen Mitarbeitern Gesichtsmasken verteilt... irgendwie unheimlich. Im Fernsehen laufen staendig Spots daueber, wie man sich vor dem neuen Virus "schuetzen" kann... u.a. soll man nicht an Plaetze gehen an dennen sich sehr viele Menschen befinden... guter Scherz, wo gibt es sowas in Hong Kong?!?!?

Lest euch einfach mal diesen Artikel durch, der aus dem aktuellen Spiegel stammt:

Hochburg des Killervirus - Schon 242 Infizierte

Von Andreas Lorenz, Hongkong

Hongkong gerät immer stärker in den Griff einer seltsamen tödlichen Krankheit - der Atypischen Lungenentzündung (SARS). Die Zahl der Infizierten steigt täglich an. Fast zwei Drittel der weltweit bekannten SARS-Patienten liegt in Krankenhäusern der 6,7 Millionen Eiwohner zählenden Stadt.

Hongkong - Weltweit sind - soweit bekannt - 386 Personen erkrankt, elf davon gestorben. Allein in der früheren britischen Kronkolonie kamen bislang acht Menschen ums Leben. Nur sieben Patienten konnten seit dem Ausbruch als geheilt entlassen werden. Am Montag wurde auch der Chef der Hongkonger Krankenhausbehörde mit Symptomen der hoch ansteckenden asiatischen Lungenentzündung in ein Krankenhaus gebracht. Nach Behördenangaben wird vermutet, dass Anthony Ho auch an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) erkrankt ist.
In Hongkong wurden fünf Schulen zeitweise geschlossen, weil sich Schüler angesteckt hatten. "Lungenentzündung-Virus besetzt Büro", meldete am Wochenende zudem das Boulevardblatt "Apple Daily", nachdem drei Büroangestellte mit Anzeichen der Krankheit in eine Klinik eingeliefert wurden.

Hongkongs Regierung fürchtet, die Tourismusindustrie könne einbrechen. Sie macht 6,1 Prozent des Bruttosozialprodukts aus. Tatsächlich sagten aus Angst vor Ansteckung Sportler, Manager und Künstler bereits Termine ab. Einige Hotels berichten, bis zu 80 Prozent der Buchungen seien aufgeschoben worden. Die meisten Erkrankten liegen im Prince of Wales-Krankenhaus im Stadtteil Shatin. Dort waren die ersten Fälle aufgetreten. Das Hospital nimmt seit Anfang voriger Woche keine anderen Patienten mehr auf: Zum einen wollen die Behörden die Verbreitung des Virus verhindern, zum anderen ist die Intensivstation voll ausgelastet.

Die Behörden haben inzwischen den Ausbruch der Krankheit in Hongkong rekonstruiert. Ein 64-jähriger Mediziner aus der südchinesischen Provinz Guangdong brachte offenbar das Killervirus mit. Er war per Bus in die Sieben-Millionen-Einwohner- Metropole gekommen, um an einer Hochzeit in seiner Familie teilzunehmen.

Schon schwer angeschlagen, buchte er sich im neunten Stock des Hotels Metropol im Stadtteil Mongkok ein. In dem schmalen Flur und im kleinen Vorraum vor den Fahrstühlen muss er heftig geniest und gehustet haben. Denn er steckte mindestens sechs Personen an.

Hongkongs Medien verbreiten mittlerweile Ratschläge, wie sich die Bürger schützen können: Wer Schnupfen hat, so die Quintessenz, soll einen Mundschutz tragen, damit er nicht andere ansteckt und bei hohem Fieber zum Arzt gehen.

Rund 100 Infizierte sind Ärzte und Schwestern des Prince of Wales-Krankenhauses. Denn das Pflegepersonal schützte sich nicht rechtzeitig mit Masken, da es - wie sollte es auch - die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt hatte. Außerdem setzten die Mediziner zunächst einen Spray ein, der die Atemnot der Patienten beheben sollte. Ein fataler Fehler: Da das Virus über Tröpfchen übertragen wird, konnte er sich blitzschnell auf der Station verbreiten.

Wie die Detektive der Hongkonger Polizei auf der Jagd nach Triaden, versuchen Beamte des Gesundheitsdienstes derzeit den Spuren von Kindern zu folgen, die mit den Angestellten des Prince of Wales-Krankenhauses oder deren Verwandten Kontakt hatten. Sie befragen Klassenkameraden und Lehrer. Wer von den Schülern Anzeichen einer Erkältung zeigt, wird sofort untersucht.

In den letzten Tagen tauchten allerdings immer wieder Patienten auf, die weder mit dem Arzt aus der Volksrepublik noch mit dem Pflegepersonal Kontakt hatten. Wo die sich angesteckt haben könnten, ist unklar. "Das Virus", folgerte Hongkongs Gesundheitsminister, der Arzt Yeoh Eng-Kiong, "hat sich in der Gemeinschaft ausgebreitet."

Das Virus sei neu und sehr "trickreich", sagt Professor Malik Peiris, Chefvirologe der Universität Hongkong. In den Labors des Pathologischen Instituts im Queen Mary-Hospital gelang es ihm jetzt, einen sogenannten "diagnostischen Test" zu entwickeln, um die Krankheit schneller entlarven zu können.

Nicht klar ist, ob das Virus, wie ursprünglich angenommen, aus der Familie der Paramyxoviridae stammt. "Obwohl das Virus isoliert wurde, bleibt seine Identität unbekannt", heißt es bei der Uno-Gesundheitsorganisation WHO.

Auch die Herkunft des tückischen Krankheitserregers liegt nach wie vor völlig im Dunkeln. "Möglich ist, dass es von Tieren stammt", sagt Peiris, ein anerkannter Spezialist für Viren in Südchina.

Unklar ist die Lage in China. Dort erkrankten Anfang des Jahres 305 Menschen an atypischer Lungenentzündung. Sechs starben.

Die Zahlen allerdings sind höchst unzuverlässig, weil die chinesischen Behörden hartnäckig versuchen, die Lage zu verharmlosen. Der Ausbruch sei "unter Kontrolle", versichert gebetsmühlenhaft Pekings Gesundheitsminister Zhang Wenkang, der am Wochenende Hongkong besuchte.

Offen ist, woher er das weiß. Denn möglich ist, dass das Virus von Hongkong längst wieder auf die andere Seite übergesprungen ist. Hunderttausende überqueren jeden Tag die Grenze. Zudem funktioniert in der Volksrepublik das Meldesystem für gefährliche Krankheiten schlecht. Etliche Patienten werden nicht erfasst, weil sie sich Untersuchung und Behandlung nicht leisten können.

Außerdem geben Provinzen ihre Zahlen überhaupt nicht oder nur geschönt weiter, da sie Ärger mit der Pekinger Zentrale fürchten. Im Pekinger Militärkrankenhaus 302 sollen vorige Woche zwei Ärzte an der Atypischen Lungenentzündung gestorben sein.

Haben Pekings Behörden mit ihrer notorischen Verschleierungstaktik dazu beigetragen, dass sich das Virus in der Region verbreiten konnte? Geografisches `Mit dem Finger zeigen` helfe nicht weiter, erklärt Hongkongs Yeoh, denn dies sei für das Verständnis des Problems "nicht relevant". Yeoh: Ohnehin sei "die Welt ein kleines Dorf geworden."

Der aus Sri Lanka stammende Wissenschaftler Peiris gibt ihm Recht. Auch in anderen Weltregionen tauchten immer wieder todbringende Viren auf. "Ungewöhnliche Sachen können immer wieder unter ungewöhnlichen Umständen hochkommen", sagt er.

Hinter der Zurückhaltung der Hongkonger Politiker steckt die Angst, sie könnten die Nachbarn vergrätzen, wenn sie dem Schweigen der Pekinger mit zu viel Offenheit begegnen. Zu wichtig sind ihnen die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Perlfluss-Delta als dass sie es sich mit den mächtigen Funktionären verderben wollten.

Die Region ist immer wieder Brutstätte neuer Viren. So entstand hier der Vogelgrippe-Virus H5N1, dem 1997 fünf Menschen in Hongkong zum Opfer fielen. Gesundheitspolitiker Yeoh führt dies auf die engen Wohnverhältnisse, die vielen Menschen und ihre "große Nähe zu Tieren" zurück.

Hongkongs Einwohner reagierten auf die neue Seuche verunsichert, obwohl bislang nur wenige auf der Straße, in Geschäften, Büros und Restaurants Gesichtsmasken tragen. "Jeder ist betroffen, jeder hat Angst", sagt der Kinderarzt Keith Lau in seiner kleinen Praxis im Bezirk Aberdeen - und zieht einen Mundschutz aus seiner Schublade.

Ich werde jetzt in Zukunft einfach mehr auf mich achten und nicht jedem die Hand druecken... die Krankheit brauch ich echt nicht.

Liebe Gruesse nach Muenchen und macht euch mal keine Sorgen.




Kommentare (2)

Also ich bin jetzt ehrlich geschockt! Ich dachte es sei Entwarnung gegeben worden!! Ich dachte man hätte den Virus jetzt erkennen können, Schatz was soll das jetzt?! Hab so Angst um dich... das ist mal wieder so typisch, mache mir solche Sorgen, soweit ich weiß sollte das Thema schon längst aus der Welt sein!

jo, hier in detschland wird auch immer weniger davon gesprochen, nochdazu scheint es den deutschen patienen mittlerweile besser zu gehen. Es gibt aber nun auch einen Verdachtsfall in München, weiß aber nciht, ob das noch aktuell ist...

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