« Mozilla Firefox downloaden - weg mit dem IE | Startseite | Hongkong erwartet Rekord-Besucherzahlen »

NEIN zum Bürgerentscheid gegen Hochhäuser in München

Es kommt ja bekanntlich nicht oft vor, dass ich mit unserem Oberbürgermeister Christian Ude übereinstimme, aber in Sachen Bürgerentscheid gegen Münchens Stadtplanung stimme ich ihm vollkommen zu.

Wie oft kam es schon in Münchens Geschichte vor, dass engstirnige Bürger versucht haben durch Bürgerentscheide wichtige und zukunftsträchtige Großprojekte in München zu verhindern.

Dies war schon bei der Frage, ob München 3 neue Tunnel am Mittleren Ring (wichtigste Verkehrsader in München) braucht, ob München eine Fußballarena für die Fussball-WM 2006 braucht, der Fall, und nun auch beim neuen Bürgerbegehren, welches pauschal eine maximale Bauhöhe von 99 Meter in ganz München durchsetzen will. Ich könnte mich immer wieder aufs Neue hier aufregen, aber bleiben wir sachlich und schauen mal was der Münchner Stadtrat zu dem Bürgerbegehren sagt:

Bitte gehen Sie zur Abstimmung, stimmen Sie mit

NEIN


Darum geht es beim Hochhaus-Bürgerentscheid wirklich:

1.) Das Hochhausbegehren möchte das größte private Investitionsvorhaben der Stadtgeschichte, das Projekt von Siemens im Münchner Süden, blockieren und verhindern, dass das Hochhaus aus den 60er Jahren mit zwei moderneren Bauten zu einem attraktivem Ensemble ergänzt wird.

2.) Das Bürgerbegehren möchte das Hochhaus des Süddeutschen Verlags in Steinhausen (!) verbieten, obwohl dieser Bau keinerlei Sichtbeeinträchtigung bedeutet. Auch dieses Projekt ist mit den Stimmen sämtlicher Parteien beschlossen worden.

3.) Das Bürgerbegehren möchte die Höhe von Hochhäusern nach Schema F regeln und 100 m als Höchstgrenze festsetzen – obwohl diese Grenze schon vor 25 Jahren unter Georg Kronawitter mit dem Hypohochhaus deutlich überschritten wurde. Warum soll für die Zukunft verboten werden, was sich in der Vergangenheit bewährt hat?

Hier könnt ihr mal ein paar Beispiele sehen, dass die neuen Hochäuser überhaupt keinen Störfaktor darstellen:

Blick vom Rathausturm nach Westen mit München City Tower, Mercedes-Center und Uptown München

Also geht bitte alle am Sonntag in die Wahllokale und stimmt GEGEN das Bürgerbegehren!

[EDIT: Heute fand ich bei mir im Briefkasten auch noch eine Broschüre des Süddeutschen Verlags im Briefkasten, in dem nun auch die Münchner Bürger dazu aufgefordert werden mit NEIN zu stimmen. Mehr Infos findet ihr auch beim Hochhaus-Schwerpunkt der Süddeutschen]




Kommentare (5)

Ich bin sehr froh darüber, dass der Bürgerentscheid der "Initiative unser München" gegen die Hochhausprojekte durchgegangen ist.
Die Gründe liegen auf der Hand:

* Der "Vierkantbolzen" steht nach wie vor zum größten Teil leer.
* Siemens hat für "Isar Süd" momentan keinen Investor und ist vermutlich über den Bürgerentscheid nicht unglücklich.
* Die Aussage von Ude, der Entscheid wäre ein Rückschlag für Investitionen ist Käse. Man kann auch zwei halb so hohe Türme hinstellen statt einem hohen.
* Bei Siemens in München-Perlach arbeiten 10.000 Menschen. Die Gebäude sind aber maximal sieben Stockwerke hoch. Es geht also auch ohne Hochhaus.
* Auf Sichtachsen hätte man unbedingt achten müssen. Vor einigen Jahren hat man das "Hertie-Hochhaus" an der Leopoldstraße zurückgebaut und war froh, dass der Klotz weg war. Dafür baut man nun in der gleichen Sichtachse das Langenscheidt-Haus. Stadtplanung, wo bist du?

Und zu den Argumenten von "Pirate Chris": durch ein Bürgerbegehren wurde seinerzeit nicht verhindert, dass die drei Tunnels des Mittleren Rings gebaut werden, sondern gegen Ude erst ermöglicht! Also bitte bei den Tatsachen bleiben!

@Daniel:

1) Der Vierkantbolzen (daran sieht man wie populistisch Kronawitter vorgegangen ist...) steht momentan leer, aber das ist Sache des Investors. Es ist ein Irrglauben zu denken, dass bei einem Aufschwung die Büroflächen ausreichen werden, man muss auch für die Zukunft planen und Kapazitäten schaffen um Engpässe zu vermeiden. Der Uptown Munich Tower sieht leider so gedrunegn aus, da der eigentliche Entwurf nicht gebaut wurde. Wer Hochhäuser künstlich in der Höhe beschneidet, der braucht sich hinterher nicht über unförmige und unästhetische Klötze aufregen.

Der Uptown-Turm ist hierfür ein ziemlich gutes Beispiel. So sollte der Turm ursprünglich aussehen (geplante Höhe 200m): http://www.agsn.de/arch_ingenhoven/olympiapark_ansicht.jpg

Dieser Entwurf hat eine ganz andere Qualität als das was man jetzt gebaut hat und verdient die Bezeichnung "Vierkantbolzen" überhaupt nicht.

2) Gut, dann stellen wir in Zukunft doppelt soviele Türme mit 100 Meter Höhe auf... was sich sicherlich viel positiver auf das Stadtbild auswirken wird als vereinzelte schlanke Türme... *kopfschüttel*

3) Neuperlach mit dem Mittleren Ring zu vergleichen ist doch absoluter Schwachsinn... Das Siemensareal in Neuperlach wurde vor Jahrzehnten gebaut, als es noch nicht an Fläche gefehlt hatte, was sich aber nun aber geändert hat. Baut man in die Breite, so geht das auf die Kosten von Grünanlagen und irgendwann ist München nicht mehr Deutschlands grünste Stadt!

4) Bei der Leopold/Lusdwigstr. stimmer ich dir zu, man hätte die Sichtachsen, zumindest vom Odeonsplatz aus, besser beachten sollen. Doch dir Argumente, z.B. bei Süddeutschehaus einzubringen ist einfach lächerlich... da gibt es nur eine hässliche Autobahn und viele Gleise!

5) Korrektur meinerseits, natürlich hat das Bürgerbegehren erst zum Bau geführt ;-)

In meinen Augen ist und bleibt diese Entscheidung ein herber Rückschlag für Mücnehn... aber zum Glück wird spätestens wieder in 5 Jahren die 100 Meter Grenze überschritten (Zitat Ude).

Schöne Grüße

Chris

Ich teile die Meinung von Chris.

Der Bürgerentscheid ist meiner Überzeugung nach nämlich ein Eigentor der Befürworter um "Steinzeit-Schorsch" Kronawitter: Der Nachfrage nach Nutzfläche wird über kurz oder lang Rechnung getragen werden, die Höhenbegrenzung führt nur zu höherem Verbrach der Grundfläche, was sicher nicht im Sinne der "Initiative unser München" sein kann.

Mal abgesehen davon, dass sich mir der Unterschied zwischen 99 und 140 Metern in einem gewissen Masstab nicht so ganz erschliesst, war dies eine Initiative für mehr, aber bitte nur mittelmässiges Hochhaus. Das solche Entscheidungen eine Garantie für nachhaltig gute Stadtplanung sein sollen, kann nun wirklich niemand ernsthaft glauben.

Ich stimme Daniel zu.

Außerdem bin ich der Meinung, dass es außer Kohle und Kommerz noch mehr gibt, was eine Stadt prägen soll und darf. Natürlich brauchen Menschen Arbeitsplätze, das ist ja gar keine Frage, aber diese Arbeitsplätze können auch in niedrigeren Gebäuden entstehen.

München ist Heimat, München ist Bayern, München ist ein Fremdenverkehrsort. Ich habe noch nicht gehört, dass Frankfurt als Fremdenverkehrsort gilt. Auch der Fremdenverkehr schafft in München Arbeitsplätze. Eine Anhäufung von Büro-Türmen ist aber irgendwann kein Anreiz mehr, nach München zu fahren.

Ich habe nichts gegen Bürotürme, doch hätte man versuchen sollen, diese Hochhäuser in einem bestimmten Areal zu konzentrieren und die entsprechende Infrastruktur anzugleichen. Es hätte passende Flächen dazu gegeben.

Ein nahezu unkontrolliertes Bauen ohne Rücksicht auf städtebauliche Zusammenhänge und historische Straßenzüge à la Ude kann nicht die Lösung sein. Wer München liebt - selbst wenn man prinzipiell nichts gegen Hochhäuser hat - muss Kronawitter zustimmen!

Die architektonische Zukunft sind keine glaesernen Hochhaeuser, sondern Restaurierung und Wiederaufbau historischer Bausubstanz.

Hinterlasse einen Kommentar zu diesem Eintrag

Link auf diesen Artikel für Ihre Webseite

Markieren Sie den HTML Code mit einem Klick in das Textfeld.

Buchempfehlungen

Top 5 Tags

Random Pictures

    MT::Template::Context=HASH(0xb13d6e0)

    MT::Template::Context=HASH(0xb13d6e0)

    MT::Template::Context=HASH(0xb13d6e0)

    MT::Template::Context=HASH(0xb13d6e0)

Chronologisch

Oktober 2012 |  Juli 2012 |  Mai 2012 |  April 2012 |  Januar 2012 |  Dezember 2011 |  November 2011 |  August 2011 |  Juli 2011 |  Juni 2011 |  April 2011 |  Februar 2011 |  Januar 2011 |  Dezember 2010 |  November 2010 |  Oktober 2010 |  August 2010 |  Juli 2010 |  Juni 2010 |  Mai 2010 |  April 2010 |  März 2010 |  Februar 2010 |  Januar 2010 |  Dezember 2009 |  November 2009 |  Oktober 2009 |  September 2009 |  August 2009 |  Juli 2009 |  Juni 2009 |  Mai 2009 |  April 2009 |  März 2009 |  Februar 2009 |  Januar 2009 |  Dezember 2008 |  November 2008 |  Oktober 2008 |  September 2008 |  August 2008 |  Juli 2008 |  Juni 2008 |  Mai 2008 |  April 2008 |  März 2008 |  Februar 2008 |  Januar 2008 |  Dezember 2007 |  November 2007 |  Oktober 2007 |  September 2007 |  August 2007 |  Juli 2007 |  Juni 2007 |  Mai 2007 |  April 2007 |  März 2007 |  Februar 2007 |  Januar 2007 |  Dezember 2006 |  November 2006 |  Oktober 2006 |  September 2006 |  August 2006 |  Juli 2006 |  Juni 2006 |  Mai 2006 |  April 2006 |  März 2006 |  Februar 2006 |  Januar 2006 |  Dezember 2005 |  November 2005 |  Oktober 2005 |  September 2005 |  August 2005 |  Juli 2005 |  Juni 2005 |  Mai 2005 |  April 2005 |  Februar 2005 |  Januar 2005 |  Dezember 2004 |  November 2004 |  Oktober 2004 |  September 2004 |  August 2004 |  Juli 2004 |  Juni 2004 |  Mai 2004 |  April 2004 |  März 2004 |  Februar 2004 |  Januar 2004 |  Dezember 2003 |  November 2003 |  Oktober 2003 |  September 2003 |  August 2003 |  Juli 2003 |  Juni 2003 |  Mai 2003 |  April 2003 |  März 2003 |  Februar 2003 |  Januar 2003 | 

Inhalt dieser Seite

Zusammenfassung

Es kommt ja bekanntlich nicht oft vor, dass ich mit unserem Oberbürgermeister Christian Ude übereinstimme, aber in Sachen Bürgerentscheid gegen...

Stichwörter

Bürgerentscheid gegen Hochhäuser, Bürgerentscheid Hochhäuser München,