Bali: Maerchenhafte Reisterassen in Yatiluwih, malerisches Bergdorf Munduk, Puri Lumbug Cottages & Vulkane am Danau Bratan
Schweren Herzens mussten wir das wunderschoene Yeh Panas Resort mit seinen Hot Springs - das wir komplett fuer uns alleine hatten - verlassen, um zuegig auf den ersten der vielen balinesischen Vulkane zu kommen. Auf dem Weg zum Kratersee Danau Bratan waehlten wir die maerchenhaft schoene Strecke ueber das Dorf Yatuluwih, das fuer seine unwirklich gruenen Reisterassen bekannt ist. Der Weg dorthin war wirklich mehr als holprig... wir waren weder die einzigen Touristen die das Zweirad-Abenteuer auf sich nahmen ;-) Dafuer wurden wir aber mit einmalig schoenen landschaftlich schoenen Szenen belohnt. Die Reisfelder hier oben waren sogar noch gruener als jene, die ich von Laos in Erinnerung hatte. Der gesammte Weg wurde gesaeumt von unwirklich riesigen Bambushainen, die sich durch ihr immenses Gewicht ueber die Strassen bogen... wir waren im Paradies angekommen...
Wir nahmen uns ein wenig Zeit um den Einheimischen bei der Reiskultivierung und beim Sanndln zuzusehen... dabei koennten selbst Schwerdepressive wieder ein Laecheln ins Gesicht gezaubert bekommen ;-)
Da wir aber vor dem naechsten uebermaechtigen Regenschauer oben auf der Kraterlandschaft ankommen wollten, fuhren wir nach Pacung weiter (nachdem wir uns gefuehlte 20 mal verfahren hatten). Die Strassen wurden immer steiler, das Moped jauchzte im ersten Gang fuer mindestens eine halbe Stunde... armes Ding. Waehrend die Temperaturen stetig durch die zunehmende Hoehe sanken, aenderte sich auch die gesamte Vegetation: anstatt Reis wurden nach und nach mehrere gemuesesorten wie Zwiebeln und Kohl angebaut. Kokospalmen wurden durch fremdanmutende nadelbaumartige Gewaechse ersetzt bis wir endlich ein wenig froestelnd (wen wunderts bei Flipflops und Shorts) das Oertchen Bedugul mit dem angrenzenden Kratesee Danau Bratan erreichten. Von hier aus konnte man schon erahnen, welches Ausmass der Krater eigentlich hat, in dem man sich gerade befindet... einfach unglaublich. Dagegen mutete der Vesuv in Neapel eher klein an.
Mit einem der Fischerleute vereinbarte ich fuer den naechsten Morgen eine verhaengnisvolle Fahrt mit dem Fischerboot zum Sonnenaufgang auf dem Danau Batur, die wir maennergrunzend mit Handschlag besiegelten. Da die Wolken auf dieser Hoehe immer dichter wurden und wir nicht mit dem kompletten Gepaech in den naechsten Regenschauer geraten wollten, fuhren wir schnurstracks weiter Richtung Munduk, einem vielgelobten maerischem Bergdorf in der Landschaft der Kraterseen. Vorbei ging es an den Orten Candikuning, Pancasari hoch auf den auesseren Kraterrand auf dessen einer Seite man die beiden Kraterseen Danau Buyan und Danau Tamblingan sehen konnte und auf der anderen Seite die Norkueste von Bali, die nur 5 km entfernt lag... waeren da nicht die Wolken gewesen, die uns in 1500 Metern Hoehe direkt durchs Gesicht geflogen waeren... brrr war das kalt und nass.
Trotz des Regens und der mehr als dichten Wolken (die schlimmer als Nebel sind) fanden wir die Lumbug Bali Cottages, in denen wir uns fuer die naechsten zwei Naechte einquartieren wollten. Die Betonung liegt auf wollten, denn wir hatten nicht mehr ausreichend Geld und die Warnhinweise des Lonely Planet ueber fehlende ATMs in dieser Region schlichtweg ueberlesen. So mussten wir in den sauren Apfel beissen und zum naechstgelegenen ATM an der Nordkueste bali's fahren: nach Sererit und Lovina. Huihuihui... koennt ihr euch vorstellen wie eine Strasse aussieht, die 1400 Hoehenmeter bei nur 8 km Luftlinie zu ueberwinden hat??? Und das bei Regen bergab?
Um es nicht unnoetig spannend zu machen: wir haben es tatsaechlich bis an die Nordkueste geschafft (nach gerademal 40 Minuten Fahrzeit) wo von der Kuehle und dem Regen der Berge plotzlich gar nichts mehr zu spueren war. Da wir in Sererit nur jeweils 500.000 Rupiah mit der EC Karte abheben konnten, fuhren wir ein paar Kilometer die Kuste weiter richtung Osten nach Lovina - einem ruhigen und relaxten Fischer- und Touristenort ganz im Norden Bali's. Mit frischen 3.000.000 Geldeinheiten in der Tasche goennten wir uns vor der fahrt zurueck nach Munuk in die Berge ein leckeres Essen direkt am Strand.
Das trockene Wetter hielt wiederum nur bis zu einer bestimmten Hoehe an. Der zuvor suesslich-faulige Duft von Durians wurde durch monstroesen Regenfall ueberschattet. Dieses Mal zum Glueck gaenzlich ohne Gepaeck, so dass das Navigieren im Blindflug wesentlich leichter von Statten ging. Trotz wasserdichter Capes waren wir wieder fast bis auf die Knochen nass - dem Tropenregen sei dank.
Zum Glueck gab es in unserem wunderschoenen Bungalow des Puri Lumbug Bali Cottages warmes Wasser aus der halboffenen Dusche. Das Bungalo war im Stil einer balinessichen Huette zur Trocknung des frisch geernteten Reises gebaut worden. Die Terasse des Bungalows - auf der man jeden Morgen auch sein Fruehstueck serviert bekommt - offenbarte einen grandiosen Blick in das Wolkenverhangenen Tal mit den vielen Bananen-, Kaffee-, Vanille-, Kakao- und Nelkenplantagen.
Nach diesem wiederum anstrengen Tag liessen Kami und ich uns das Abendessen auf die Terasse liefern, wo wir entspannt den wegziehenden Wolken zusahen und bei ein paar Kaennchen Ingwertee mit Honig den Moment geniessten.









Kommentare (1)
OHHHHHHHH, wie geil! So wie Du es schreibst kann man sich echt vorstellen wie es dort gerade ist, man fühlt sich als sei man ein ganz klein wenig auch auf Bali und lässt seine Blicke über hell-dunkelgrüne Reisterassen schweifen......
Bin schon megamäßig auf die Bilder gespannt, ob die eigene Vorstellung der Landschaft, dann auch mit denen Deiner Eos-Kamera aufgenommenen Bilder in irgend einer Weise übereinstimmen.
Take care and travel save!
(bezgl.Mopedsession auf regennasser Dschungelfahrbahn mit meterbreiten Schlaglöchern)
Viel Spaß noch!!
von Melly am 26.03.08 10:20