Einstiegsgehalt Absolvent - Welches Gehalt bin ich wert?
Vor knapp einem Jahr befand ich mich in der Situation kurz vor dem Abschluss meines Studiums zu sein, mich nach einem potenziellen Arbeitsgeber umzusehen und ein adäquates Einstiegsgehalt zu verhandeln. Alles in allem eine sehr spannende, wenn auch aufreibende Zeit in meinem Leben. Damals schrieb ich den Eintrag "Übersicht Einstiegsgehalt für BWL und Akademiker - Wirtschaftswissenschaftler" um neben meinen eigenen Erfahrungswerten und den Erfahrungswerten in meinem Bekanntenkreis einen ersten Anhaltspunkt zum Thema Einstiegsgehalt nach dem Studium zu erhalten.
Das Thema ist bei mir natürlich schon durch, doch ich ich kann mich gut zurückerinnern, dass mir wesentliche Anhaltspunkte gefehlt hatten. Bei e-fellows.net erschien nun ein Artikel zum Thema Einstiegsgehalt - Welches Gehalt bin ich wert?
Nach der Uni ist vor dem Berufseinstieg. Aber was ist das Studium wert? Wie wichtig ist mir mein Gehalt? Wie viel Gehalt brauche ich überhaupt, um davon Leben zu können? Diese und ähnliche Fragen kommen auf, wenn du vor dem Einstieg ins Arbeitsleben stehst. Damit die Gehaltspassage im Einstellungsgespräch nicht zur Stammeleinlage wird, solltest du dich vorher ausführlich informieren und recherchieren, welche Gehälter in der jeweiligen Branche und Funktion üblich sind.
Insgesamt ein sehr spannendes Thema, das in unserem Kulturkreis aber gerne als Tabuthema totgeschwiegen wird. Ganz anders als in China ^_^
Der Artikel ist mit seinen Empfehlungen bzgl. Recherchequellen zum individuellen Einstiegsgehalt nach dem Studium wirklich lesenswert. Ins Auge gestochen ist mir aber auch die darin erwähnte Studie "Employer Branding 2006", von der man auch einen Summary einsehen kann. Eine Frage aus der Studie, die in diesem Kontext besonders interessiert, ist folgende:
"Stelle dir vor, du bekommst nach Abschluss deines Studiums ein Angebot von deinem Wuscharbeitgeber. Welches Bruttojahreseinkommen (Euro) würdest du mindestens erwarten?"
Copyright e-fellows.net
Wunsch und Realität klaffen aber oftmals sehr weit auseinander... was einem beim Betrachen der Diagramme direkt ins Auge sticht, ist die Gier der hohe Anspruch der angehenden Rechtsverdreher Rechtsanwälte ;-) Ich kenne mich zugegebenermaßen mit dem Gehaltsgefüge für Absolventen der Rechtswissenschaften überhaupt nicht aus, doch diese "Wünsche" erachte ich als etwas überzogen... was meint ihr?
Vielleicht hilft ja dem ein oder anderen dieser kleine Artikel. Letztendlich können die ganzen Gehaltsstatistiken auch nur einen vagen Anhaltspunkt geben, alles weitere liegt an euch, eurer Erfahrung und letztendlich auch an eurem Verhandlungsgeschick. Stellenangebote gibt es ja zur Zeit genung - mal sehen ob ihr eure Gehaltsvorstellungen realisieren könnt. Ich drücke euch die Daumen!




Kommentare (6)
und was verdienst du nun *direktfrag* ?
von Duc am 14.03.07 17:17
Also die Frage war ja auf das Wunschgehalt beim Wunscharbeitgeber bezogen. Und als Associate in einer internationalen Großkanzlei (z.B. Hengeler Mueller, White&Case, Freshfields Bruckhaus Deringer) sind 65.000 Euro zum Einstieg vielleicht drin. M&A-Kanzleien sollen abgeblich sogar bis 100.000 Euro zahlen. Daß diese Positionen aber recht rar sind und nur ganz wenige Absolventen in Betracht kommen versteht sich von selber.
Es sieht ja fast so aus, dass die Juristen insgesamt karrieregeiler sind, denn die BWLer könnten in der Strategieberatung oder im Investmentbanking ja auch sehr gut verdienen, was sich allerdings nicht so in den Grafiken widerspiegelt, da die meisten ja im Bereich des Wunschgehaltes 40-40k liegen.
Was mich hingegen mal wirklich interessieren würde, welche Charakteristika im Lebenslauf mit dem Einstiegsgehalt wie korrellieren, bzw. was den größten Einfluß darauf hat. Sind es die Noten, die Studiendauer, die Praktika, soziales Engagement? Schwarz auf weiß, und nicht so eine nicht-Aussage wie "der Gesamteindruck muss halt stimmen".
P.S. Chris: Und was verdienst Du nun? :-)
von Alex am 15.03.07 12:51
können wird belohnt.. kenne selbst einen bub ,ohne studium,der bei der "besten" ib im ersten jahr über 2m$ (davon großer teil bonus) bekommen
hat
von lukas am 15.03.07 14:05
@Duc: Scheinbar steckt auch in dir noch etwas Mainland Blut ;-)
Eigentlich will ich mein persönliches Gehalt an dieser (sehr öffentlichen) Stelle nicht weiter thematisieren. In meinem Freundeskreis gehe ich sehr offen mit dem Thema um, warum sollte man es auch verschweigen? Etwa weil man sich schämt es sei zu wenig? Oder man fühlt sich gar überbezahlt und scheut die Reaktion des Umfeldes?
Nein, ich bin zufrieden und es ist mehr als ich während des Studium verdient habe (oh Wunder), doch trauriger Weise passt man seinen Lebensstil und seine Erwartungen sehr schnell seinem aktuellen Gehalt an... und so ist man ziemlich zügig wieder an dem Punkt an dem man sich paradoxerweise sagt: Ich habe nicht genug Geld... wahrscheinlich denken selbst Millionäre nach diesem Schema ^_^
@Alex: Ich stimme deiner Einschätzung vollkommen zu. Sie deckt sich ja auch ziemlich mit meinen Statements aus dem Eintrag. Nur die wenigsten vedienen als Absolventen ein Gehalt von 70.000 EUR plus. Das bleibt in den meisten Fällen den Investment Bankern und Beratern der Top 5 vorenthalten... und selbst da ist es sehr fraglich ob man direkt mit solch einem Gehalt einsteigt.
Und den letzten Teil deiner Frage verrat ich dir nicht ;-)
@Lukas: Das mit dem Können stimmt schon, doch heute ist es fast schon ausgeschlossen ohne Studium eine Chance zu bekommen, sich in einem der renommierten Berufe beweisen zu dürfen... traurig aber wahr.
von Chris am 17.03.07 12:19
aber man sieht wunderbar den herschenden realismus unter den rechtsverdrehern. bei den ingenieuren kommt es ja sogar mit den üblichen gehältern in den alten bundesländern hin.
von Micha am 14.11.07 13:56
Also ich kann euch mal von Anspruch und Wirklichkeit der Schaumschläger (Juristen) erzählen ...
Fakt ist: Top Exmamen = Topr Erwartung - da sind die 65+ drin ABER das packen 5 %, 35-40% rauschen durch und der Rest landet im Mittelfeld und muss hart kämpfen !
REAL = 30-40 % der Absolventen schuften 180-200 Stunden inner Kleinkanzlei auf Umsatzbeteiligung oder machen sich mehr recht als schlecht selbstständig.
D.h. die Realität sieht so aus das ca 40% mit unter 35.000 Brutto (viele 2000 -2500 mtl) rumeiern.
UND - 30 % fahren Txi oder machen sonstwas weil sie es (das wirklich schwere Exmanen) nicht gepackt haben ...
von geemo4 am 6.03.09 17:05