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Internationale Markteintrittsstrategien für Unternehmen in China

Bei meinen Recherchen für meine Seminararbeit bin ich über eine sehr interessante Dissertation von Guichen Fu von der Uni Stuttgart über "Internationale Markteintrittsstrategien mittelgroßer Industrieunternehmen am Beispiel deutscher Unternehmen in der VR China" gestolpert...

Zusammenfassung

Aufgrund der Globalisierung der Wirtschaft und der zunehmenden Bedeutung des chinesischen Marktes sind immer mehr Unternehmen mit Fragestellungen, welche die Wahl einer optimalen Markteintrittsstrategie für China betreffen, konfrontiert. Mit der vorliegenden Arbeit wurde der Versuch unternommen, auf Basis einer Kombination von Transaktionskostentheorie, Ressourcenansatz und standorttheoretischen Ansätzen ein Erklärungsmodell zur Entscheidungsunterstützung bei der Wahl der Markteintrittsstrategien mittelgroßer Industrieunternehmen für ein bestimmtes Ziel-land (die VR China) zu entwickeln. Dazu wurden die identifizierten theoretischen Erklärungsansätze geprüft und ggf. modifiziert bzw. weiterentwickelt.

Im Rahmen dieser Überlegungen wurde die praxisorientierte Betrachtung durch die Integration unternehmensinternen und -externen Rahmenbedingungen innerhalb eines geschlossenen Gesamtkonzepts angestrebt. In Kapitel 3 wurden dazu die wichtigsten ziellandbezogenen Rahmenbedingungen, wie Arbeitskosten in China, zulässige Eintrittsformen für ausländische Investoren, Schutz von Know-how in Chi-na, staatliche Förderpolitik und „Guanxi“ (persönliche bzw. gesellschaftliche Beziehungen) in der chinesischen Geschäftswelt, analysiert.

Auf Basis der theoretischen Diskussion in Kapitel 4 wurde in Kapitel 5 in Berücksich-tigung der ziellandbezogenen Rahmenbedingungen, die in einem bestimmten Zeit-raum als relativ stabil zu betrachten sind, ein Erklärungsmodell zur Wahl der Markteintrittsstrategien entwickelt. In dem hier vorgestellten Erklärungsmodell wur-den transaktionskostenbezogene (Produkt- & Prozesstechnologien und vertragliche Unsicherheiten), unternehmensressourcenbezogene (internationale Erfahrungen und verfügbare Ressourcen) und standortbezogene (Marktwachstum und Marktpotential) Bestimmungsfaktoren integriert.

Die empirische Analyse (Kapitel 6) bezieht sich auf das Segment der mittelgroßen Industrieunternehmen, für das bisher kaum sekundärstatistische Daten zur Verfügung standen. Mit den untersuchten Unternehmen konnte ein zufriedenstellender Stichprobenumfang gebildet werden, der ausschließlich „echte“ Markteintrittsaktivitäten deutscher mittelgroßer Industrieunternehmen in der VR China umfasste. Somit konnte durch die statistische Analyse dieser Stichprobe eine umfassende Be-standsaufnahme der Markteintrittsaktivitäten deutscher mittelgroßer Industrieunternehmen in China abgebildet werden.

Anhand von Modelltests wird aufgezeigt, welche Faktoren insbesondere aus Marketingsicht für die Markteintrittsentscheidung in China bedeutsam sind und welche Wir-kung das Vorhandsein von Marketing- und technologischen Fähigkeiten oder Know-how auf die Wahl der Markteintrittsstrategien hat. Zur Bestimmung der Schlüsseleinflussfaktoren der Wahl der Markteintrittsstrategien werden vier formulierten Forschungshypothesen (Hypothese 1, 2, 3 und 4), die direkte Einflüsse auf die Wahl der Markteintrittsstrategien postulierten, mittels der durchgeführten empirischen Untersuchung bestätigt. Die Schlüsseleinflussfaktoren der Wahl der Markteintrittsstrategien für hier untersuchte Unternehmen beim Markteintritt in China sind: 1) Marktwachstum, 2) Innovationsgrad des eingeführten Produktes, 3) vertraglichen Risiken und 4) Auslandserfahrungen.

Durch die Überprüfung der Hypothese 5 wurde erkannt, welche Rolle „Guanxi“ in der chinesischen Geschäftswelt spielt. Der vermutete negative Zusammenhang zwi-schen der Unternehmensgröße und der Präferenz einer kooperativen Markteintritts-strategie (Hypothese 6a) wird durch die Daten nicht unterstützt. Dieses Ergebnis lässt den Schluss zu, dass die Unternehmensgröße – zumindest für die hier unter-suchte Gruppe - keine signifikante Determinante für die Entscheidung zwischen einer Kooperations- und einer Alleineigentumsstrategie darstellt.
Insgesamt betrachtet bietet die vorliegende Arbeit ein theoriegeleitetes Instrumenta-rium, das die Entscheidung mittelgroßen Unternehmen bei der Wahl einer Markteintrittsstrategie in China unterstützt. Für mittelgroße Industrieunternehmen kann die Frage nach der Generalisierbarkeit der empirischen Ergebnisse grundsätz-lich bejaht werden. Die Anwendung des theoretischen Modells zur Wahl internationaler Markteintrittsstrategien bei Unternehmen anderer Größe bzw. Branche würde ei-ne situationsspezifische Anpassung des Modells erfordern.

Die komplette Dissertation findet ihr als PDF hier.




Kommentare (2)

Hi Chris,

danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Sieht ganz interessant aus, auch wenn die Zahlen nicht immer aktuell sind. Aber typisch Chinese:

"Die Chinesen sehen sich als das Volk mit der am längsten ununterbrochen bis heute
bestehenden Hochkultur. Die Ursprünge der chinesischen Zivilisation und Kultur
lassen sich bis mindestens ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen."

Wer sonst würde so etwas in seine Arbeit schreiben.

Danke,
Florian

Ach so, die Geister die du riefst, Chris, die Tokyo Hotel Fans, wirst du wohl nicht mehr los, was? Die können ganz schön hartnäckig sein. ;-)

Hehe, das mit den minderbemittelten TH Fans ist ja auch so gewollt... man muss nur ein wenig provozieren und schon hat man etwas zielgruppenfremden Traffic ;-)

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