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Club der Millionäre - Chad Hurley und Steve Chen verkaufen Youtube

Noch vor knapp einem Jahr hatte ich mich gewundert, wie ein Service wie Youtube überhaupt seine Kosten decken will bei all dem Traffic der entsteht... nun wurde ich eines Besseren belehrt. Chad Hurley und Steve Chen haben ihr Videoportal Youtube für 1,65 Milliarden US Dollar (in Google Aktien) an Google verkauft. Allein dieser Schritt von Google zeigt, was für ein Potenzial der Seite zugeschrieben wird... Von meiner Seite ein ganz großes Lob an Chad Hurley und Steve Chen (auch wenn sie dies nie erreichen wird) für ihre Idee und ihren Ehrgeiz, an dieser Idee auch festzuhalten. Anerkennenender Weise muss ich zugeben, dass die beiden ein wenig Idol-Wirkung auf mich haben... auch wenn ein 1,65 Milliarden Deal mittelfristig kein Ziel für mich ist. Mir schwirren täglich neue Ideen durch den Kopf, die ich aber mangels Zeit (noch) nicht umsetzen kann.

Um so interessanter ist der Artikel auf Spiegel Online zu lesen, in dem auf die Anfänge von Youtube eingegangen wird. Ein modernes Märchen. Die richtige Idee, zur richtigen Zeit mit den richtigen Machern.

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Für die beiden Senkrechtstarter hat der Aufbruch in ihr neues Leben begonnen, als sie vor wenigen Tagen in einem Schnellrestaurant mit Google-Gründer Larry Page und seinem Geschäftsführer Eric Schmidt den 1,65-Milliarden-Dollar-Deal besiegelten. So viel steht fest: Wenn die Transaktion abgewickelt ist, werden Hurley und Chen Multimillionäre sein.

Der Weg dahin war kurz. Erst im Februar 2005 hatten die beiden die Firma gegründet, "weil es ihnen zu mühselig war, einen Videoclip über das Internet an Freunde zu verschicken, das sie auf der Party am Abend zu vor gefilmt hatten" - so will es die Legende. In einem Internetforum zitiert ein User namens "sivasankarwhore" Hurley mit den Worten, die erste Version der Software sei innerhalb von nur zwei Monaten entstanden - bei sechs Arbeitsstunden pro Woche. Das Geschäftsmodell sei ähnlich einfach gewesen: Die Inhalte, die zum Beispiel Fernsehstationen teuer kaufen und auswählen müssten, werde bei ihnen auf dem Silbertablett serviert. Die Werbeeinnahmen kämen dann mit steigenden Nutzerzahlen quasi von selbst.

Nach kurzer Zeit wurde die Arbeit allerdings härter. Das rasante Zugriffs-Wachstum war mit dem ursprünglich geplanten Einsatz nicht mehr zu stemmen - schon gar nicht von der heimischen Garage aus. Also bezog die junge Firma ein bescheidenes Quartier in einem abgeschabten Bürohaus in der Third Avenue im kalifornischen San Mateo, ganz unzeitgemäß, zumindest im Vergleich zu den Startups der ersten Generation. Als Kantine fungierte die Pizzeria im Erdgeschoss. Chen kümmerte sich um die Technik, Hurley um das Webdesign. Die Belegschaft wuchs schnell. Heute kümmern sich 67 Mitarbeiter um das Wohl der Website.

Auch das Kreditkartenlimit der Jungunternehmer war bald ausgeschöpft. Je populärer die Seite wurde, umso mehr stiegen die Kosten. Unterstützung kam vom Venture-Kapitalgeber Sequoia Capital, der schon Unternehmen wie Yahoo, Google oder MP3.com entdeckt hatte. Sequoia investierte zunächst 3,5 Millionen Dollar, wenige Monate später nochmals 8,9 Millionen.

Hurleys Plan, mit Online-Werbung Profit zu machen, ließ sich dagegen nicht so leicht in die Tat umsetzen. Zunächst mal gehört YouTube der Inhalt nicht. Manche Amateurfilmer, die großzügig ihre Kreationen auf die Seite laden, werden schnell zornig, wenn andere damit Geld verdienen wollen. Außerdem geriet YouTube schnell in den Ruf, eine Art Videoausgabe der Musiktauschbörse Napster zu sein. Die klassischen Fernsehsender beäugten die neue Konkurrenz ebenso argwöhnisch wie die Filmproduzenten aus Hollywood, die öfters Szenen ihrer teuren Produktionen auf YouTube wiedersahen. Mit Hilfe von Kooperationsverträgen gelang es Hurley, die Gegner zu beruhigen und ihnen sogar die Vorteile der Plattform nahe zu bringen.

Trotzdem blieb die Gewinnzone in unerreichbarer Ferne. Offizielle Zahlen halten die YouTuber zwar unter Verschluss - doch Experten schätzen, dass das Unternehmen pro Monat ungefähr eine Million Dollar verbrennt. Der Google-Deal löst all diese Probleme mit einem Schlag.

[...]

Uff, eine Million Dollar pro Monat an Kosten ist auch nicht schlecht. Zumindest gehe ich nun wieder etwas motivierter an meine Projekte heran. Ich hoffe der Ehrgeiz zahlt sich auch mal aus ;-)




Kommentare (6)

Naja. Soweit ich von einem Freund in San Francisco gehört habe (ich setze hier jetzt unbestätigte Gerüchte in die Welt), ist einer von den beiden YouTube-Gründern ein "Trust Fund Baby" - sprich, er konnte es sich locker leisten, Geld zu verbrennen.

Man sieht mal wieder: Richtig viel Geld lässt sich nur verdienen, wenn man bereits viel Geld hat ...

Viel Interessanter finde ich die Venture Capital-Firma die hinter dem Deal steht: Sequoia Capital.

Die Liste der (ehemaligen) Firmen aus dem Portfolio liest sich wie ein Who-Is-Who von Silicon Valley: Nvidia, Electronic Arts, Apple, Cisco, PayPal...

Die Vitae der Managing Partner sind auch nicht ohne, keiner der 20 Leute im USA-Office ist ohne Ivy-League-Ausbildung. So eine hätte ich irgendwie auch ganz gerne :-)

@Christian: Ich stimme dir da schon zu. Man gibt Geld wesentlich relaxter aus, wenn es nicht das eigene ist. Dennoch gehört eine sehr große Portion Mut, Ausdauer und Ehrgeiz dazu, einen solchen Erfolg zu erzielen. Eine Rendite wie in diesem Fall lässt sich nicht einfach so aus dem Arm Schütteln. Und es ist ja eine alte Binsenweisheit: Man muss Geld investieren um welches zu bekommen. Manchmal mehr, manchmal weniger.

@Alex: In der Tat interessant, dass wieder einmal Sequoia Capital dahinter steckt. All zu oft werden aber nur die super Deals und Investments solcher Venture Capitel Gesellschaften genannt. Dabei vergisst man, dass gut 90% (oder noch weniger) der Investments keinen einzigen Cent einbringen. Ein paar große Deals wie der von Youtube reichen dann aber aus um Erolg zu haben.

Ich denke die Jungs von Sequoia Capital haben schon einen sehr guten Riecher für gute Geschäftsideen. Im Prinzip müssen sie ja selber wie Gründer denken und entscheiden.

Wär ja auch schön doof von denen, die Quote der "verunglückten" Investments (wie auch immer man das konkret definieren möchte) zu veröffentlichen. Ich gehe aber mal wie Du davon aus, daß sich die Gesamtrendite des Fonds durchaus sehen lassen kann... :-)

Rendite?!

Die Jungs hatten eine Burnrate von 1 Million Dollar pro Monat.

Das ist ja wie in alten Dotcom-Zeiten. Und für Google lohnt sich wahrscheinlich auch nur der Einkauf der Nutzerdaten.

Da rechnet sich gar nichts ...

@Christian: Wir reden von der Rendite des Venture Capitel "Fonds" bzw. dem Gesamtportfolio von Sequoia Capital. Bitte genau lesen.

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Hier findet ihr alle Infos und Links zum Club der Millionäre - Chad Hurley und Steve Chen verkaufen Youtube - Hier könnt das Erfolgsgeheimnis der Youtube Gründer nachlesen

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