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Warum schreibt man ein Blog?

Bei dem täglichen Sichten meiner Blogliste bin ich auf einen Link bei Christian gestoßen, der zu einem Artikel führt, der Licht ins Dunkle zu folgender Frage bringt: Warum schreibt man ein Blog und warum ließt man wiederum andere?

Da ich nicht nur dieses Weblog betreibe, sondern selber auch sehr viel lese, kann ich folgende Aussage voll unterschreiben...

Für überdenkenswert halte ich hingegen die Überlegung, dass der Voyeurismus, dem der webloglesende Internetuser anheimfällt, den Exhibitionismus des Weblogautoren um ein Vielfaches übertrifft. Die Lektüre der zehn Lieblingsweblogs kann süchtig machen. Mehrmals am Tag wartet man darauf, sehnt sich danach, dass einer dieser einem persönlich unbekannten Blogger wieder schreibt, berichtet, empfiehlt, runtermacht. Man bildet sich sogar im Laufe der Zeit ein, den Verfasser eines Weblogs zu kennen, kennengelernt zu haben, hat sich ein allein auf Postings begründetes Bild der Vorlieben und Abneigungen dieser Person zusammengeschustert. Und befürchtet, dass es mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen könnte. Diese Befürchtung ist zwar unnötig und überflüssig, gehört aber zum emotionalen Kanon des angefixten Webloglesers.

Ich kann immer wieder "beobachten" (anonym natürlich), wie bestimmte Leser bzw. deren IPs mehrmals täglich auf die Seite kommen. Ich unterstelle hier einfach mal, dass sie das nicht wegen dem schönen Design machen, sondern sehen wollen ob ein neuer Eintrag da ist... mag es daran liegen, dass ihnen gerade einfach sehr langweilig im Büro ist, oder weil sie es interessant finden Einblicke in ein anderes Leben zu bekommen. Warum interessiert man sich für das Leben eines wildfremden Menschen? Warum ist es interessant über alltägliche Nichtigkeiten zu lesen?

Interessant finde ich auch, dass ich auch bei mir die Tendenz erkenne, dass ich mir ein Bild über die Autoren mache, obwohl ich sie nur anhand ihrer Postings beurteile bzw. einschätze... so gibt es Blogger, die ich sehr sympatisch finde, aber wiederum auch andere, die ich für aufgeblasen, egozentrisch und angeberisch halte... darf man Personen überhaupt aufgrund von ein paar Einträge in solche Schubladen stecken?

Zu den eher verstörenden und nachdenklich stimmenden Begleiterscheinungen des Weblog-Schreibens und -lesens gehört alles, was mit Eitelkeit zu tun hat. Die eigene Eitelkeit und die der anderen "Blogger". Nur die allerwenigsten Weblogs sind als selbstreferenziertes, sozialhermetisch abgeriegeltes Internetding angelegt. Die meisten "Blogger" wollen wahrgenommen und gelesen werden. Wie oft am Tag, im Monat, im Jahr auf die eigene Website zugegriffen wird, wer wann und wie lange darauf verweilt, erfährt man aus dem jederzeit abrufbaren "Report" seines Seitenstatistik-Tools . An schlechtgelaunten Tagen, oder wenn einem langweilig ist, ekelt man sich vor sich selbst. Dass man sich tatsächlich darüber Gedanken macht, wer das eigene Weblog liest und ob womöglich in einem anderer Weblog direkt auf ein kürzlich verfasstes eigenes Posting "gelinkt" wird. Tröstend wirkt das Wissen, daß quasi jeder "Blogger" diesem teuflischen Instrument der Eitelkeit verfallen ist.

Für viele Weblogautoren empfindet man tatsächlich eine Zuneigung, die an ein Liebesgefühl schon recht nah herankommt. Ich liebe und verehre ihren Schreibstil, ihre Eloquenz, ihre Intelligenz, ihren Wortwitz. Ich liebe dieses Gefühl, mich von ihnen ins Internet mitnehmen und eventuell begeistern zu lassen, mich auf sie einzulassen, ihre Gedanken zu reflektieren. Ich glaube, ich bin dankbar dafür, dass ich auf diese spezielle, virtuelle Weise an Teilaspekten des Lebens "meiner" Lieblingsblogger teilhaben darf. Hört sich kitischig an, ist aber so.

Und ja, natürlich will ich, dass man das was ich schreibe auch ließt... aber warum? Will ich mich vor anderen profilieren? Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Eindruck schnell aufkommen könnte... was ich natürlich nicht hoffe. Manchmal denke ich mir selber: Warum schreibst du so einen Müll? Warum stellst du private lächerliche Bilder ins Netz? Wen interessiert das überhaupt?!?!?! Hör auf damit!

Aber auch viel Positives habe ich während meiner Blogger-Zeit erlebt... v.a. viele interessante Menschen kennengelernt, die ähnliche Interessen und Vorlieben wie ich haben und mit denen ich seitdem regen Messanger- und E-Mail-Kontakt habe ;-)

Vielleicht ist das Bloggen ganz einfach ein zeitverschlingendes, sinnloses Hobby... Hauptsache es macht Spaß!




Kommentare (1)

Hi Chris,

also was macht (d)einen Blog so interessant?
Aus der Sicht der Leser, (ich oute mich jetzt mal als ständiger „Gast“ deiner Page) muss er einfach den Nerv treffen, bin mehr oder weniger per Zufall und auf Anraten von Freunden (wegen Praktikumsvorbereitung für Hong Kong im Frühjahr 2004) auf dich / euch gestoßen und dabeigeblieben.

Voyeure sind wir doch alle gerne, ob Nichtigkeiten oder nicht, aber der Blog muss auch das gewisse Etwas haben wie z.B. ein gewisses Niveau (nicht wie bei anderen „jungen Römern“, das konnte ich mir nicht verkneifen).

Du schreibst ja nicht nur über dich, ob aktuelle Themen oder zeitgenössisches aus den achtzigern „Dr. Snuggles“ (bin auch Baujahr 1980) ist alles dabei, das soll keine Geschleime oder sonst was sein, (und Stalker bin ich meines Wissens auch nicht).

Und wenn man den Verfasser des Weblogs nur auf seine geposteten Artikel oder Pics reduziert, dann ist man selbst Schuld. Auch wenn ich viele Interessen mir dir Teile (Asien, Anime und leidenschaftliches Zocken), so bilde ich mir keinesfalls ein dich zu kennen, aber ich verfolge gerne den Blog, gerade wegen der ähnlichen Interessen.


Wow, dafür das ich mich sonst nur stillschweigend in den Weiten von Digital Voodoo rumtreibe, voll die Predigt geworden. *sorry dafür*


Ach übrigens, no panic wegen deines Geburtstages, (der 25zigste steht mir auch in knapp 2 Monaten bevor) das ist wie mit einem Wein, man wird nicht älter sondern nur besser. ;-)

Gruß

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