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Xi'an Stadtmauer, Bell Tower & Große Moschee

Liebe Freunde,

zurück von einem anstrengenden Wochenende möchte ich euch die erlebteten Dinge natürlich nicht vorenthalten. Deswegen beginne ich der Richtigkeit halber mit dem letzten Freitag, an dem ich bereits um 6 Uhr aufstehen musste um unseren Bus zum Flughafen zu erwischen. Diesmal habe ich es mir gespart selber etwas zu organisieren (ganz untypisch für mich als Orgafreak) und habe mich auf die Kommilitonen verlassen, was soweit auch ganz gut geklappt hatte.

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Der Hinflug nach Xian mit China Southern Airlines dauerte gerade mal 1 h 50 min und war recht gemütlich. Leider musste ich bereits in der Vornacht feststellen, dass es mit meinem Husten nicht besser wurde... auch der Schnupfen tat sein Übriges und erschwerte mir den Druckausgleich *heul*

In Xian gelandet trifft einen erst mal der Schlag beim Durchatmen... noch nie habe ich solch verschmutzte Luft gesehen und geatmet... man kann sogar sagen, dass die Luft regelrecht verpesstet ist. Also genau das Richtige für meinen Husten ;-) Bedingt ist das Ganze durch die Tatsache, dass Xian in einem Talkessel umringt von Bergen liegt und so kaum ein laues Lüftchen weht. Die Schwerindustrie und der Kohleabbau in der Shaanxi Region tuen hier ihr Übriges. Aber natürlich gibt es nicht nur Negatives über die Kaiserstadt zu berichten.

Im Hotel angekommen traf ich auch prompt Padde wieder, der nur kurz später mit dem Zug aus Chengdu ankam. Weitere 5 Minuten später kamen auch noch Dennis und Thaddaeus, zwei Kollegen von Padde aus Hong Kong, hinzu. Kurz frisch gemacht und von der anderen Gruppe angesetzt machten wir vier uns auf den Weg ins muslimische Viertel von Xian in dem, wer hätte es gedacht, eine muslemische Minderheit wohnt (ca. 50.000 Menschen). Nachdem Padde sich in den Kopf setzte erstmal planlos durch die Altstadt zu laufen entschieden wir uns zum Glück dann doch dazu zwei Radl-Rikschafahrer anzuheuern, die uns zur Großen Moschee fahren sollten. Eigentlich sind diese Fahrräder sicher nur dazu gedacht große Mengen an Schweinefleisch zu transportieren, aber vier große weisse Männer sind da mindestens genauso gut ;-) Es war echt ein lustiger Anblick wie wir jeweils zu zweit hinten auf der Ladefläche des Fahrrads saßen und unser Fläschchen Bier getrunken haben... die lokale Bevölkerung fand es offensichtlich amüsant :-)

Im muslimischen Viertel selber kann man schön umherwandern, sich die Verkaufsstände ansehen, lokale Spezialitäten naschen und einfach die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Im Zentrum findet man die Große Moschee, die mehr an einen chinesischen Tempel erinnert, wären da nicht die Moslems, die in der Mosche selber beten würden. Beim Verlassen des Viertels mussten wir etwas sehr krasses live beobachten (schwache Gemüter bitte beim nächsten Absatz weiterlesen): zwei Chinesen verfolgen sich schreiend, der Hintere hat einen Stein aus der großen Stadtmauer (ca. 2 kg) in der Hand und schmeisst diesen dem Vordermann seitlich an den Kopf, der daraufhin mit einem lauten Knall sofort aufplatzt... eine riesige Platzwunde an der Schläfe bis hinunter zum Ohr. Das Blut tropfte überall auf den Boden, sofort kamen die Schaulustigen von allen Seiten herbeigerannt und bildeten eine Menschentraube um das Geschehen... doch helfen wollte keiner. Als ob das noch nicht gereicht hätte, schnappte sich der Steinewerfer den am Bodenliegenden Verletzten an den Haaren und zog ihn an diesen schreiend über das Kopfsteinpflaster... ich war so geschockt von soviel Brutalität... sowas habe ich noch nie gesehen und mir macht sowas normalerweise (in Filmen & Co.) nichts aus. Irgendwie hat es der Blutende (wie kann man solch eine Verletzung überleben????) geschafft sich loszureisen und rannte sofort weg um auf eine Mauer zu springen und hinter einem Haus zu verschwinden... ich hoffte nur, dass der arme Kerl (egal was er angestellt hatte) rechtzeitig zum Arzt kommt... doch plötzlich kam er wieder hinter dem Haus hervor und hatte selber einen Ziegelstein in der Hand und began den Werfer zu jagen... über den gesamten Platz bis ich sie nicht mehr sehen konnte... der arme Kerl verlor auf dem Weg soviel Blut... wir wunderten usn einfach nur noch was der Mann getan haben könnte um solch eine Reaktion hervorzurufen... wir tippten dann darauf, dass es vielleicht darum ging, dass der Eine versuchte dem Anderen die Kamera zu klauen und ihn auf frischer Tat ertappte... aber solch eine Maßnahme?!?!?! Der Schock sitze speziell bei mir noch eine ganze Weile sehr fest... man stellt sich natürlich auch die Frage "Hätte ich eingreifen sollen um zu helfen?"... aber was soll man als Tourist in einem fremden Land machen? Was hättet ihr gemacht?

Trotzdem musste es selbstverständlich für uns weitergehen und so gingen wir nach dem Erlebten weiter Richtung "Drum Tower", einem Turm der eine Große Trommel beherbergt und sehr zentral gelegen ist. Zwischen dem Drum Tower und dem "Bell Tower" gab es einen kleinen Platz an dem Leute Drachen steigen ließen... doch keine simplen Drachen, sondern 10 kleine Drachen hintereinander. Ich meinte zu Padde es sei überhaupt kein Problem solch ein Ding selber steigen zu lassen uns so konnten die Jungs es nicht bleiben lassen mir solche einen Drachen für lachhafte 5 Yuan zu kaufen. Selbstsicher wie ich war klappte es natürlich auf Anhieb und alle 10 Drachen waren in der Luft. Während meiner Anstrengungen dieses Kunststück zu vollbringen fotografierte mich Thaddy eine Weile. Als ich zu den Jungs zurückkam meinte Thaddy jemand habe seine Kamera gestohlen! Ein Typ saß rechts neben ihm und sah wie er die Kamera wieder in seine Jackentasche steckte. Der Chinese war der einzige in der Nähe, so dass Thaddy ihm sagte er solle ihm die Digicam wiedergeben. Der Dieb meinte aber nur er habe eine Tüte vom Boden aufgehoben und verschwand ganz flink. Wir waren alle so perplex, dass wir gar nicht schnell genug schalten konnten, dass der Chinese auf jeden Fall der Dieb sein musste.... *arghhhh* haben wir uns aufgeregt... seit diesem Momemt habe ich meine teure Digicam nicht mehr aus den Händen gelassen!!!!

Besonders beeindruckt hat mich die große Stadtmauer, die die Altstadt von Xi'an umgibt:

Die Stadtmauer von Xi'an wurde zwischen 1374 und 1378 erbaut und in den 1980er Jahren renoviert. Sie ist die einzige vollständig erhaltene Stadtmauer in China. Mit einer Gesamtlänge von insgesamt 13,6km umschliesst sie die Innenstadt von Xi'an. Vom Aufbau her ist sie ein ummauerter Erdwall. Ihre Breite beträgt am Sockel 18m, an der Krone 12m. Ihre Höhe beträgt 12m. 4 Tore (Nordtor, Westtor, Südtor und Osttor) gewährten früher einen durch Zugbrücken geschützten Zugang zu der Stadt. Diese Zugbrücken wurden morgens durch ein Signal des Glockenturms heruntergelassen und am Abend durch ein Signal des Trommelturms wieder hochgezogen.

Ich habe noch nie ein solch gigantischen Bauwerk gesehen... ich will gar nicht wissen was es für ein Kraftakt war solch eine massive Mauer zu bauen... ich fand diese Mauer sogar noch beeindruckender als die weltberühmte Terakottaarme und das soll was heißen ;-)

Abends musste ich dann leider passen, da ich mich sowas von kaputt fühlte und auf gar keinen Fall riskieren wollte nicht an unserem Ausflug zur Terrakotta Armee am nächsten Tag teilzunehmen. So verbrachte ich den Abend hustend und frierend in meinem Hotelzimmer bis Padde letztendlich um 3 Uhr morgens halbwegs nüchtern ins Zimmer kam und wir noch ewig über die gute alte Zeit in Hong Kong quatschten...

Mehr gibt es beim nächsten Mal :-)

Schöne Grüße,

Euer Chris


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Zusammenfassung

Liebe Freunde, zurück von einem anstrengenden Wochenende möchte ich euch die erlebteten Dinge natürlich nicht vorenthalten. Deswegen beginne ich der Richtigkeit halber mit dem letzten Freitag, an dem ich bereits um 6 Uhr aufstehen musste um unseren Bus zum Flughafen...

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