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Xi'an Terrakottaarmee & Grabstätte des Kaisers

So, nun gibt es den Report über den zweiten Tag in Xi'an und Umgebung. Am Vorabend hatten Padde, Thaddy und Dennis bereits eine organisierte Bustour zu den Sehenswürdigkeiten um Xian herum gebucht. Laut Lonely Planet gibt es zwei verschiedene Routen: einmal die populäre Eastern Tour auf der auch die Terrakottaarmee zu bestaunen ist und zum Anderen die Western Tour, auf der man mehr Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommt.

Wir entschieden uns für die Eastern Tour und zahlten 260 Yuan inkl. Mittagessen. Der Tripp begann um 9 Uhr morgens vor dem Bell & Drum Tower Hotel und führte uns zuerst zu einem prehistorischen Dorf, dem Banpo Village... ich sage nur, was für eine Verarsche. Die Ausgrabungshalle wurde renoviert, so dass man eigentlich nur ein paar lausige Replikate der Fundstücke begutachten konnte, die Zeitlich wild durcheinander ohne jegliche Kennzeichnung presentiert wurden. Highlight war dann ein gerendertes Bild des zukunftigen Halle, in der man die Ausgrabungsstätte begutachten werden kann... warum sagt uns keiner vorher, dass das Ganze eigentlich geschlossen ist und man nur durch Souvenirläden gelotst wird?!?!?!?

Der zweite Stopp war auch nicht besser und erinnerte mich an den Scamerstopp in Vietnam, den Harry und ich im vergangenen Jahr mitgemacht hatten. Wir sollten uns eine ehemalige Furniture Fabrik ansehen, die zur Produktionsstätte für Terakotta Krieger Replikate umfunktioniert wurde... neben diesem Müll konnte man auch jeden anderen erdenklichen China Touri Krimschkramsch dort kaufen... schrecklich... geil war auch, dass die Scamerbude gerade mal 200 Meter von einem Atomkraftwerk entfernt lag... mein Erbgut wird sich freuen...

Bevor wir nun endlich zur Terrakottaarmee weiterfahren durften (mit 10 anderen dummen Touris) mussten wir noch eine Mahlzeit in einem Restaurant/Merchandisingshop einnehmen... selbst Padde meinte er habe selten ein solch widerliches Essen bekommen... bähhh... kandierte Süßkartoffeln, die einem die Zähne aus dem Kiefer ziehen.

Irgendwann um 2 sollten wir es dann doch noch bis zu den Terrakotta Kriegern schaffen. Wir parkten vor etwas schmucklosen Anlage und machten unseren Spießroutenlauf durch den Spalier der Souvenierverkäufer hindurch bis zum Eingang der Museumsanlagen. Der Eintritt von 65 Yuan war zum Glück schon in unserem Tourpreis mit drinnen. Wir begannen unsere 2-stündige Tour in der Größten der drei Hallen, die die meisten auch von den Bildern her kennen. Hier die stehen noch die meisten intakten Krieger und Pferde... auf den ersten Blick allerdings etwas enttäuschend, das die Krieger in dieser Halle etwas untergehen. Sie sieht wie ein riesiger Flughanga aus es ist keinesfalls so, dass die gesamte Halle voll sei mit Figuren. Nur das erste Drittel steht voll mit restaurierten Figuren, der Rest ist immer noch mit Erde bedeckt. Leider wird das Ganze nicht seiner historischen Bedeutung entsprechend präsentiert, so dass man sich schnell vorkommt als sei man in einem Themenpark von Disney. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass es sehr beeindruckend war, was die Chinesen vor über 2000 Jahren für ihren ersten Kaiser auf die Beine gestellt haben. Über 700.000 Menschen mussten über 40 Jahre lang an dem Grabmal arbeiten. Die Figuren haben tatsächlich alle unterschiedliche Gesichter. Mehr könnt ihr dann einfach den Bilder entnehmen.

Die Terrakotta Armee (兵馬俑 in pinyin: bing1 ma3 yong1, "Soldaten- und Pferde-Armee"), Teil des Mausoleums des Kaisers Qin (秦始皇陵 qin2 shi3 huang2 ling2), wurde im März 1974 in der Naehe von Xi'an, Provinz Shaanxi, China, entdeckt. Kurz darauf begannen professionelle Ausgrabungen. Bis heute ist erst etwa ein Viertel der gesamten Anlage komplett freigelegt.

Es handelt sich um die Darstellung einer vollständigen Armee der damaligen Zeit, bestehend aus mehr als 7.000 lebensgroßen Tonfiguren, die auf mehrere unterirdische Kammern verteilt sind. Aufgestellt sind Fußsoldaten, Reiter, Pferde und Kriegswagen, denen echte Waffen (Schwerter, Pfeilspitzen, Armbrüste) beigegeben sind. Die verschiedenen Ränge sind an unterschiedlichen Uniformen erkennbar. Die Armee bildet die Grabbeigabe des ersten Kaisers von China aus den Jahren 210 - 209 v. Chr., der mit Hilfe von Armeen wie dieser China zu einem Reich einte. Bemerkenswert ist, dass alle diese Figuren individuell sind, also keine zwei in Haltung, Gesichtszügen oder Ausstattungsdetails gleich sind. Offen ist die Frage, ob tatsächliche Soldaten von damals nachgebildet wurden oder ob die Erschaffer die unterschiedlichen Figuren frei gestalteten.

Seit 1987 sind die Grabanlagen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Last AND least ging es noch zur Grabstätte von Qin Shi Huangdi (der erste Kaiser), die nur unweit der Tonsoldaten zu finden ist. Auch dieser Ort war der reinste Reinfall... vom Grab sieht man gar nichts, da nur eine Treppe auf den hässlichen Grabhügel hochführt von dem man dann auch eine 08/15-Ausblick auf die Umgebung hat. Unter diesem Hügel sollen die Grabkammer des Kaiser liegen, welche man aber nicht besuchen kann, da sie mit Quecksilber verseucht sein sollen... wers glaubt... das Ding wurde wahrscheinlich schon 20 mal geplündert und zerstört und dann bekommt man solch eine Begründung, dass man nicht hinein kann. Selbst Archäologen sollen noch nicht drin gewesen sein, das es zu giftig sei... *stirnklopf*... aber es wurden "Tests" durchgeführt die gezeigt haben, dass die Kammern noch voll von Schätzen sind... Chinesen glauben auch alles was man ihnen erzählt ;-)

Um 17 Uhr ging es dann zum Glück zurück in unser Hotel direkt in der Innenstadt. Rückblickend würde ich die Tour lieber selber machen, also ein Taxi mieten und sich zu den interessanten Orten fahren lassen, da man so viel flexibler ist. So haben wir z.B. leider nicht die heißen Quellen gesehen, die wirklich sehr sehenswert sein müssen.

Zurück in der Stadt haben sich Dennis und ich erstmal mit Medizin gegen unseren Husten eingedeckt und ein Stündchen gepennt. Ich habe mich dank Medizin wieder etwas fitter gefühlt und bin deswegen mit Thaddy und Padde zum Abendessen gefahren, wo wir eine Padde bekannte Chinesin und ihren belgischen Freund getroffen haben. Es gab heisses Sichuan Essen und so war der Schweissausbruch unvermeidlich ;-)

Nächste Station war die sogenannte Barstraße 'Coffee Bar Street' welche parallel zur Nan Da Jie liegt. Es war ziemlich tote Hose für einen Samstag, aber laut Bart dem Belgier gibt es in Xian nicht gerade viel Nightlive. Wir setzten uns also zu dritt in eine Bar mit Livemusik und hatten unseren Spaß bis ein besoffener Shanghai Chinese total aggressiv wurde und sich mit Dennis anlegen wollte... der blieb aber nur ganz ruhig und lachte nur darüber, was den Chinesen nur noch wütender machte. Zum Glück hatten dessen Freunde gecheckt wie besoffen er war und kamen rüber um ihn abzuholen und sich für sein Verhalten zu entschuldigen... soweit so gut. Wir hatten dann 20 Minuten Ruhe und konnten Country Roads durchs Mikro singen als plötzlich eine Flasche mitten auf unseren Tisch geflogen kam... der Besoffene hatte richtig gut getroffen, so dass all unsere Getränge zersprangen... man sollte nix Trinken, wenn man es nicht verträgt...

Daraufhin gingen wir sofort auf Kosten des Alkis (der unsere Rechnung zahlen musste) aus der Bar umd machten uns auf den Weg in die 1+1 Disko, wo wir dieanderen Studis wieder trafen und noch einen schönen Abend hatten.

Uiuiui, das ist ja schon wieder so ein langer Bericht geworden... über den dritten und letzten Tag in Xian berichte ich das nächste mal :-)

Lieb Grüße,

Euer Chris


Kommentare

Hi,

na, ihr scheint ja den Trouble direkt magisch anzuziehen. Erst die Steinewerfer, dann die fliegenden Flaschen...

Scheint ein gefährliches Pflaster zu sein in xi´an. Bin mal gespannt, wie es bei uns wird, wenn wir da ankommen.

Hi Chris,

Daniels Kommentar kann ich mich nur anschliessen, bzgl. dessen, dass Du solche Situationen anscheinend anziehst...

Von hier gibts nix neues. Mumpf-Town rockt, wie immer...

Bald gehts ab gen Fiji...:-)

Grüssle, Selma

PS: Also, diese wundervollen Postkarten...vielen Dank! ;-)

ICh kann da wohl am Wenigsten dafür... bin ein absolut friedliebender Zeitgenosse :-)

es heißt wohl, dass in der grabstätte sehr viele "fallen" sind, die Qin Shi noch zu seiner lebzeit bauen ließ, da er wohl damit gerechnet hat, dass sein grab von seinen feinden geschändet wird... deshalb trauen sich wohl selbst archäologen nicht ganz, da rein zu gehen...

jaja, ich gehöre auch zu den chinesen, die alles glauben, was sie lesen... ;)

Hehe, der gemeine deutsche Studi ist eben sehr skeptisch was solche Erklärungen angeht ;-) Sehr hübsche Seite hast du übrigens :-)

Hallo Chris,
wie es scheint erlebst Du mal wieder allerhand und es ist immer interessant deine Eintraege zu verfolgen. Da wird man im Office schon ganz schoen neidisch. Weiter so! Am Liebsten wuerd ich meine Sachen packen und es Dir gleichtun, aber man kann halt leider nicht alles haben... *grrr*

Schade dass es im Herbst mit einem Treffen in Bangkok nicht geklappt hat. Muessen wir aber irgendwann mal nachholen, sei es in Muenchen oder anderswo.

Gruesse aus Thailand,
Philipp

P.S. Check mal diese HP aus, vielleicht ist es fuer weitere Trips in China von Nutzen: www.molon.de

Obacht geben, Chris:

Delikte die mit der Todesstrafe geahndet werden können (siehe auch ganz unten!!)


(CLPRC= Criminal Law of the People’s Republic of China 1997)
Absichtliche Verbreitung pathogener Krankheitskeime (z.B. SARS)
Befehlsverweigerung (CLPRC Streitkräfte Art. 422)
Behinderung militärischer Operationen (CLPRC Streitkräfte Art. 426)
Bestechung
Betrug mit Kreditkarten, Checks, Akkreditiven, oder Versicherungspolicen

(CLPRC Vermögensdelikte Art. 192, 194, 195)
Brandstiftung (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 115)
Desertation, Fahnenflucht (CLPRC Streitkräfte Art. 421, 430)
Diebstahl von Benzin
Diebstahl von Geheimdokumenten(CLPRC Gefährdung der Nationalen Sicherheit Art. 111)
Diebstahl von Schusswaffen, Munition oder Sprengstoff (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 127)
Diebstahl von Waffen aus militärischem Besitz (CLPRC Streitkräfte Art.370, 438, 439)
Entführung
Erpressung von Geständnissen (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 247) (bei Erfüllung Tatbestand Art. 232/234)
Feigheit vor dem Feind (CLPRC Streitkräfte Art. 423, 424)
Flugzeugentführung (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 121)
Gefängnisausbruch (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 317)
Geiselnahmen mit tödlichem Ausgang (TS zwingend) (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 239)
Geldfälschung (CLPRC Vermögensdelikte Art. 170)
Gewalttätigkeit
Handel mit Frauen und Kindern (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 240)
Herstellung oder Verkauf von gepanschten Medikamenten mit schweren Folgen beim Konsumenten (CLPRC Verbrechen gegen die sozialistische Marktwirtschaft Art. 141)
Herstellung, Schmuggel, Handel oder Transport von Opium, Methylaniline,
Betäubungsmitteln (CLPRC Drogenhandel Art. 347)
Herstellung und Vorführung pornographischen Materials
Hochverrat (CLPRC Gefährdung der Nationalen Sicherheit Art. 111)
Illegales Herstellen, Kaufen und Verkaufen von „dushuqiang“ (arsenhaltiges Rattengift)
Illegale Produktion oder Vertrieb von Schusswaffen, Munition oder
Sprengstoff (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 125
Körperverletzung mit Todesfolge oder mit bleibenden schweren Körperverletzungen (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 234)
(Schwere Fälle von) Korruption (CLPRC Korruption Art. 383)
Menschenhandel
Mord (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 232)
Plünderung archeologischer Ruinen und Gräber (CLPRC Verbrechen gegenkulturelles Erbgut Art. 328)
Raub (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 263)
Sabotage militärischer Einrichtungen und Materialien (CLPRC Streitkräfte Art. 369)
Sabotage öffentlicher Einrichtungen (CLPRC Gefährdung der öffentlichenSicherheit Art. 119)
Schmuggel von Waffen, Munition, nuklearen Materialien, oder gefälschten Banknoten (CLPRC Schmuggel Art. 151)
Schulung krimineller Methoden (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 295)
Schwere Körperverletzung
Schwerer Gemüsediebstahl
Senkung der Moral bei den Truppen (CLPRC Streitkräfte Art. 433)
Spekulation
Spionage (CLPRC Streitkräfte Art. 431)
Spionage (CLPRC Gefährdung der Nationalen Sicherheit Art. 110)
Sprengstoffanschläge (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art.115)
Steuerbetrug
Steuerhinterziehung (CLPRC Versicherungspolicen Art. 205, 206)
Totschlag (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 232)
Tötung bestimmter, besonders geschützter Tiere (z.B. Pandabär)
Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung (CLPRC Streitkräfte Art. 446)
Umsturzversuch
Unterschlagung
Verbrechen gegen kulturelles Erbgut
Vergewaltigung (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 236)
Vergiftungen (CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 115)
Verkauf schädlicher Lebensmittel
Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz
Veruntreuung
Waffenschmuggel (CLPRC Gefährdung der Nationalen Sicherheit Art. 112)
Weitergabe von Staatsgeheimnissen über das Internet (Tiananmen Papers, Januar 2001)
(Schwere Fälle von) Zerstörung von öffentlichen oder privaten Eigentum

(CLPRC Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Art. 115)
Zerstörung von Staudämmen (CLPRC Gefährdung der öffentlichen SicherheitArt. 115)
Zuhälterei (CLPRC Prostitution Art. 358) = Schubberei

oha!
na ich bin wie immer mit spannung dabei!
nur boschtkoarten sind koane angekommen! sauerei!

Ich kränkel hier derweil auch ne runde mit, allein ist ja sonst so langweilig!

Berlin61!!!!!!!!!!!!!!

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Zusammenfassung

So, nun gibt es den Report über den zweiten Tag in Xi'an und Umgebung. Am Vorabend hatten Padde, Thaddy und Dennis bereits eine organisierte Bustour zu den Sehenswürdigkeiten um Xian herum gebucht. Laut Lonely Planet gibt es zwei verschiedene Routen:...

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