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Noch mehr Sightseeing in Prag - Prager Burg, teure Regenschirme und weißer Glühwein

Dank der mangelhaften Planung durften wir am zweiten Tag in Prag erstmal unsere Koffer packen und 300 Meter in ein anderes Hostel umziehen. Luftlinie 300 Meter, tatsächlich war es doch etwas mehr im Straßengewirr. In der Pension Beta war dann alles viel besser, billiger, freundlicher und sauberer als im gammligen Alia Hostel. Sogar ein Frühstück für alle am selben Tag gabs für uns noch umsonst dazu. Sehr lobenswert.

Mit einigermaßen vollem Magen starteten wir also unsere Sightseeing-Tour durch Prag. Erstes Ziel war die Prager Burg, um von dort einen schönen Blick über die Stadt zu genießen und natürlich auch selbige zu besichtigen. Allerdings nur von außen, da wir kein größeres Interesse auf das Interieur hatten. Zwischen Sanssouci und Neuschwanstein passt halt keine Prager Burg mehr. Mit der Tram fuhren wir bis kurz die Burg und dann ging es durch einen Park zu Fuß weiter.

Auf dem Gelände der Burg angekommen schockten uns erstmal die Massen an Touristen. Überall drängelten sich die Reisegruppen rum, wodurch der eigentlich gute Eindruck der Architektur etwas litt. Ganz besonders deutlich wurde das bei der riesengroßen Warteschlange vor der Kathedrale. 50 Meter oder vielleicht sogar noch etwas mehr waren uns ganz klar etwas zu lang, nur um einen Blick zu erhaschen und dann gleich wieder rausgeschubst zu werden.


Außerdem wollten wir noch zur großen Wachablösung, wo mit viel Tam-Tam, Pathos und Fanfaren ein paar Männer in Tracht sich beim Nichtstun abwechselten. Auch dort wimmelte es wie nicht anders zu erwarten von größeren Ansammlungen von Kameraträgern. Irgendwie war das Spektakel der Wache schon ganz nett anzusehen, aber wie gesagt… die Touristen-Massen sind einfach nicht mein Fall.

Als es danach anfing, aus Kinderkübeln zu regnen, mussten wir uns zwangsläufig mit sündhaft teuren Regenschirmen eindecken. Angesichts des blauen Himmels am Morgen hatten wir nicht mit Schauern gerechnet und durften so für den Wucherpreis von ca. 16 Euro zwei niegelnagelneue Regenschirme in Empfang nehmen. Entgegen der Singapuri-Praxis gibts nämlich bei Regen keinen Discount, um die Leute ins Geschäft zu locken. Dennoch war das die sinnvollste Option, denn mit einem Regencape für wenig Geld rumlaufen sieht halt einfach nur bescheuert aus.


Schirm Eiiins!! Cape Nuuulllll!

Nachdem wir soviel Geld im "Souvenir"-Laden gelassen hatten, sparten wir uns das Geld für das Goldene Gässchen. Für eine Straße Eintritt zu verlangen ist schon eine interessante Geschäftsidee, die wir nicht unterstützen wollten. Stattdessen stiefelten wir wieder runter vom Berg.

Wohl dem, der dabei mit einem guten Profil an den Schuhsohlen aufwarten kann. Andernfalls könnte es einen öfters einmal auf den Hosenboden der Tatsachen verschlagen. Diese Schilderungen haben im Übrigen nix mit der Person auf dem folgenden Bild zu tun. :)

Dank Dauerregen fiel das restliche Sightseeing diverser Bürgchen, Palästchen und Kirchenchen etwas geringer aus und beschränkte sich auf Dialoge der Form "So, wir stehen auf Punkt 29 der Karte, da steht das Ding, haste-net-gesehen". Nach einigem Hin und Her, wo wir denn kurz für ein paar Drinks unterkommen könnten, landeten wir schließlich im Cafe Franz Kafka. Kafka in Prag… wie originell. Und so einzigartig, da ist bestimmt noch nie jemand darauf gekommen. ;) Immerhin lernten wir dort, dass es möglich ist, einen weißen Glühwein zu verkaufen. Der einhellige Konsens war, dass es wohl beim gut gemeinten Versuch der Etablierung eines neuen Szenegetränks bleiben wird.

Statt einer hochgestochenen Abendgestaltung in Form eines Besuchs eines klassischen Konzerts zogen wir es vor, in einer urigen tschechischen Kneipe einzukehren und dort billiges Bier und Wein zu konsumieren. Daneben gabs noch Knödel, einen von Unmengen von Gräten durchzogenen Karpfen und eine Menge Spaß. Die beizeiten gesichteten Arschfalten gehörten jedoch nicht zum ständigen Inventar.

Als Fazit von Prag bleib festzustellen, dass es nicht so toll war wie erwartet. Trotz der Nebensaison wimmelte es nur so von Touristen. Auch der manchmal klein geschriebene Service trübte das Bild und konnte die guten Eindrücke durch die sonst nette Atmosphäre der Stadt negativ beeinflussen. Ach ja, und Prag sollte man als Wochenendtrip machen, nicht als Teil einer größeren Reise, wo noch genügend andere Schlösser und Burgen auf dem Programm stehen.

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Zusammenfassung

Sightseeing in Prag - Prager Burg, Karlsbrücke, Goldenes Gässchen und teure Regenschirme

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