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Letzter Tag in Singapur – Warten im Ministry of Manpower, positives Blogger-Feedback und viel zu viele Abschiede

Am Montag, 30.04.07, hieß es ultimativ: letzter Tag in Singapur. So wie das bei mir üblich ist, war noch eine ganze Menge zu tun. Koffer packen und Postpaket losschicken, kurze Stippvisiten ins Office und ins Raffles Hospital. Eigentlich wäre das alles gar nicht allzu stressig, hätte da mal nicht wieder meine werte Human Resources Abteilung groben Unfug fabriziert. Details zu den Hintergründen gibts hier keine, aber das Resultat war, dass ich noch mal zum Ministry of Manpower stiefeln durfte, um mir dort einen Stempel abzuholen. Gut, das muss jeder tun, dessen Employment Pass ausläuft, aber so was könnte man ja durchaus besser zeitlich gestalten.

Wer das Prozedere beim MoM schon mal durchgemacht hat, kennt die langen Wartezeiten, die es zu Stoßzeiten dort gibt. Nachmittags und am letzten Tag des Monats … das geht sicherlich in Richtung Worst Case Szenario, denn da wollen sehr sehr sehr viele Leute ebenfalls ihren Pass loswerden.

Auf meinem schicken Q-Zettel stand in großen Lettern U034. U für "Cancellation of Employment Pass", 034 dürfte für Nummer 1034 oder 2034 gestanden haben. Schön, dass gerade Nummer 800 ausgerufen wurde. Ja, cool, so verbringt man gerne seinen letzten Tag in Singapur. Viele SMSen, manches Telefonat und 2 Stunden später hatte ich dann endlich meinen 3-minütigen Auftritt, der mir im Austausch für meine Green Card einen zusätzlichen Stempel in meinen Reisepass einbrachte. Eine super Sache, hab schon wesentlich mehr gelitten für diverse Stempel :)

Ein paar Erledigungen später war ich dann wieder im Plaza, um die restlichen Handgriffe in Sachen Kofferpacken zu erledigen. Irgendwann trudelte dann mein Zimmernachfolger ein, der sich schon lange im Voraus die Rechte an meinem verdreckten Loch meinem Traumzimmer gesichert hatte. :) Der Bursche hat eine kuriose Story zu bieten (die ich hier hoffentlich richtig wiedergebe, da ich sie selber nur aus 2. Hand hab): Zusage für Praktikum bekommen, Flug gebucht, in Singapur angekommen. Im Office meinten sie dann wohl zu ihm, dass sie es sich anders überlegt hätten und sie es vergessen hätten, ihm das mitzuteilen. Auf der Suche nach einem Ersatz-Job in Singapur konnte ihm dann ein Kollege von mir weiterhelfen und so kam er letzten Endes zu einem Praktikum bei einer weltweit bekannten Unternehmensberatung. Auch nicht schlecht. Von der Story hab ich am Freitag bei meinem Abschieds-Umtrunk erfahren, ohne die Person dazu zu kennen. Und dann übernimmt der Kerl mein Zimmer… die Welt ist einfach viel zu klein.

Danach ging es weiter in die Blu Jaz Bar, um Plaza-Bewohner-üblich dort noch schnell ein paar Jugs Tiger wegzudrücken und sich dann zu verabschieden. Wobei das doch ein eher kleiner Rahmen war, da das ja nicht mein erster Abschied war. Trotzdem nochmals Danke an Conny, Florian, Michelle und Nadine fürs Erscheinen. Als wir dann am Ende am Tränenbäche-heulen waren, sprach mich unverhofft eine bist dato unbekannte deutsche (?) Praktikantin (?) an: "Hey, bist du nicht der mit dem Blog? Das hat uns sehr geholfen." Geschmeichelt angesichts dieser Wertung in Kombination mit lobenden und dankenden Worten ging es dann mit einem fröhlichen Gesicht zurück ins Plaza. Wer auch immer du warst, du hast meine Stimmung an dem Tag sehr positiv beeinflusst. :)

Ein letzter Kampf mit dem Koffer musste noch geschlagen werden, bevor dieser endlich das tat, was auch ein randvoll gepackter Koffer tun muss: sich schließen. Gar nicht so einfach und das, obwohl ich hier eigentlich nicht viel am Shoppen war und außerdem ein paar Stunden zuvor noch ein Paket mit stolzen 11 kg auf dem Seeweg nach Deutschland verschickt hatte. Also mussten noch ein paar Klamotten ins Handgepäck und manches weitgehend wertfreie Produkt musste zurückbleiben. Zum Aufräumen war dafür aber keine Zeit mehr und so darf mein Nachfolger damit leben. Dafür hab ich auch noch ein paar Bier zurückgelassen, was entschädigen sollte.

Mit dem Taxi gings zum Flughafen, wo mir dann noch Kathleen und Hui Li bei Kaffee und Muffins eine gute Heimreise wünschten. Auch wenn ihr hinreichend Ausreden Gründe gesucht hab, warum ihr den Weg zum Changi Airport auf euch genommen habt, so weiß ich doch ganz genau, dass das nur meinetwegen gemacht wurde. Thank you, angels! :)

Um 2 Uhr nachts hob dann die Maschine Richtung Dubai ab und so fand dieses Kapitel Singapur sein Ende. Wobei ich mir sicher, dass der Changi Airport mich nicht das letzte Mal gesehen hat…



Kommentare

Tja, irgendwie bewegend so ein Abschied. Hab den Blog von Anfang an verfolgt, gerade aus dem Grund, da ich jetzt selbst in Singapur stehe und mein Praktikum mache. Vielen Dank für die Ausdauer beim schreiben, hat mir persönlich sehr geholfen zu wissen was man von Singapur erwarten kann. Das einzige was mir immer gefehlt hat waren ungefähre Preisangaben, aber da ich nie was gesagt hab, kann ich mich auch nicht beschweren. Hauf jedenfall großes Kino und sehr unterhaltsam.

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Zusammenfassung

Letzter Tag in Singapur – Warten im Ministry of Manpower, positives Blogger-Feedback und viel zu viele Abschiede

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