Wakeboarding in der Waterfront City auf Pulau Batam, Indonesien
Oft geplant, nie gemacht. So könnte man in aller Kürze meine Beziehung zum Wakeboarding auf der beschaulichen Insel Batam Island in Indonesien darstellen. Dort ist die sogenannte Waterfront City situiert, die ähnlich den Resorts im Norden Bintans vor allem von Bewohnern Singapurs heimgesucht wird. Unter anderem steht dort auch eine Cableski-Anlage, die Ziel meines wirklich allerletzten Ausflugs sein sollte. Vormittags mit der Fähre ab Harbourfront hin, dann den ganzen Tag Action und abends wieder zurück. Strammes Programm, so wie sich das gehört.

Bösen Zungen zufolge wollte ich da aber eh nur hin, da es wieder mal einen dicken Sticker und zwei Stempel in den Pass gibt. Ich lass das mal unkommentiert und fokussiere mich lieber auf das Geschichtenerzählen...
Treffpunkt war am Delifrance im Harbourfront Centre um 7:45 am Sonntagvormittag. D.h. so gegen 6:45 aufstehen. In einem Anfall von geistigem Scharfsinn hatte ich Daniel/Kathleen am Tag zuvor noch gesagt, dass sie mich um diese Zeit anrufen sollten, da ich vielleicht meinen Wecker verpassen könnte. Genau das geschah dann auch. 2 Alarme gestellt, beide ausgeschaltet oder überhört … erinnern kann ich mich auf jeden Fall daran nicht mehr (und das lag nicht am Alkohol in der Nacht zuvor). Erst der Anruf von Daniel riss mich dann rechtzeitig aus dem Bett. Vielen Dank dafür noch mal.
So konnten dann alle (d.h. Daniel, Hui Li, Kathleen, Marcel und vielleicht sogar auch ich) rechtzeitig sich vor Ort mit Cableski-Mann Mike treffen, der uns dann den ganzen Tag eifrig unter die Arme griff. Boarding-Pässe für die Fähre waren schon fertig vorbereitet, um Visa-Kram mussten wir uns auch nicht kümmern und die Einführung in Sachen Wakeboarding für die Cableski-Anfänger gabs auch noch dazu. So konnten wir uns also auf das Wesentliche konzentrieren… Sporteln und Spaß haben.
Mit der Penguin Empress Fähre ging es also vom Harbourfront Centre zur Anlegestelle der Waterfront City auf Batam Island. Weniger als eine Stunde dauerte die einigermaßen ruhige Überfahrt und schon ist man raus aus dem feinen Singapur und drauf auf Batam, das ansonsten hauptsächlich durch Fake-Waren, Glücksspiel, Prostitution und eine ganze Menge Dreck glänzt. Noch ein kurzer Hüpfer in einen kleinen Bus und schon waren wir an der Anlage.
Zu Beginn spendierte Mike der ganzen Truppe erstmal ein kühles Bier, was dankend angenommen wurde. Dann folgte die Einführung in die Technik der Anlage und wie man so als Anfänger ein Kneeboard bedient. Da ich schon mal darauf reingefallen war, mit dem Kneeboarding zu beginnen, hab ich mir gleich ein Wakeboard geschnappt. Nach 2-3 Fehlschlägen hatte ich dann das richtige Board für mich entdeckt und danach klappte es trotz einer erheblichen Müdigkeit in den Knochen (nicht nur durch Schlafmangel bedingt) mit dem Starten, was ja oftmals der schwierigste Teil ist.
Die anderen schlugen sich derweil mit den Kneeboards rum und wechselten erst nach und nach zu den Wakeboards. Von gutem Erfolg bis so gut wie gar kein Erfolg war da alles dabei. :) Und es soll sogar eine Person gegeben haben, die sogar recht zügig die Motivation verlor und sich danach hauptsächlich mit Sonnenbaden den Tag vertrieb.
Im Laufe der Zeit wurden die Fahrten immer länger und anfängliche Problemstellen wie die Kurve 3 wurden zu einfachsten Prüfungen. Nur die verflixte Kurve 5 zeigte mir sicher ein Dutzend mal meine Grenzen auf und bis kurz vor Schluss hatte ich dort nicht den richtigen Dreh raus. Der Wechsel auf ein Board ohne Fins brachte dann aber die nötigen Fortschritte und so klappte es dann auch mit dem Fahren einer kompletten Runde. Zum Abschluss des Tages meinte ich auch noch eine Rampe anfahren zu müssen. Obwohl ich die kleinste wählte, war der Aufschlag aufs Wasser doch ziemlich heftig. Gut, dass man so eine Pseudo-Schwimmweste bekam, die die empfindlichsten Stellen am Rumpf schützte.
Wo ich gerade Schutz erwähne. Anfangs nervte mich die Helmpflicht noch, aber als ich dann mal von einem direkt hinter mir ebenfalls aussteigenden Boarder seinen Bügel (unabsichtlich) an den Kopf gepfeffert bekam, freute ich mich doch sehr über die fehlende Kopfplatzwunde.
Aus der Rubrik "Erwähnenswert, aber noch nicht verbraten":
- Die übertriebene Zuneigung von Daniel zu einer der Rampen
- Der kleine Racker, der gerade mal 1 Monat lang auf dem Board stand und es den Großen zeigte
- Hui Li's Überwinden der Angst vor Hunden
- Hatte man dann den Dreh raus, konnte man auch mal einen Blick auf blauen Himmel und grüne Palmen richten.... mei, is des schee!!
Ein ums andere Mal ging es an den Startpunkt. Adrenalin machte es möglich und ließ auch sämtliche Bedenken bezüglich einsetzender Muskelprobleme in den folgenden Stunden ausgeblendet. Dementsprechend fertig waren dann auch alle auf dem Weg nach Hause. Trotzdem konnte die gesamte Truppe nach Besuch des Hawkers an der Harbourfront MRT noch auf einen Abstecher in die Villa Bali bewegen. Da wollte ich eh schon lange mal hin… Ein paar Drinks und viel Konversation später gings aber dann doch nach Hause.
Tür auf, Rucksack in die Ecke, Sprung aufs Bett. Nein, kein zweisames Prozedere, sondern meine alleinigen Handlungen. :) Irgendwann nachts wachte ich dann wieder auf… Tür offen, Licht an, Klamotten noch an… na ja, wenigstens ein Zeichen dafür, dass alles aus dem Körper herausgeholt wurde. :) Hätte ich echt noch öfter machen sollen in den Monaten zuvor. Tja, schade drum, aber gibt ja vielerorts solche Anlagen, sogar in Deutschland.
Zwei kurze Videos am Schluss, die ich erst vergessen hatte und jetzt nicht mehr den Text ändern will, da sie eigentlich gar nicht so spektakulär sind...
- Einmal der hochprofessionelle Start (jaja, schlagt den Amateur...)
- Und so schaut das aus, wenn man unterwegs rausgeflogen ist und dann zurückgebracht wird