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PADI Advanced Open Water Diver Tauchkurs auf Pulau Tioman – Tauchen in Malaysia

Nach einmal Fremdgehen in Sachen Urlaub durch den Abstecher nach Bintan Island (Indonesien) bin ich wieder Malaysia wieder treu geworden. Ziel war wieder mal eine malayische Insel im südchinesischen Meer, um genau zu sein Pulau Tioman. Dort kann man eigentlich nicht viel machen außer faul am Strand zu liegen, zu schnorcheln oder zu tauchen. Letzteres war dann auch der Anlass für den diesmaligen Ausflug.

Um meine vor Ewigkeiten in auf Koh Tao (Thailand) erworbenen Tauchfähigkeiten etwas zu vertiefen und auszubauen, machte ich mich also mal auf den weiten Weg vom Plaza zu Absolute Scuba in der Arab Street. Könnte aber auch nur einen Steinwurf von meiner Unterkunft entfernt gewesen sein. Dort hab ich mich für den Advanced Open Water Diver (AOWD) Kurs eingeschrieben, der einen binnen 2 Tagen vom Einsteiger zum Fortgeschrittenen befördert. Dies geschah zum einen durch eine 3-stündige Theorie-Einlage am Donnerstag vor der Abfahrt und zum anderen durch einige spezielle Tauchgänge vor Pulau Tioman. Am Freitag wurden also aufs Neue die Sachen gepackt und so ging es direkt nach der Arbeit schnell nach Hause und dann gleich weiter zur Tauchschule, von wo uns ein Minibus nach Mersing bringen sollte.

Wir, das waren neben meinem einen noch mein Konzern-Kollege und Tauch-Buddy Christian, der ebenfalls den AOWD-Kurs machte sowie Nadine, die nur aufs Leisure Diving aus war. Daneben waren noch Leo, Martin und Steffi dabei, die allesamt keine gesteigerte Lust aufs Tauchen hatten und sich somit auf die anderen beiden in der Einleitung genannten Aktivitäten auf Tioman fokussierten. Hab mich diesbezüglich zwar erstmal gefragt, ob es für das gepflegte Faulenzen nicht noch bessere Ziele als Pulao Tioman gibt, aber ich werde hier lieber mit Worten geizen. Mit einigen Monaten Vorsprung an Wissen erweist sich das Abdriften auf den Pfad von Arroganz und Großkotzigkeit nämlich oft einfacher als man es vermuten würde. :)

Am Donnerstag abend traf ich mich erstmal mit Christian nach der Arbeit, um sich im Food Court vor der langen Theorie-Session zu stärken. Ein Fried Fish Curry Hor Fun und dieses Mal ohne Curryflecken auf dem Hemd später zogen wir weiter zu unserer Tauchschule Absolute Scuba in der Arab Street. Da saßen wir dann auch bis kurz vor 11, um uns zuerst mit dem Auffrischen von Grundwissen aus dem Anfängerkurs sowie mit allerlei Material zu den Inhalten des AOWD-Kurses bombardieren zu lassen. Der Unterschied zum Einsteiger-Tauch-Zertifikat besteht eigentlich nur aus vertieftem Wissen und dass man ein paar Dinge mal einem Tauchlehrer zusammen gemäß den PADI-Vorschriften geübt hat. D.h. Navigations-Tauchen mit einem Kompass, Tieftauchen und Nachttauchen sowie als Specialty Dives z.B. Wracktauchen und Tauchen von einem Boot aus.

Am Freitag ging es dann ebenso pünktlich wieder Richtung Plaza Apartments, um noch schnell die letzten Handgriffe am längst nicht gepackten Backpack zu tätigen und dann die 200 Meter rüber zur Tauchschule. Nach erfolgtem Equipment-Check stiegen wir dann in unseren Minibus ein, der uns dann bis Mersing bringen sollte. Mersing ist quasi die Absprungstelle für fast alle Fahrten auf die in Küstennähe liegenden kleinen Inseln. Ob Rawa, Tioman, Aur, Dayang, Besar, Sibu oder wie die ganzen Pulau's auch heißen … der Weg führt zumeist über Mersing. Dennoch ging es dieses Mal nicht über den altbekannten Johor-Singapore Causeway (den Hauptgrenzübergang auf dem Landweg), sondern über den Tuas Second Link im Westen. Ziel war es, dem oftmals um diese Uhrzeit vorhandenen Stau am Causeway zu vermeiden, was zumindest kein Fehler war. Formalitäten an der Grenze waren wie immer schnell erledigt und so konnte zügig der Weg fortgesetzt werden.

Der Weg führte uns über die malayischen Autobahnen mit den tollen Speedbumps alle paar hundert Meter, die einem das Einpennen ziemlich erschweren. Bzw. unmöglich machen. Um nicht völlig entkräftet auf Tioman einzutreffen, wurde noch schnell in einem Food Court in Kota Tinggi Rast gemacht. Für den Wucherpreis von umgerechnet 80 Eurocent für einen Teller Mee Rebus, 25 Eurocent für ein Glas Iced Milo sowie kostenlosen Otahs (Fisch in Palmenblättern) in der Mitte des Tisches konnte man spottbillig sattwerden. Oder vielleicht sollte ich eher 'könnte' schreiben, denn ich war der Einzigste Einzige am Tisch, der richtig reingehauen hat. Nadine hatte nicht so recht Hunger und der Rest war wohl noch nicht lange genug vor Ort, um den Respekt vor einer fremden Mahlzeit im Food Court mit zweifelhaften hygienischen Bedingungen gänzlich abzulegen.

In Mersing kamen wir kurz vor Mitternacht an, um von dort aus dem Tauchboot nach Pulau Tioman zu fahren. Im Gegensatz zur halsbrecherischen Fahrt mit Wan nach Pulau Rawa ging es dieses Mal wesentlich gemächlicher zu. Ganze drei Stunden brauchten wir bis nach Tioman, die zum ausgeprägten Dösen genutzt wurden. Auf dem Deck wurde es dann im Laufe der Zeit ganz schön frisch. Pullover rausholen wär aber auch uncool gewesen und so hab ich mich dann irgendwann unter Deck verzogen, was gar nicht so einfach war, weil überall die ganzen Tauchkollegen rumlagen. Kurze Zeit später hieß es 'Land in Sicht'. Zügig wurden die Sachen gepackt, die Zimmer bezogen, die obligatorische Kakerlake im Badezimmer gekillt, geduscht und ab ins Bett. Um 8 Uhr früh sollte es ja schon losgehen mit dem Frühstück...

Am nächsten Morgen erstrahlte dann die Insel in ihrer vollen Pracht ... wobei ... hmm, ne, irgendwie hat mich das landschaftlich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Ganz im Gegensatz dazu fielen den Anfänger-Interns die Kinnladen runter und mehr als "Wahnsinn! Genau so hab ich mir das vorgestellt!" kam ihnen nicht mehr über die Lippen. Was wird man hier doch verdorben in seinen Ansprüchen bezüglich eines Urlaubs. Unter Paradies geht gar nix mehr. Doch für solche Gedanken war erstmal keine Zeit, denn nach dem spartanischen, aber magenfüllenden morgendlichen Gaumenschmaus sollte es auch bald wieder 'Leinen los' heißen.

Auf der durchaus als stramm zu bezeichnenden Agenda standen für Samstag 4 Tauchgänge und für Sonntag nochmal 2 Tauchgänge. Dazwischen immer wieder Erholungspausen, Essen & Trinken und Briefings. Beim ersten Abstieg unter Wasser wurde erstmal gecheckt, ob das Equipment 100% in Ordnung ist und danach folgte das Navigations-Training. D.h. man schwimmt mit einem Kompass bewaffnet und versucht z.B. im Quadrat zu schwimmen. Oder man zählt die Anzahl der Beinschläge, die man für eine bestimmte Strecke benötigt. Gibt sicher spannendere Dinge... :)

Tauchgang Nummer 2: Tieftauchen. Blub-blub in 30 Meter Tiefe. Auch das muss mal mit einem Dive Instructor geübt werden, da in dieser Tiefe die Auswirkungen auf den Körper anders sind als in geringerer Tiefe. Von der oft erwähnten Stickstoffnarkose hab ich leider nichts mitbekommen. Hirn hat auch noch gut gearbeitet und so stellten die Spielereien wie Name rückwärts aufschreiben und Mathe-Aufgaben bewältigen kein Problem dar. Mit der verbalen Kommunikation wäre es natürlich schwierig gewesen, also wurde das mit Stift und Zeichenbrett erledigt.

Im Tauchgang Nummer drei konnten wir dann unsere neuen Kenntnisse aus dem ersten Dive anwenden. Aufgabe war es, eigenständig um einen größeren Felsen rumzuschwimmen, während sich der Herr Tauchlehrer ganz weit im Wasser zurücklehnte. Mit Kompass und der Orientierung durch das abfallende Korallenriff gestaltete sich das als gar nicht so schwierig.

Direkt nach Einbruch der Dunkelheit stand dann das Nachttauchen an. Komisches Gefühl, wenn es um einen herum stockduster ist und die Taschenlampen der Tauchgruppe die einzigen Lichtqeullen sind, die einem den Weg weisen. Beim Abstieg war ich erstmal völlig überfordert mit der Situation und hätte beinahe mit einem Seeigel einen territorialen Kampf geführt. Nach der visuellen Akklimatisierung stoppten wir dann alle und der Dive Instructor gab das Signal 'Lights off'. D.h. alle haben ihre Lampen ausgeschaltet, wodurch es komplett finster war. Bis sich dann die Augen daran gewöhnt hatten und man vereinzelt fluoreszierendes Plankton & Co. rumschwimmen sah. Hier und da wurden dann noch Oktopusse und Krabben gesichtet, die man nur nachts erspähen kann. In Summe also ein etwas anderes Erlebnis, etwas beklemmend am Anfang, aber doch ganz cool im Laufe der Zeit.

Mit dem vergleichsweise frühen Nachlassen der frisch gekauften hochqualitativen malayischen Batterien endete der nächtliche Ausflug unter die Meeresoberfläche. Ein letztes Mal hieß es, sich aus den Wetsuits herauszuquälen und das restliche Equipment aufzuräumen. Danach wartete schon das abendliche Buffet auf uns. Viele Teller später wurden die verbleibenden Luftkammern im Magen auch noch günstigem vergorenem Reiswasser gefüllt. Der Status von Tioman als Duty-Free-Zone sichert das etwas grotesk wirkende Faktum, dass ein Tiger Beer auf Tioman billiger ist als in Singapur, wo es eigentlich gebraut wird. Gemäß dem Motto 'Don't drink and dive' ging es kein Sixpack später aber schon ins Bett. Auch unter dem Gesichtspunkt eines Aufstehens um 6 Uhr sicherlich keine schlechte Entscheidung.

Im Morgengrauen ging es also zurück aufs Tauchboot, um Tauchgang 5 anzustreben. Der sollte es dann absolut in sich haben. Zuerst tauchten wir ab in einem Gebiet, wo sich am Meeresgrund ein gutes Dutzend Schiffwracks befinden. Angeblich Ursprünglich waren das mal böse thailändische Fischerboote, die illegal in malaiischen Gewässern ihrer Arbeit nachgingen. Nach der Konfiszierung durch die heroische malaiische Küstenwache wurden die Boote in einer günstigen Position versenkt, sodass sich dort Flora und Fauna, Fische und so halbstarke Taucher wie wir richtig austoben können. War cool dort unten, wenngleich wir noch nicht in die Wracks reintauchen durften, da das solchen Leuten vorbehalten ist (bzw. sein sollte), die einen entsprechenden Kurs belegt haben

Nachdem wir also die Wracks besichtigt hatten, ging es noch ein paar Meter weiter an eine Anlegestelle, wo sich große Fischschulen tummelten. Wir also mitten rein und schon waren wir umgeben von hunderten oder wohl eher tausenden von Fischen. Unser Tauchlehrer hatte einen Beutel mit Toastbrot dabei, das wir dann großzügigerweise an die Fische verfütterten. Schau mir in die Augen, kleiner Fisch. Die Viecher haben uns das Zeug buchstäblich aus der Hand gefressen. Die Hand hätten sie auch gerne mitgegessen, sodass die Haut meiner beiden Zeigefinger heute noch mit einigen Lücken versehen ist. Irgendwann kam dann noch der große Christian-Fisch vorbei und wollte auch was vom Schmaus abhaben, was doch sehr für Erheiterung sorgte.

Der letzte Tauchgang war dann wieder ein reiner Fun-Dive, wo wir um ein großes Korallenriff rumschwimmen durften. Nicht ganz so spektakulär wie der Dive zuvor, aber dafür konnte ich dann endlich mal ein paar dicke Schildkröten live und in Farbe in freier Natur sehen. Irgendwie mag ich die Viecher. Nicht nur gekocht. Ansonsten gabs da noch Stingrays, Tintenfische, Moränen, Barracudas, Octopusse, Angelfishes, Clownfische und unzählige kleinere Fischarten zu sehen. Leider wieder keine Haie, aber das wird schon noch. Ahja, die Korallen waren auch noch ganz hübsch und in allerlei Farben zu begutachten, wenngleich ich mich persönlich da relativ schnell sattsehe. Reichlich erschöpft gings dann zum letzten Mal wieder raus aus dem Wasser.

Nach dem Tauchen ist vor dem EssenDuschenSachenpackenAuscheckenZurückfahren, was in ziemlichem Staccato ablief, da wir zügig zurück aufs Festland wollten. Man will ja so schnell wie möglich wieder in Singapur sein, um am Montag wieder fit zu sein. Auf dem Boot hab ich noch eine Runde gepennt und in Mersing ging es dann glücklicherweise in einen großen Bus, der die Unebenheiten der malaiischen Straßen besser abfedern konnte.

Abends in Singapur angekommen konnte ich dann noch einige neidvolle Blicke eniheimsen, da mein Heimweg von der Tauchschule zurück ins Plaza ja nicht wirklich groß dimensiert ist. Am Dienstag werde ich dann noch mal in die Tauchschule gehen, um die ganzen Daten ins Logbuch einzutragen, die Formulare für die AOWD-Karte auszufüllen und über weitere Tauchtripps vollquatschen zu lassen. Auf den Vorschlag, danach Durian futtern zu gehen, bin ich zwar eingegangen, habe aber dankend im Voraus mein Desinteresse signalisiert. Einmal im Leben reicht. Wobei bei Nadine und Christian doch eine gewisses Neugier geweckt wurde... Mutig, mutig. Vielleicht ist ja für mich noch eine andere örtliche Widerlichkeit Spezialität greifbar. Ein paar Bierchen sollten allemal drin sein.

Wie immer am Schluss ein kurzes Fazit:
Ziel erfüllt, ich darf mich hochoffiziell als von PADI zertifizierter Advanced Open Water Diver schimpfen und muss mich somit nicht länger von den Fortgeschrittenen diskriminieren lassen. Auch wenn ich weiterhin auf meinen ersten Walhai warten muss, war es doch ein lohnenswertes Erlebnis. Mal gucken, ob sich das in absehbarer Zeit wiederholen lässt...



Kommentare

Als noch erwaehnenswert wuerde ich folgendes erachten:

Nachdem wir beim ersten Tauchgang mit dem Kompass-Navigationstraining leichte Probleme bekommen hatten, aufgrund eines Bootes das genau auf unserer Navigationsroute geankert hat, ereignete sich beim dritten Tauchgang folgendes..
immer wenn man beim Tauchen das Geraeusch eines vorbeibrausenden Motorbootes hoerte, haben die Augen des Tauchlehrers aufmerksam Kreisbewegungen vollzogen. Nach Sichtung des jeweiligen Bootes wurde dann entspannt weitergetaucht. Bei diesem Tauchgang allerdings haben sich die Kreisbewegungen nach Sichtung des Bootes in ein unentspanntes Starren abgeaendert. Warum?

Martin (Tauchlehrer) und ich gurkten irgendwo in der Naehe des Bodens rum waehrend Harald seelenruhig in der Naehe der Oberflaeche trieb. Etwa 2m ueber ihm sauste dann ein Boot samt Motorschraube vorbei. Martin hat kurz ueberlegt ob er Harald runterziehen kann und seine Hand ausgestreckt. Aber die war halt nich 5m lang. Also abwarten was passiert. Boot saust hinweg, Harald glotzt warum wir denn so doof glotzen (hast du das ueberhaupt mitbekommen?) und als nichts passiert ist wurde halt weitergetaucht.

Spaeter auf dem Boot sagte Martin dann, dass alles halb so schlimm war. Harald waehre nicht von der Schraube in Scheiben geschnitten worden, weil diese durch ein Holzbrett geschuetzt ist. Er haette sich hoechstens ne ordentliche Headache abgeholt.
Achso, dann is ja gut

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Zusammenfassung

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