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Pulau Rawa - Urlaub im Paradies - Insel-Urlaub vor der Ostküste von Malaysia

Hurra, hurra, der Monsun ist vorbei! Auch wenn mancher das gar nicht glauben kann angesichts der wieder aufflammenden Niederschläge in Singapur Ende Februar/Anfang März... Eine der für reisefreudige Menschen wichtigsten Konsequenzen ist dabei, dass u.a. die Inseln an der Ostküste Malaysia (Festland) wieder ihre Pforten öffnen. Das heißt dann, dass man für richtig wenig Geld und in wenigen Stunden von Singapur aus einen Kurztripp ins Paradies machen kann.

Bei derartigen Rahmenbedingungen lässt sich natürlich der gemeine Praktikant hier nicht zweimal fragen, ob man nicht die erste Gelegenheit nutzen sollte, die vorhandenen Möglichkeiten wahrzunehmen. Das Ziel sollte Pulau Rawa sein, eines der Prachtstücke der ostmalayischen Inseln. Gerade mal 1km in der Länge und 200m in der Breite, feinster Sandstrand, klares Wasser, Sonnenschein von morgens bis abends, keine lärmenden Speedboats und Jetskis... also relaxen bis der Arzt kommt. Das Ganze abseits von überdimensionierten Resorts, dicken Pauschalurlaubern und zotigen Backpackern.

Da wir nicht die Einzigen waren, die auf diese Idee gekommen waren, war bereits mehrere Wochen vor der geplanten Fahrt fast alles ausgebucht und so mussten wir mit 2 Hütten auskommen. Die Nachfrage war dadurch größer als das Angebot und so wurde bei 8 Leuten ein Schlussstrich gezogen. Schade eigentlich, aber auch so war es eine coole Truppe.

Als wichtigste Vorbereitung auf die Reise stand für mich Gesundwerden ganz oben auf der Prioritätenliste. Schließlich war ich ja von Mittwoch bis Donnerstag noch stationär im Raffles Hospital. Freitags gings mir dann auch noch nicht so prickelnd, aber nach einigem geistigen Hin und Her zwischen "Frust schieben in Singapur" und "Leiden auf der Fahrt" entschied ich mich dann doch für die Variante "Heute noch halb tot, morgen schon rot". Haben zwar einige den Kopf darüber geschüttelt, dass ich mit Antibiotika-bedingtem Ausschlag am ganzen Körper und einem Beutel voller Medikamente auf Inseltour gehe, aber ich hab mich fit genug gefühlt und im Nachhinein kann ich ganz klar sagen, dass es die richtige Wahl war.

Organisiert war ja eh schon alles. Gemäß Plan Taxi ab Gateway direkt neben den Plaza Apartments, dann Umsteigen in den Minibus und dann aufs Speedboat. Antizipierter Aufwand für den kranken alten Mann: 500 Schritte. Danke an dieser Stelle noch mal an Daniel und Henning für die perfekte Organisation von Bus und Boot. Zum vereinbarten Treffpunkt mit Daniel meldete sich dann mal wieder der Wettergott Singapurs zu Wort und so konnte ich mir sogar die 100 Schritte zum Gateway sparen. Also gings direkt ab Plaza los und von dort aus zum Siemens Centre, um den Rest der Reisegruppe aufzugabeln.

Dort traf dann auch nach kurzer Wartezeit unser gecharteter Minibus ein. Gepäck rein, Tür zu, und ab ging die Post zur Grenze von Singapur zu Malaysia. Nach den Einreiseformalitäten fuhren wir dann erstmal in irgendeine schummrige Straße, wo ein anderer Fahrer zustieg… aus welchem Grund auch immer. :)

Die Busfahrt nach Mersing war so wie man es sich eben von einer Busfahrt in Malaysia vorstellt: haarsträubend bis halsbrecherisch … nix für schwache Herzen. Früh am Gas und dafür umso später auf der Bremse sollte dann erstmal das Motto des Fahrers sein. Einige waghalsige Überholmanöver später sorgten besorgte Schreie der Mädels dafür, dass das Tempo etwas moderater wurde. Die Konsequenz davon war allerdings, dass wir immer wieder minutenlang den vorausfahrenden Autos im Getriebe hingen. Sicherheitsabstand? Nie gehört. Die Krönung war jedoch der Gefahrengut-Laster, der nicht nur schön blinkende Warnlichter sein Eigen nannte, sondern auch fleißig per Lichthupe signalisierte, dass unser einen Bruchteil so schwere Kleinbus doch mal bitte Platz machen sollte. Einfach herrlich! So wurde einem dann aber wenigstens nicht langweilig. :)

In der Hafenstadt Mersing angekommen wartete auch schon der dauerbekiffte Hängematten-Man auf uns. Oder zumindest redete Daniel immer so über den. Mit dem Speedboat gings durch die Dunkelheit in – wie die Bezeichnung schon erahnen lässt – äußerst beherztem Tempo nach Pulau Rawa. In den ca. 45 Minuten blieb kein Auge trocken und so mancher Hintern erfuhr den einen oder anderen eher unsanften Kontakt mit dem Boot, nachdem man wieder mal nach einer größeren Welle abhob. Auch dies konnte man als ein durchaus kurzweiliges Erlebenis bezeichnen.

Auf Rawa angekommen hieß es erstmal die 5 Jungs und 3 Mädels auf die zwei Zimmer aufteilen. Da ich zielsicher den Raum im Erdgeschoss ansteuerte und das die Mädels wohl eh vorhatten, kam ich in den Genuss, ins Mädelzimmer zu dürfen. Erste Aufgabe war dann erstmal das Entsorgen des Wurms, der sich im Zimmer rumschlängelte. Später soll es noch irgendwo eine ziemlich haarige Spinne mit 2-Euro-Stück großem Körper gegeben haben, die ich allerdings nie begutachten konnte. Weitere Nebeneffekte dieser Unterkunfts-Konstellation war dann u.a. das zehnmalige Anhören von "du kannst jetzt nicht rein", weil wohl wieder jemand ihrem unbefleckten Körper ein neues Outfit verpassen musste. Naja, egal, dafür muss ich mich eben nicht für mein (angeblich) lautes Schnarchen entschuldigen.

Untergekommen sind wir im Le Club Rawa, sozusagen die Budget Accomodition auf Rawa. Von der Ausstattung waren die Hütten allesamt auf ein sehr schlichtes Maß reduziert. Späße wie eine Klimaanlage oder gar einen Fernseher sucht man dort vergeblich. Selbst auf einen Duschkopf kann man für 2 Tage verzichten, was wir eigenhändig austesteten. Letzten Endes war das aber auch die Intention unseres Abenteuer-Urlaub light… Verzicht auf Luxus im Tausch gegen eine richtig coole Atmosphäre. Wer dennoch einen gewissen Standard wahren will, der kann gleich nebenan ins Safari Resort gehen. Dieses bringt für etwas mehr Geld zwar einen höheren Komfort mit sich, kann aber nicht mit demselben angenehmen Flair aufwarten. Muss jeder für sich selbst entscheiden, was einem besser gefällt.

Am Freitag abend hieß es nach erfolgtem Check-In erstmal Klamotten wechseln. Raus aus den Straßenoutfits, rein in die Badesachen und ab ins Wasser. Da das ganz schön anstrengend ist, gabs hinterher bis weit in die Nacht hinein noch den einen oder anderen Drink an der Bar, für manche sogar in nicht mehr ganz homöopathischen Dosen. Da ich noch fleißig am Futtern von Antibiotika war, hieß es allerdings für mich Pfoten weg vom Alkohol. War gar nicht so einfach, aber ich hab mich dran gehalten. Im Gegensatz zu der anderen Mitreisenden mit selbigem "Problem". Die durfte sich Samstag früh dann auch gleich das Frühstück noch mal durch den Kopf gehen lassen.

Am nächsten Morgen erstrahlte dann die Insel in ihrem vollen Glanz. Blauer Himmel, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser, satte grüne Vegetation. Einfach klasse, wie im Prospekt, nur ohne Photoshop. Nach erfolgter Stärkung im Strand-Restaurant gings erstmal ins Wasser. Danach wurde erstmal am Strand gechillt. Als das dann zu langatmig wurde, wurden flugs die Schnorchel ausgepackt. Mit Weltklasse-Korallenriffen kann Rawa leider nicht glänzen, aber dafür war die Fische-Vielfalt wirklich enorm. Die ganz großen Fische gabs zwar nicht, aber ein paar Stingrays, einen kleinen Hai und ein paar Barracudas konnte ich zumindest sichten. Der vermutlich ungewaschene ******* (Name der Redaktion bekannt) konnte sogar mit einem eigenen Putzerfisch aufwarten, der in Brustnähe wohl ein vorzügliches Mittagswahl gönnte.


Anderen beim Essen zuschauen macht hungrig, also gings nach dem Schnorcheln den weiten Weg zurück zum Restaurant. Ums Chili musste ich zwar weiterhin einen Bogen machen, aber die Auswahl war groß genug und so fand ein leckeres Lemon Chicken den Weg auf den Teller. Zwischen ausgiebigem Sonnenbaden gings zur Abkühlung gelegentlich mal wieder ins Wasser, dann wurde auch mal wie bekloppt über den Sand gehüpft und später hechteten wir alle mal von der Anlegestelle kopfüber ins Wasser. Herausforderung des Tages war dann sozusagen als Einstimmung auf das Besteigen des Mount Kinabalu am Wochenende darauf das Erklimmen das "Mount Rawa". Etwas übertrieben vielleicht bei vielleicht 50 Höhenmetern, aber anstrengend ist das bei 30°C dennoch. Gelohnt hat sich es auf jeden Fall und ein Abenteuer war es obendrein, da nicht wirklich viel zu einem Unglück fehlte. Da wärs ganz schön steil runter gegangen, gell Conny? :)

Der Beinahe-Absturz:

Als die Sonne dann mal weg war, haben wir uns alle mal richtig fein rausgeputzt. D.h. in Rawa-Maßstäben: T-Shirt anziehen. Anlass war das Barbecue des Le Club Rawa, wo bei Fackeln- und Kerzenlicht reichlich leckeres Seafood aufgetischt wurde. Unter anderem lag auch ein richtig großer Fisch auf dem Buffet-Tisch. Wie das Viech gefangen wurde, konnten wir am Sonntag früh erfahren. Die Leute fahren ausgestattet mit einer großen Harpune raus mit dem Boot und schießen sich dann an einem geeigneten Ort den nächstbesten großen Fisch. Schalentiere fanden auch noch den Weg auf den Teller. Wer da nicht satt wurde, dem kann auch nicht mehr geholfen werden.


Am Sonntag wurde nicht viel Anderes angestellt wie schon am Samstag. Sonnen, Baden, Sonnen, Schnorcheln, Sonnenbrand begutachten, Essen, Sonnen. Mit fast allen Jungs gings dann noch in den Norden der Insel, was man im Nachhinein allerdings nicht unbedingt als spektakulär bezeichnen könnte. Ein paar Fotos gabs trotzdem und dass diese jetzt online sind, verdanken wir der Tatsache, dass meine Kamera nach dem Sturz aus 3 Metern Höhe nicht ins Wasser flog, sondern weitgehend ohne Blessuren auf dem Holz liegen blieb. Schlauer machte es da Florian, der in der Hängematte das tat, was er in den vorherigen 40 Stunden eh die ganze Zeit gemacht hatte … vor sich hin schlummern.

Irgendwann am Nachmittag hieß es dann mal wieder Sachen packen. Eigentlich schade, aber einerseits musste man ja am Montag wieder arbeiten und andererseits reichen 2 Tage Quasi-Nix-Tun auch erstmal voll aus. Soviel gibts ja auf Pulau Rawa nicht zu tun. :) Wenn man natürlich der Typus Mensch ist, der sich im Urlaub 2 Wochen lang nur an den Pool begibt und dem das ausreicht, der kann natürlich auch noch länger Erfüllung finden.

Auf der Rückfahrt probierte der Busfahrer erstmal wieder sein rennfahrerisches Glück, wurde aber schnell von den "not-so-fast"-Rufen eingebremst. Ansonsten gabs noch viele, viele Palmenplantagen und ein paar Affen zu sehen… das wars dann aber auch. An der Grenze hatten wir das Glück, nicht wie bei früheren Fahrten geschehen 2 Stunden warten zu müssen. Auf der Singapur-Seite mussten wir allerdings eine Weile Däumchen drehen, da der Bus angeblich durchsucht wurde. Nach Alkohol, Drogen, Kaugummis oder was auch immer. Naja, auch das ging vorüber und so kamen wir sogar einigermaßen früh nach Hause und konnten noch genügend Schlaf für den Start in die kommende Woche einsammeln.

Fazit: Richtig schön wars, so muss Erholung sein! Stressfreier Transfer, coole Leute, tolle Insel, einfach eine geile Zeit. Und das alles für nicht viel mehr Geld als man für ein übliches Singapur-Wochenende loswerden würde. Kann ich bedenkenlos jedem weiterempfehlen, der sich mal in der Nähe befindet.

So, und als Abschluss gibts noch ein Video, wie man den weiten Weg vom Bungalow zum Strand bewältigt...

Und hier noch ein Wunderwerk der Natur:



Kommentare

Eigentlich wollte ich die Bilder aus Protest ned lesen... unverschämt, dass man einfach so ein Wochenende auf ner Trauminsel verbringen kann O_o

Was macht die dreckige DA?

Hey Sie!

ja, ich moechte mich auch vielmals dafuer entschuldigen, dass ich diesen trip gemacht habe. das war echt nicht fair

Was hast denn mit der Seite hier gaymacht? Warum ist alles zentriert?

Biste mit der DA nun durch oder zumindest weitergaykommen?

object-tag zuviel, jetzt isses weg

da stagniert

Hallo Inselträumer
Denkt daran, wenn Ihr das nächste Mal nach Rawa kommt: nicht alle können es so geniessen wie Ihr. Der neue Executiv Manager ab August ist der Vater meiner Kinder - wir bleiben zurück in der Schweiz und die Maloche ist echt weniger romantisch hier...!. Besuch beim Papi liegt nicht drin...
Wer meinen Kindern/uns mal einen Papi-Besuch ermöglichen möchte, darf gerne auf folgendes Konto spenden.


[ Kontoinfos entfernt - die Redaktion ]


Herzlichen Dank - und denkt ein wenig an uns, wenn Ihr Euch ins lauwarme südchinesische Meer stürzt, am Abend grillt und bis um 3 h mit Aziz, dem vielfachen Vater an der Bar schäkert und flirtet!

Falls Ihr Kommentare schickt: nur seriöse Absender willkommen (zero tolerance).

Vielen Dank und schöne Ferien

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