Tag 9 - Sightseeing in Yangon, Teil 2: Shwedagon Pagoda, Chauktatgyi Paya, Dinner über den Straßen Yangons im Sakura Tower
Früh aufstehen, Koffer packen, hastig Essen, Fahrt zum Flughafen. Da es langweilig werden dürfte, wenn ich das zum x-ten Mal ausformuliere, verzichte ich mal auf ganze Sätze. Die Fahrt zum Flughafen war ganz angenehm, da sie dank viel Kommunikation mit den beiden Österreichern schnell vorüber ging. Am Heho Airport angekommen gabs erstmal schlechte Neuigkeiten. Statt dem gebuchten Direktflug sollte es eine Zwischenlandung in Shantwe (Ngapali) geben. Na klasse, d.h. 1,5 Stunden später in Yangon und somit noch weniger Zeit im dicht gedrängten Zeitplan.
Ein Musterbeispiel in Sachen Sicherheit am Flughafen lieferten die Behörden in Heho. Da der Metalldetektor nicht funktionierte, durfte man einfach so durchlaufen. Durchleuchten des Gepäcks und Abtasten Fehlanzeige. Meine Bomben und das Messerset konnten somit ungehindert mitfliegen. Naja, besser als sich von oben bis unten begrapschen lassen zu müssen.
Der letzte Flug von Shantwe nach Yangon war passenderweise der Unruhigste der ganzen Reise. Nur noch Gewackel beim Landeanflug. War ja auch schon die 5. Landung des Flugzeugs an diesem Tag. Danach durfte ich noch gefühlte Ewigkeiten auf mein Gepäck warten, das keine 50 Meter entfernt auf dem Rollfeld lag und irgendwie keine Sau sich zuständig befand, mal die restlichen Koffer auszuräumen. Mit buddhistischer Ausgeglichenheit braucht mir da keiner mehr kommen…
Naja, dann ab ins Taxi, alles Routine bereits in Yangon. Nach dem Check-In ins Hotel ging es direkt zum absoluten Highlight meiner Rundreise durch Myanmar. Shwedagon Pagoda. 98 Meter hoch und der ganze Stolz des Landes. Neben der Haupt-Stupa befinden sich unzählige kleinere und größere Gebäude auf dem Areal, die dem geneigten Buddhisten die Zunge schnalzen lassen. Der Tourist in mir ließ dagegen die Pfoten nicht von der Kamera. Hatte ein bisschen den Charakter von Heimzahlen, da dieses Mal ausnahmsweise nicht ich das Tier war, auf das alle gafften oder Witze rissen und dann hinter vorgehaltener Hand lachten. Nein, jetzt war ich im Zoo. Nach 2 Runden mit unzähligen Fotos, dem obligatorischen Daumen-Shot und viel schwerfälligem Lächeln war dann aber auch mal wieder Schluss. Das Ergebnis gibt’s hier zu sehen:
Und um ganz ehrlich zu sein hing der Kiefer nicht auf Knöchelhöhe. Klar, das war ein beeindruckender Ort und ein tolles Erlebnis, aber irgendwie fehlte der Wow-Faktor, was vermutlich an mir selbst lag. Zuviele Tempel, Pagoden, Schreine, Klöster, etc. in den letzten Tagen. Der Sightseeing-Burnout war da und die Aufnahmekapazität näherte sich gegen 0. Ich beschloss folglich den Besuch des größten Marktes Yangons sausen zu lassen, damit ich ein paar Minuten Ruhe haben würde vor dem erneuten Besuchen der Pagode in der Nacht.
Nächste Station war die Chaukhtatgyi Pagoda, deren (einziges) Highlight ein riesengroßer Reclining Buddha ist. Hab zwar nicht nachgemessen und auch keine Daten zur Hand, aber von meinem räumlichen Empfinden her größer als der in Wat Po (Bangkok). Und vor allem war mehr Platz und nicht so viele Touristen. Sogar eine Treppe zum Fotografieren gabs, um das Ding in voller Größe festzuhalten. Was der Herr hier allerdings für böse Dinge gegenüber den "nats" angestellt hat, blieb mir leider verborgen.
Einmal über die Straße stolperte ich dann zur Ngahtatgyi Pagoda. Die wollten doch glatt 2 US-Dollar Eintritt. Für einen sitzenden Buddha. Ha, nicht mit mir. Davon hatte ich echt genug gesehen … und sei das Ding auch 20 Meter hoch … zahlen wollte ich nicht mehr dafür. Also drehte ich um und es ging zurück ins Hotel.
Nach ein paar Minuten Ruhepause wurde ausgiebig geduscht und fein gemacht für das Restaurant im 20. Stock des Sakura Tower. Nach dem Fiasko beim letzten Mal vor 8 Tagen wollte ich es dieses Mal in der Thiripyitsaya Sky Lounge besser machen. Gesagt, getan. Nach dem ersten Mal Haarewaschen mit Shampoo nach 9 Tagen (ja, das war schon ziemlich verfilzt) fühlte ich mich schon ein ganzes bisschen angemessener aussehend. Dann runter zum Taxi, wo ich auf meinen 20% Discount bestand und so wurden aus 2500 Kyat ein bisschen weniger. Hab ich den Taxler wohl wieder um zwei Feierabendbierchen gebracht.
Da es noch zu hell war, ging es am Sakura Tower angekommen ins Café Aroma, eine Art Starbucks für ganz Arme Killiney für Arme Coffee-House Myanmar Style. Der qualitative Unterschied des lokalen Iced Caramel Macchiato ist zwar spürbar verglichen mit dem Starbuck'schen Gesöff, rechtfertigt aber in keinem Fall den 5-fachen Preis. Mit Einbrechen der Dunkelheit ging es dann tatsächlich in den mittlerweile schon fast vertrauten 20. Stock.
Das Restaurant ist echt cool. Schlicht, und dennoch stylisch. Zum Abendessen gabs ein paar Frühlingsrollen, Green Fish Curry und zum Dessert zwei Kugeln Eis. Damit die Kehle nicht austrocknet, noch ein Wasser und ein großes Tiger Beer. Bei letzterem hatte ich eh sehr zurückgehalten während der gesamten Reise und es bei 4 Stück belassen. Nein, nicht 4 Bier pro Tag! :) Alleine trinken macht nun mal keinen Spaß, mit Mönchen geht’s nicht und mit anderen Backpackern wollte ich nicht, spätestens nach dem brutalen Gesabbel der Typen am Nachbarstisch in Bagan. Durch das fleißige Notizenschreiben bei den meisten Abendessen konnten wahrscheinlich viele Icebreaker-Ansätze im Keim erstickt werden. :)
Alles zusammen kostete das Abendessen in dieser exklusiven Lage nicht mal 10 Euro. Für Myanmar Verhältnisse sicher ein stolzer Tarif, aber im Equinox im Swissotel The Stamford in Singapur zahl ich allein fürs Bier den Preis. Außerdem musste ich noch ein paar Kyat loswerden, die außerhalb von Myanmar weniger Wert besitzen als Monopoly-Spielgeld. Das Essen war top, die 360° Sicht sowieso… eine rundum gelungen Aktion (tm).
Mit platzendem Magen stand Shwedagon Pagoda @ Night als letzter Tagesordnungspunkt an. Ich beschloss, einen kleinen Verdauungsspaziergang zu machen und die 1,5km dorthin zu laufen. Auf dem Weg meinte ein Local, mich ungefragt "begleiten" zu müssen. Begleiten heißt hierbei, etwa 5 Meter Abstand zu halten und meine später dann vorgenommenen Tempowechsel mitzumachen. Eine inszenierte Trinkpause meinerseits später stoppte er dann etwa 20 Meter vor mir. Dann latschte ich weiter. Im Vorbeigehen murmelte er mir irgendwas zu, was ich aber nicht verstand. Ob er mir Drogen oder eine "Lady massage" verkaufen wollte oder doch nur meinen Körper wollte, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben, da ich nicht drauf reagiert habe. Daraufhin war er wohl schwer enttäuscht und zog von dannen.
An der Shwedagon Pagoda angekommen meinten die Vollassis dort doch tatsächlich, nochmals 5 US-Dollar Eintritt verlangen zu wollen. Nix mit 24-Stunden-Ticket. Nenene, so leicht drück ich meine Kohle nicht ab. Also wurde der Versuch gestartet, sich an den Kontrollen vorbeizuschleichen und einfach mal auf blöd zu tun. Also hab ich meinen Sticker vom Nachmittag nochmals aufs Hemd geklebt und bin kurz vor dem Tisch mit den netten uniformierten Herren abgebogen. Hat perfekt geklappt.
Die Stunde, die ich noch vor dem Schließen der Pagoda hatte, hab ich dann aber nicht mehr zur Night Safari genutzt, sondern nur ein paar Fotos gemacht und mich dann irgendwo hingesetzt. Keine 2 Minuten später war auch schon ein Gesprächspartner da. Der quatschte mich dann voll und erwähnte was von 100.000 Burmesen, die in Singapur arbeiten. Ahja, komisch, das wären dann fast mehr Burmesen als Weiße. Ob das passt… ? :) Später kam auch noch ein Mönch dazu, der für sein hohes Alter verblüffend gutes Englisch sprach. Der hat mich dann auch zum letzten noch offenen Ausgang geführt, nachdem wir die Öffnungszeiten überschritten hatten.

Am Ende gings dann noch um eine kleine Spende (gekürzt aufs Sinngemäße):
Monk: Please, donation money
Me: Ok, here are 200
Monk: Oh, please, give me 1000
Me: (zögernd) Ok, because conversation was nice
Monk: More, more
Me: Don't get greedy (lachend)
Mit beiderseitigem Lächeln haben wir uns dann voneinander verabschiedet.
Danach gings zurück ins Hotel, wo noch die letzten Fotos in Richtung Swedagon Paya geschossen wurden. Ein bisschen Rumärgern mit der Aircon gabs auch noch, da selbige meinte, die gewünschten 24°C mal zu erreichen und dann mal wieder nix zu tun, bis 28°C erreicht waren. Äußerst nervig, aber irgendwann hab ich das Ding dann ausgeschaltet. Geht ja auch ohne, nur nicht so komfortabel.
Weiter gehts in Teil 14: Tag 10 – Raus aus dem Dreck, Rückkehr nach Singapur - Flug mit Jetstar von Yangon nach Singapore