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Segeln vom Sembawang SAF Yacht Club nach Pulau Ubin – Sailing Singapore

Am letzten Samstag wurde mal wieder was Neues ausprobiert: Segeln in der Straße zwischen Malaysia und Singapur. Eine Kollegin hatte ein paar schöne Geschichten darüber erzählt und so startete unsere 9-köpfige gemischte Truppe am Samstag Vormittag vom Sembawang SAF Yacht Club in Richtung Pulau Ubin.

Treffpunkt war für alle um 8:45 an der Sembawang MRT. Sembawang liegt eine MRT-Station vor Woodlands und somit nicht ganz nebenan. Somit war einigermaßen frühes Aufstehen gefragt, was mein Hirn zum Anlass nahm, etwas länger zu pennen. An der Bugis MRT stiefelte ich also wie so oft runter zum Bahnsteig und stieg in die nächste ankommende MRT ein. Bis City Hall war es eine Station, also stieg ich direkt beim nächsten Halt aus. Statt den Schildern mit "City Hall" stand aber überall "Lavender". Ahja, gut gemacht, einmal in die falsche Richtung gefahren und nix gecheckt. Pasir Ris und Boon Lay sehen ja auch zum Verwechseln ähnlich aus. :) Dank 3-Minuten-Takt aber in Summe kein großes Problem.

Als dann diese Hindernisse aus dem Weg geräumt waren, war der Weg frei für den weiten Weg nach Dhoby Ghaut und dann später Sembawang, wo sukzessive mehr Leute hinzustießen. 1. Schritt dort: was essen. Eigentlich wollte ich nach langer Abstinenz zu McDonalds, aber da gabs nur Frühstück, also musste ich widerwillig zum Dehlifranzen. Bäh, machte auch nur ein bisschen satt und ich war, dass es später auf dem Boot noch ein paar Häppchen vor dem Mittagessen gab.

Nächste Herausforderung: Transfer zum SAF Yacht Club. Mit 9 Leuten braucht man 3 Taxen und wenn keiner der Taxifahrer so richtig weiß, wo er eigentlich hin muss, wird das eine ebenso spannende wie witzige Sache. Hatte ein bisschen den Charakter von Flüsterpost, wenn die einzigen Checker im 1. Taxi sitzen und die Infos den Leuten im 2. Taxi mitteilen, aber von niemandem im 3. Taxi die Nummer haben. Und dann muss das auch noch dem Taxifahrer mitgeteilt werden, der nur rudimentäre Englisch-Kenntnisse vorweisen kann. Ja, ein Riesenspaß. Viele Telefonate später waren dann aber tatsächlich alle vor Ort.

Danach gings auf unser Luxus-Kreuzfahrtsschiff. Ha, einmal laut gelacht. Das Alter des Bootes war unschwer zu erkennen und es hätten nicht viel mehr Köpfe in unserer Gruppe sein dürfen, bevor es unkomfortabel geworden wäre. Dann hieß es Leinen los und wir tuckerten so langsam aus dem Yacht Club raus. Dummerweise hatte der Wind bereits Wochenende und so blies lediglich ein laues Lüftchen. Dennoch wurden uns ein paar technische Kniffe erläutert, wie man so ein Ruder bedient oder ein Segel setzt. Ans Steuer durfte ich dann auch mal, wobei das dermaßen spannend war, dass man mir mehrmals kurz vorm Einpennen mitteilen musste, dass wir mal wieder vom Kurs abkamen. Ein 2 x Long Coffee Extra Strong hätte da Wunder gewirkt. An richtigen Highlights war bedingt durch die Launen der Natur akute Mangelware, aber wenigstens regnete es nicht.


Unseren Mittag verbrachten wir dann auf Pulau Ubin, um dort gepflegt zu speisen und uns noch ein wenig die Zeit zu verdrücken. Ein Blick auf den Kalender offenbarte, dass ich exakt ein halbes Jahr zuvor hier das letzte Mal war … an meinem 3. Tag in Singapur. Allerdings damals nicht per Segelboot, sondern mit MRT, Bus und Seelenverkäufer-Kahn. Aufs Radeln wurde dieses Mal verzichtet, denn das ist ja eine äußerst gefährliche Sache, wie man in meinem damaligen Bericht über den Ausflug nach Pulau Ubin nachlesen kann.

Nach ausgiebigem Futtern "segelten" wir dann wieder mit tatkräftiger Unterstützung des Motors zurück nach Sembawang. Auf dem Weg machten wir noch schnell Halt auf einer der hiesigen Fischfarmen, hier besser bekannt unter der Bezeichnung Kelong. Krabben, Lobster, Tintenfische, große und kleine Fische, alles was schwimmt, wird hier gefangen und aufgepäppelt, nur um dann am Ende der Nahrungskette im Seafood Restaurant zu landen. Ach wie schön ist Evolution. Nach einigen Gymnastikeinlagen mit Fischernetzen und Lobstern ging es dann weiter. Auf dem Weg zurück nach Sembawang kamen wir dann noch an einigen Muschelfarmen vorbei, die aber mehr nach einer Farm für alte Kanister aussah.

Für etwas Erheiterung sorgte gegen Ende des Cruisens noch die Toilette, die aus wohl nie endgültig zu klärenden Gründen eine Verstopfung erlebte. Ich als Leidtragender dieses Schauspiels musste dann schon sehr aufpassen, dass aus dieser Situation keine größere Sauerei wurde. Weitere Details erspare ich der Weltöffentlichkeit.

Wie man sicher herauslesen kann, war das in Summe zwar ein entspannter Trip, aber dem fehlenden Wind geschuldet waren auch die Highlights sehr dünn gesäht. Naja, kann passieren. Segeln ohne Wind ist halt wie Snowboarden ohne Schnee oder Angeln ohne Alkohol.

Soviel Nichtstun macht hungrig und so kehrten wir noch in ein örtliches Seafood Hawker Center ein. Nichts besonderes dabei, außer dass wir in einem Gebiet Singapurs waren, dass üblicherweise nicht auf dem Radar des gemeinen Weißen auftaucht. Dies machte sich dann auch noch der Taxifahrer zu Nutzen, als Daniel, Florian, Kathleen und ich uns auf den Nachhauseweg begaben. Da wir nicht ganz in derselben Ecke Singapurs wohnten, musste der Taxler verschiedene Orte ansteuern. Dabei wählte er die Route, die a) am weitesten war b) ihn am Ende in die Stadtmitte und nicht Richtung Changi bringen sollte. Ganz koscher war mir das von Anfang an nicht, aber 100% sicher war ich mir mit den Distanzen nicht, also nix gesagt. War aber die längste Taxifahrt bisher hier. Beschwerde an die Taxizentrale ging schon raus.

Nach so einem langen Tag voller Nichtstun kann man natürlich nicht tatenlos ins Bett fallen. Also machte ich mich noch auf in Richtung Ministry of Sound am Clarke Quay, um dort mit Ellen noch einmal ordentliches Clubbing in Singapur zu zelebrieren. Nach dem Aufwärmen bei ein paar Bierchen in der Kandi Bar ging es dann rüber ins MoS. Gebucht waren die Jungs von Solarstone, die zwar ordentliche Arbeit hinlegten, aber für meinen Geschmack war das mehr Wohnzimmer-Musik als der Sound den ich gerne zum Rumhüpfen habe. Folglich stand ich zu später Stunde irgendwann mehr schlafend als wach mitten auf der Tanzfläche rum und war recht froh, dass Ellen einen ähnlichen Zustand durchmachte.

Zuhause hab ich schnell noch 2 Alarme gestellt, damit mich mein Handy-Wecker 90 Minuten später wieder wecken sollte, denn die Fähre nach Batam sollte ja nicht ohne mich fahren. Wie das dann ausgegangen ist… siehe nächster Eintrag.



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Zusammenfassung

Bericht Segeln in Singapur - Vom Sembawang SAF Yacht Club nach Pulau Ubin – Sailing in Singapore

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