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21.03.04

Singapur – Das koloniale Erbe

Der Gründungsvater des britischen Singapur, Sir Stamford Raffles, ist überall im Zentrum präsent. Die durch Raffles erfolgte Aufteilung der damaligen Niederlassung in den Geschäftsbezirk südlich des Flusses und den Verwaltungsbezirk im Norden hat über Generationen das Stadtbild geprägt. Sehenwert sind u.a. das 1856 erbaute Empress Building, ein imposantes viktorianisches Gebäude, in dem ein Museum, diverse Kunst- und Antiquitätengalerien und ein edles Restaurant untergebracht sind, der Padang, ein ovaler Kricketplatz, wo zur Kolonialzeit die Spieler im obligatorischen Flanell ihr Möglichstes taten, die Tropenhitze zu ignorieren; das Raffles Hotel, Inbegriff des orientalischen Luxus und eine Institution in Singapur sowie eine Anzahl beeindruckender Kirchen, wie die St. Andrew's Cathedral und die Cathedral of the Good Shepherd.

Singapur – Chinatown

Chinatown ist das kulturelle Herz der Stadt. Zahlreiche bunte Tempel und ein geschäftiges Gewusel in Läden, an Verkaufsständen und auf der Straße ermöglichen einen Einblick in die Lebensweise einer vergangenen Epoche. Die jüngste Stadtsanierung durch die Urban Redevelopment Agency bewahrte die verbliebenen Reste der alten Stadt davor, Wohnblocks und postmodernen Wolkenkratzern weichen zu müssen, aber ironischerweise stellt sie eine erneute Bedrohung dar. Die vormals als unattraktiv abgeschriebenen chinesischen Ladenhäuser wurden nach der liebevollen Restaurierung zu einer begehrten Adresse. Die hohen Mieten sind vom traditionellen Klein- und Kleinstgewerbe in der Chinatown - dem Räucherstäbchenverkäufer, Briefeschreiber und Stempelhersteller - nicht mehr zu bezahlen. So wird das Gesicht der Chinatown zunehmend von teuren Restaurants und edlen Geschäften geprägt, die nun an ihre Stelle treten. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Bummel durch diesen noch immer faszinierenden Stadtteil, vor allem in den kühleren frühen Morgenstunden, wenn am meisten los ist. Der Thian Hock Keng Temple gilt als einer der interessantesten in Singapur.

Singapur – Arab Street

Das muslimische Viertel ist traditionell auch das Zentrum der Textilhändler und hält eine riesige Auswahl an Batikstoffen aus Indonesien, Seide, Sarongs und Hemden bereit. Ergänzt wird dieses Warenangebot durch ätherische Öle, Gebetsteppiche, traditionelle muslimische Kopfbedeckungen, Korbwaren und Sitzmöbel aus Rattan. Die große Sultanmoschee ist die größte und best besuchte in Singapur, aber die winzige Malabar Muslim Jama-ath Moschee ist die schönste. Restaurants an der North Bridge Road bereiten leckere indisch-muslimische Gerichte zu, und während des Ramadan sorgen die Garküchen an der Bussorah Street für stimmungsvolle Atmosphäre.

Singapur – Little India

Dieses eher unscheinbare kleine Viertel, in dem sich ein Sari- und Goldladen an den anderen reiht, das Aroma exotischer Gewürze in der Luft liegt und sentimentale Lieder aus Hindifilmen die Straßen beschallen, ist eine angenehme Abwechslung nach der aufgeräumten, durchgestylten Modernität der meisten anderen Viertel. Hier, am südlichen Ende der Serangoon Road, kann man ausgezeichnet vegetarisch essen, dem Koch einer Garküche beim Chapati-Backen zusehen oder das gerahmte Bild einer Hindu-Gottheit kaufen. Der Hauptmarkt befindet sich im Zhujiao Centre, aber auch in den Seitenstraßen liegen interessante Gewürzläden. Die besten Tempel sind Veerama Kali Ammam, Sri Srinivasa Perumal und der schön beleuchtete Temple of 1000 Lights.

Singapur – Shopping Orchard Road

Dies ist die Domäne der Luxushotels und die Spielwiese der betuchten Elite, die sich in Edel-Shopping Centres, Restaurants, Bars und Nightclubs ein Stelldichein gibt. In erster Linie ist die Orchard Road ein Paradebeispiel für die materiellen Vorzüge des Kapitalismus, aber selbst dort finden sich zwischen den Konsumtempeln einige Sehenswürdigkeiten von kulturellem Interesse, für die keine Kreditkarte benötigt wird.

Singapur – Jurong Town

Zum riesigen Gebiet von Jurong Town westlich der City gehören weitläufige Industrieanlagen und aus dem Boden gestampfte Neubauviertel mit standardisierten Wohnanlagen. Das industrielle Herz der Insel ist nicht unbedingt der Ort für touristische Highlights. Dennoch kann es mit einer Reihe wirklich lohnender Attraktionen aufwarten: Haw Par Villa (ein der chinesischen Mythologie verschriebener Themenpark von schrillem Kitsch), der wunderschön angelegte Jurong Bird Park, die Chinese & Japanese Gardens und das Singapore Science Centre, ein Technikmuseum zum Anfassen.

Singapur – Sentosa Island

Eines der ältesten Touristenziele, mehrfach umgemodelt und den veränderten Ansprüchen des asiatischen Geschmacks angepasst, ist die Insel Sentosa die meistbesuchte Attraktion des Stadtstaats. Vor allem am Wochenende geht es hier hoch her. Es wird alles geboten, was das Herz der einheimischen Ausflügler begehrt: Museen, Aquarien, Strände (aus herbeigekarrtem Sand), Sportanlagen, Spazierwege, Reitpfade und natürlich Food Centres mit Garküchen. Und wem ein Tag nicht ausreicht, um das alles auszukosten, der kann auf dem Zeltplatz, im Hostel oder im Luxushotel auf der Insel übernachten.

Singapur – Changi Village

Ursprüngliche Wildnis sucht man zwar vergeblich, doch immerhin bietet Changi Village eine willkommene Abwechslung nach der hektischen Betriebsamkeit der Innenstadt. Traditionelle Kampong-Häuser im malaiischen Stil sind leider von der Bildfläche verschwunden, aber ein Rest der Dorfatmosphäre ist erhalten geblieben. Der Strand ist nicht gerade der Inbegriff eines tropischen Traumstrands, aber unter der Woche so gut wie menschenleer.

An der Straße zum Changi Village steht das berühmt-berüchtigte Changi Prison, das Gefängnis, in dem während der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg Briten und Angehörige alliierter Nationen interniert waren. Die Anlage dient noch immer als Gefängnis, aber das Changi Prison Museum neben dem Eingang enthält einige Erinnerungsstücke an diese historische Epoche.

Singapur – Pulau Ubin

Changi Village ist das Sprungbrett zur weiter nördlich gelegenen Pulau Ubin.

Bei mindestens 12 Passagieren legt das Boot ab und steuert die Insel an. Dort erwarten den Besucher ruhige Strände, malaiische Kampong-Atmosphäre und beliebte Seafood-Restaurants - für Einheimische sind letztere der wichtigste Grund, die relativ lange Anreise zu unternehmen. Noch weiter kann man sich wohl kaum von der schnellen, lauten, dynamischen Großstadt entfernen, ohne das Hoheitsgebiet von Singapur zu verlassen. Die ländliche Insel ist klein genug, um sie mit dem Fahrrad zu erkunden, denn dieses ist die beste Weise, die Fischteiche, Tempel, Palmenhaine und abgelegenen Strände der Insel zu entdecken.

Singapur – Südliche Inseln

Wer ruhige Strände sucht, kann hier sein Glück finden. Sisters Island ist perfekt zum schwimmen oder tauchen, da Korallelbänke nicht fern sind. Lohnenswert sind ferner Lazarus Island (Pulau Sakijang Pelepah), Pulau Buran Darat, terumba Retan Laut und Pulau Renggit.

Singapur – Bukit Timah Nature Reserve

Von dem ursprünglichen tropischen Regenwald, der einst große Teile der Insel bedeckte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein kleiner Rest steht nördlich der Innenstadt als Bukit Timah Nature Reserve unter Naturschutz. Hier leben mehr als 800 Spezies einheimischer Pflanzen, darunter riesige Bäume, Farne und wildblühende Blumen. Vielleicht bekommt man sogar langschwänzige Makaken, Lemure, Netzpythons und weißbäuchige Seeadler zu Gesicht.

Der Botanische Garten mit einem kleinen Rest ursprünglichen Regenwaldes und gepflegten Grünflächen beherbergt ebenfalls viele Pflanzenarten. Im Herbarium wurden viele der Orchideen gezüchtet, für die Singapur berühmt ist.

20.03.04

Laos Fakten & Informationen

Laos, Demokratische Volksrepublik Laos, Staat in Südostasien. Laos grenzt im Norden an China und Vietnam, im Osten an Vietnam, im Süden an Kambodscha, im Westen an Thailand und im Nordwesten an Myanmar. Die Gesamtfläche des Landes beträgt 236 800 Quadratkilometer. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Vientiane.

Hier die Gliederung der anderen Artikel zu Laos:

  • Klima, Flora & Fauna

  • Bevölkerung

  • Verwaltung und Politik

  • Wirtschaft

  • Geschichte
  • Bei weiteren Fragen könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen.

    Laos' Klima, Flora & Fauna

    Laos ist der einzige südostasiatische Staat ohne Zugang zum Meer.


    Physische Geographie

    Laos ist überwiegend gebirgig, nur der Südwesten des Landes wird von Tiefland eingenommen. Ein lang gestrecktes Gebirgsland durchzieht Laos von Nordwesten nach Südosten. Im Norden befinden sich die höchsten Erhebungen des Landes, darunter auch der 2 819 Meter hohe Phou Bia als höchster Gipfel. Zwischen den von markanten Schluchten gegliederten Bergketten sind mehrere Hochebenen entwickelt, zu denen auch die so genannte Hochebene der Tonkrüge (Tran-Ninh-Plateau) gehört. Die Verlängerung dieses Gebirgslandes nach Südosten bildet die bis rund 2 000 Meter hohe Annamitische Küstenkette, über die Teile der Grenze zu Vietnam verlaufen. Nach Westen fällt dieses Gebirge in Terrassen auf eine Höhe von circa 500 Metern ab.

    Im Südwesten von Laos erstreckt sich das Tiefland des Mekong, des wichtigsten Flusses in Laos, mit großräumigen fruchtbaren Ebenen. Aus Thailand kommend erreicht er die Landesgrenze im Nordwesten, fließt in südlicher Richtung entlang der laotisch-thailändischen Grenze und überquert schließlich im Süden die Grenze nach Kambodscha.


    Klima

    In Laos herrscht tropisches Klima, aufgrund der großen Höhenerstreckung können beträchtliche Temperaturunterschiede auftreten. Das Niederschlagsgeschehen wird durch den Monsun bestimmt. Von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun Jahresniederschläge von mehr als 2 000 Millimetern, in windexponierten Hanglagen können 4 000 Millimeter überschritten werden. Von November bis Februar ist es wesentlich trockener und mit mittleren Monatstemperaturen zwischen 17 und 22 °C auch relativ kühl. In der Vormonsunzeit (März/April) ist es heiß, die mittleren Monatstemperaturen liegen dann zwischen 28 und 33 °C.


    Flora und Fauna

    Laos ist etwa zur Hälfte bewaldet. Es finden sich sowohl Regenwälder mit tropischen immergrünen Pflanzen als auch Monsunwälder mit gemischten Beständen an immergrünen und Laub werfenden Bäumen wie Teak- und Eisenholzbäumen. In gebirgigen Lagen gedeihen Laubwälder mit Eichen und subtropischen Kiefern, Plateaus sind mit Savannen oder Grasland bestanden. Insbesondere die Waldgebiete sind Lebensraum einer Vielzahl von Tierarten, dazu gehören große Raubtiere wie Leoparden, Tiger, Nebelparder und Malaienbären sowie Wildrinder wie der Kouprey und das erst 1993 als Spezies entdeckte Vu-Quang-Rind, aber auch Primaten, z. B. Kleideraffen und Plumploris. Wie in den Nachbarstaaten werden asiatische Elefanten als Lasttiere eingesetzt, frei lebende Tiere dieser Art gibt es in dem als „Land der Elefanten” bezeichneten Laos nur noch in geringer Zahl; zur Großsäugerfauna gehören außerdem Nashörner.

    Die teils großflächigen Entwaldungen in der Vergangenheit zogen eine Reihe gravierender Umweltschäden nach sich. Sie führten z. B. in manchen Gebieten zu einem starken Absinken des Grundwasserspiegels, was die prekäre Trinkwassersituation zusätzlich verschärfte. Zudem vernichteten sie Teile des Lebensraumes von Flora und Fauna, so dass eine Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. 1996 galten 68 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen als gefährdet. In Reaktion auf diese bedenkliche Situation stellte die laotische Regierung gut 10 Prozent der Gesamtfläche des Landes unter Schutz. Die Entwaldungen selbst sind vor allem auf die Holzwirtschaft zurückzuführen sowie auf den weit verbreiteten Brandrodungsfeldbau und auf die Tatsache, dass etwa 85 Prozent des Energiebedarfs durch traditionelle Brennstoffe wie Brennholz und Holzkohle gedeckt werden.


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    Laos' Geschichte

    Die ersten nachweisbaren Bewohner des heutigen Laos werden kollektiv als Kha-Völker bezeichnet. Sie besiedelten das Land um 500 n. Chr. und lebten unter der Oberhoheit des Staates Funan. Später kamen sie unter die Herrschaft des Königreiches Zhenla, eines frühen Khmer-Königreiches, und dessen Nachfolgestaat mit dem Zentrum Angkor.

    In der Zwischenzeit waren die Lao und andere Tai-Völker allmählich vom Königreich Nan Chao (im heutigen Yunnan) nach Süden gewandert und hatten die Kha verdrängt. Im 12. Jahrhundert hatten sie vermutlich bereits eigene Fürstentümer errichtet, doch vieles aus dieser Zeit bleibt legendenhaft. Die letzte große Wanderbewegung der Lao wurde durch die Zerstörung Nan Chaos durch die Mongolen im 13. und 14. Jahrhundert ausgelöst.


    1 Das Land der Millionen Elefanten

    Mitte des 14. Jahrhunderts verheiratete der Khmer-König in Angkor Jayavarman Paramesvara (Regierungszeit 1327-1353) seine Tochter mit dem Lao-Fürsten Fa Ngum (Regierungszeit 1353-1373) und unterstützte ihn bei der Gründung des unabhängigen Königreiches Lantschang („eine Million Elefanten”) mit der Hauptstadt Muong Swa (dem heutigen Louangphrabang). Der bekannte Krieger, der den Titel Eroberer erhielt, einigte die laotischen Fürstentümer und führte häufig Krieg gegen das Königreich Ayutthaya und gegen Annam. Hauptsächlich auf Betreiben seiner Khmer-Gattin übernahmen die Lao in dieser Zeit den Theravada-Buddhismus.

    Nachfolger des entthronten Fa Ngum war sein Sohn, der das Reich weiter konsolidierte und organisierte. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts führten Konflikte mit Annam zum Fall der Hauptstadt, doch konnten die Truppen Annams bald wieder zurückgeschlagen werden. Im Anschluss daran kam es zu einer längeren Friedensperiode. Seine maximale Ausdehnung erreichte Lantschang im 16. Jahrhundert, als der laotische König die Krone des benachbarten Chiang Mai beanspruchte und erhielt. Das führte allerdings zu einem längeren Konflikt mit den Birmesen, während dessen die Hauptstadt nach Vientiane verlegt wurde. Im Jahr 1574 verwüsteten die Birmesen das Land, und nach einer Zeit der Anarchie bestieg Souligna-Vongsa (Regierungszeit 1637-1694) den Thron. Er schloss Frieden mit den Nachbarstaaten im Osten und Westen, und seine Regierungszeit gilt als goldenes Zeitalter der laotischen Geschichte.

    Im Jahr 1700, nach dem Tod von Souligna-Vongsa, versuchte ein exilierter Neffe mit Unterstützung vietnamesischer Truppen, den Thron zu besteigen. Seine Verwandten tolerierten die Herrschaft der Vietnamesen jedoch nicht und errichteten 1707 in Louangphrabang ein selbständiges Reich. Das war das Ende von Lantschang; Laos zerfiel in die beiden Staaten Louangphrabang und Viengtschan.


    2 Französische Herrschaft

    Konflikte zwischen Siam (Thailand) und Vientiane führten schließlich 1778 zur Eroberung von Viengtschan; gleichzeitig wurde Louangphrabang gezwungen, die siamesische Herrschaft anzuerkennen. Als Viengtschan 1827 versuchte, seine Unabhängigkeit wieder herzustellen, wurde das Land von den siamesischen Truppen verwüstet.

    Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Einfluss der Franzosen spürbar. Im Jahr 1893 besetzte ein französisches Expeditionskorps die zwei wichtigsten Städte des Landes und zwang die Siamesen, das laotische Territorium östlich des Mekong als französisches Protektorat anzuerkennen. 1904 kam Frankreich in Besitz des gesamten laotischen Territoriums, das bislang unter siamesischer Kontrolle gestanden hatte. Die Franzosen herrschten indirekt über den König von Louangphrabang und eine Hierarchie königlicher Beamter, wobei der französische Statthalter aber stets ein Einspruchsrecht besaß.

    Während des 2. Weltkrieges wurde Indochina von den Japanern besetzt. Nachdem sie sich wieder zurückgezogen hatten, bildete sich eine Unabhängigkeitsbewegung, die unter der Bezeichnung Lao Issarak („Befreiung Laos”) bekannt wurde. Diese Bewegung brach jedoch zusammen, nachdem die Franzosen 1946 ihre Herrschaft über die Region wieder hergestellt hatten. Die Franzosen schlossen damals einen Vertrag mit dem König von Louangphrabang, damit wurde er König eines vereinigten Laos innerhalb der Französischen Union. Am 11. Mai 1947 wurde eine Verfassung verabschiedet, die ein gewähltes Parlament vorsah. 1949 wurde Laos unabhängiger Staat innerhalb der Französischen Union, und die meisten nationalistischen Führer, die das Land bei der Rückkehr der Franzosen verlassen hatten, kehrten zurück. Einige Dissidenten unter der Führung von Prinz Souvanna Vong verbündeten sich jedoch mit den prokommunistischen Vietminh, welche die Franzosen in Vietnam bekämpften. Diese in der Bewegung Pathet Lao („Lao-Staat”) organisierten Laoten fielen im April 1953 mit den Vietminh zusammen in Laos ein und konnten rasch große Gebiete unter ihre Kontrolle bringen.


    3 Das Genfer Abkommen

    Im Rahmen des Genfer Waffenstillstandsabkommens, mit dem 1954 der Indochinakrieg endete, war der Rückzug sämtlicher Vietminh-Truppen und sämtlicher französischer Soldaten bis auf ein Restkontingent von 5 000 Mann vereinbart worden. Zudem sollte sich der Pathet Lao in zwei Nordprovinzen des Landes zurückziehen. Zur Überwachung des Waffenstillstands wurde eine internationale Kontrollkommission eingesetzt. Im Dezember 1955 wurde Laos Mitglied der Vereinten Nationen (UN). Mit dem schwindenden französischen Einfluss in der Region machte sich immer mehr der Einfluss der Vereinigten Staaten bemerkbar. Im November 1957 billigte die Volksversammlung eine Vereinbarung zwischen dem neutralistischen Premierminister von Laos Prinz Souvanna Phouma und seinem Halbbruder Prinz Souvanna Vong, dem Führer des Pathet Lao. Gemäß dieser Vereinbarung wurde der Pathet Lao in die Regierungskoalition eingebunden. Dem Auftreten des Pathet Lao auf politischer Bühne widersetzte sich jedoch eine neu gegründete rechtsgerichtete Organisation, welche die Regierung Souvanna Phouma stürzte und im August 1958 eine neue, konservative Regierung bildete. Der Pathet Lao nahm damit den Guerillakrieg wieder auf.


    4 Krieg und Waffenruhe

    Die politische Lage blieb instabil. Bei den neuen Kämpfen wurde der Pathet Lao von der UdSSR unterstützt, während die USA die rechtsgerichteten Kräfte unterstützten. 1960 inszenierte der Kommandant eines Fallschirmspringer-Bataillons Captain Kong Le eine Rebellion gegen die rechtsgerichtete Regierung und übernahm die Kontrolle über die laotische Verwaltungshauptstadt Vientiane. In den folgenden Auseinandersetzungen verschiedener Gruppen gelangte schließlich Prinz Souvanna Phouma wieder an die Macht zurück. Sein Versuch, linksgerichtete Kräfte in seine Koalitionsregierung einzubinden, führte zu einem von den USA unterstützten Militäraufstand rechtsgerichteter Kräfte. Souvanna war gezwungen, das Land zu verlassen, und der radikale Antikommunist Prinz Boun Oum wurde neuer Premier. Mitte 1961 kontrollierte der Pathet Lao, der sich inzwischen mit den neutralistischen Kräften von Kong Le verbündet hatte, bereits die Hälfte des Landes.

    Mittlerweile machten sich die USA, die UdSSR und andere Staaten Gedanken über mögliche internationale Verwicklungen, die durch einen Bürgerkrieg in Laos hervorgerufen werden könnten. Im Mai 1961 wurde eine Waffenruhe vereinbart, und am 23. Juli desselben Jahres wurde im Rahmen der Genfer Laos-Konferenz die Neutralität des Landes sowie der Rückzug sämtlicher ausländischer Truppen beschlossen. Nach längeren Verhandlungen stimmten die Führer der drei wichtigsten laotischen Fraktionen (Pathet Lao, Neutralisten und prowestliche Kräfte) der Bildung einer provisorischen Regierung der nationalen Einheit unter der Leitung von Prinz Souvanna Phouma zu. Die Regierungsbildung erfolgte 1962.


    5 Zusammenbruch der Regierung

    Im Lauf der nächsten zwei Jahre kam es zu wiederholten Versuchen der Rechten, die Macht im Staat zu übernehmen. Das Lager der Neutralisten spaltete sich, und zahlreiche Anhänger von Souvanna Phouma liefen zum Pathet Lao über. Im Jahr 1964 verbündeten sich die verbliebenen Neutralisten mit den Rechten und konsolidierten ihre militärischen Kräfte. Der Führer des Pathet Lao, Prinz Souvanna Vong, betrachtete diesen Schritt als Verletzung des Genfer Laos-Abkommens und weigerte sich, Souvanna Phouma weiterhin als legitimes Staatsoberhaupt anzuerkennen.

    1965 flammten die Kämpfe zwischen dem Pathet Lao und den Regierungstruppen erneut auf. Aufseiten der Regierung kämpften auch Söldner aus Thailand und Krieger vom Stamme der Hmong, die von den USA finanziert und ausgebildet wurden. Mitte der sechziger Jahre wurde Laos in den Vietnamkrieg hineingezogen. Nordvietnamesische Truppen benutzten Dschungelpfade im Osten und Süden von Laos als Nachschubwege für ihre in Südvietnam kämpfenden Verbände. Amerikanische Kampfflugzeuge flogen daraufhin immer intensivere Bombenangriffe auf den so genannten Ho-Chi-Minh-Pfad. 1971 marschierten südvietnamesische Truppen zur Unterbrechung der kommunistischen Versorgungslinien nach Laos ein, wurden aber zurückgeschlagen.


    6 Sieg des Pathet Lao

    Ende 1971 war die militärische Überlegenheit der Kommunisten unbestritten, und so konnten sie Souvanna Phouma zu Verhandlungen zwingen, die schließlich 1973 zu einer Waffenruhe führten. Im April 1974 wurde eine neue Koalitionsregierung eingesetzt. Im Gegensatz zur Regierung des Jahres 1962 bestand sie nunmehr ausschließlich aus Anhängern von Pathet Lao und Souvanna Vong. Aber bald schon gab nur noch der Pathet Lao den Ton an.

    Die kommunistischen Siege in Kambodscha und Vietnam im April 1975 gaben dem Pathet Lao weiter Auftrieb und machten alle Hoffnungen Souvanna Phoumas auf eine Umkehr der Machtverhältnisse zunichte. Im Dezember desselben Jahres wurde die Monarchie in Laos abgeschafft und die Laotische Demokratische Volksrepublik ausgerufen. Erster Präsident wurde Souvanna Vong; er war bis 1986 im Amt. Phoumi Vongvichit übernahm die weitgehend zeremonielle Funktion des Übergangspräsidenten. Die wahre Macht lag aber bei dem Kommunistenführer Kaysone Phomvihan, der den Posten des Premierministers übernahm.

    Im Jahr 1981 verabschiedete die Regierung angesichts enormer wirtschaftlicher Schwierigkeiten den ersten Fünfjahresplan. Es herrschte jedoch weit verbreitete Unzufriedenheit mit der kommunistischen Herrschaft. Schätzungen zufolge haben bis 1982 etwa 300 000 Laoten das Land verlassen. Bis 1990 wurden etwa 50 000 vietnamesische Truppen aus Laos abgezogen, die dort zur Stabilisierung des Regimes stationiert waren, was zu einer Verringerung des vietnamesischen Einflusses führte. 1991 wurde eine Verfassung verabschiedet, die eine gewaltige Ausweitung der Kompetenzen des Präsidenten vorsah; im selben Jahr übernahm Kaysone dieses Amt. Innenpolitisch wandte sich die Regierung zunehmend von der staatlich gelenkten Planwirtschaft ab und der freien Marktwirtschaft zu. Als Kaysone im November 1992 starb, folgten ihm zwei enge Vertraute nach: Nouhak Phoumsavanh wurde Präsident, und General Khamtay Siphandone wurde Führer der Laotischen Revolutionären Volkspartei. Souvanna Vong starb am 9. Januar 1995 im Ruhestand. Im November 1996 wurde Laos neben Myanmar und Kambodscha in die ASEAN (Association of South East Asian Nations) aufgenommen.

    Am 26. Februar 1998 wählte das Parlament den bisherigen Regierungschef Khamthay Siphandone zum neuen Staatspräsidenten. Er löste Nouhak Phoumsavanh ab, der nicht wieder kandidierte. Neuer Ministerpräsident wurde Sisavath Keobounphan.

    "Laos," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2004
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    Laos' Bevölkerung

    Laos hat rund 5,92 Millionen Einwohner (2003), woraus sich eine Bevölkerungsdichte von etwa 25 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt in den Bergregionen, der Rest bewohnt das Tiefland des Mekong und seiner Nebenflüsse. Der Anteil der Stadtbevölkerung ist gering; 80 Prozent der Laoten wohnen auf dem Lande.

    Die Bevölkerung von Laos lässt sich in drei Hauptgruppen gliedern: Mit 55 Prozent stellen die eng mit den Thaivölkern verwandten Lao-Lum („Tal-Lao”) die größte Gruppe. Sie leben vorwiegend in Tiefland des Mekong. Das Hochland ist bevorzugter Lebensraum des indonesischen Volkes der Lao-Theung („Berg-Lao”), zu denen 27 Prozent der Bevölkerung zählen. Die nördlichen Gebirgsregionen werden von Völkern sinotibetischer Abstammung wie den Hmong (Meo) und Yao bewohnt. Zu den kleineren nationalen Minderheiten gehören Vietnamesen, Thai und Chinesen


    Wichtige Städte

    Die Hauptstadt Vientiane ist mit etwa 640 000 Einwohnern (2000) die größte Stadt des Landes. Weitere wichtige Städte sind Louangphrabang (68 000), Savannakhet (97 000) und Pakse (47 000).


    Sprache und Religion

    Die Amtssprache ist das eng mit Thai und Birmanisch verwandte Lao (Laotisch), das zu den sinotibetischen Sprachen gehört. Zu den weiteren Sprachen des Landes gehören Thai, Hmong und Khmu. Der Teil der Bevölkerung, der vor 1975 weiterführende Schulen besuchte, beherrscht außerdem Französisch, das früher als Sprache des internationalen Handels diente. Eine Minderheit ist auch des Englischen und Vietnamesischen mächtig.

    Die wichtigste Religion in Laos ist der Theravada-Buddhismus. Viele Angehörige von Bergvölkern sind Anhänger indigener Religionen. Auch Konfuzianismus und Taoismus sind verbreitet.


    Feiertage

    Zu den offiziellen Feiertagen gehören Neujahr (1. Januar); Pi Mai, das sich nach dem Mondkalender richtende laotische Neujahr, der Tag der Arbeit (1. Mai) und der Nationalfeiertag (2. Dezember) mit den aufwendigsten Feierlichkeiten. Religiöse Feiertage sind Boun Bang Fai im Mai oder Juni, an dem Geburt, Erleuchtung und Tod Buddhas gefeiert werden, Khao Phansa, der Beginn der buddhistischen Fastenzeit im Juli, Ork Phansa, der Ausklang der Fastenzeit Ende Oktober sowie Boun That Luang, ein Fest im November bei einem Tempel, der eine Reliquie Buddhas enthält. Zu all diesen Anlässen findet eine Feier mit der Bezeichnung basi oder sukhwan statt, die sich durch Opfergaben, Essen und Reiswein auszeichnet. Bei der Schnurbindezeremonie wünschen sich Freunde Gesundheit und Wohlstand, indem sie sich Schnüre um die Handgelenke wickeln.


    Soziales

    In Laos gibt es keine staatlichen Sozialleistungen. Die mittlere Lebenserwartung liegt für Männer bei 52,3 Jahren, für Frauen bei 56,3 Jahren (2003). Mit 89 Sterbefällen pro Tausend Lebendgeburten herrscht eine hohe Kindersterblichkeitsrate. In vielen Dörfern fehlt es an modernen Einrichtungen zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Zu den größten Gesundheitsproblemen des Landes zählen Malaria, durch Parasiten verursachte Krankheiten, Durchfall und Atemwegserkrankungen. Auf einen Arzt kommen 5 393 Einwohner. Das Gesundheitswesen unterhält Einrichtungen zur mobilen Gesundheitsfürsorge und stellt pro 389 Einwohner ein Krankenhausbett zur Verfügung.


    Bildung und Kultur

    Nach Jahren innenpolitischer Zerrüttung und Konflikte wurde das Schulsystem in Laos Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre ausgebaut, die Dauer der Schulpflicht wurde von 3 Jahren (1960) auf 5 Jahre (2000) angehoben. Daneben initiierte der Staat eine Alphabetisierungskampagne, der Alphabetisierungsgrad liegt bei 64,8 Prozent. Die Sisavangvong-Universität (1958) hat ihren Sitz in Vientiane; daneben gibt es regionale Hochschulen in Champasak, Louangphrabang und Savannakhet.

    Die laotische Kultur ist eng mit der Religion verknüpft. Die buddhistischen Tempel bildeten früher in jedem Dorf das geistige Zentrum. Das Leben der laotischen Bauern war von der Religion bestimmt, und die meisten Aktivitäten erfolgten nach Maßgabe des buddhistischen Kalenders. Louangphrabang und Vientiane sind als „Städte der tausend Tempel” bekannt und weisen zahlreiche Beispiele traditioneller buddhistischer Kunst und Architektur auf. Der Königspalast in Louangphrabang und der That-Luang-Stupa in Vientiane sind die berühmtesten Nationalheiligtümer in Laos.


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    Laos' Verwaltung & Politik

    Zwar wurde die Demokratische Volksrepublik Laos bereits 1975 ausgerufen, doch erst 1991 erhielt das Land eine entsprechende Verfassung. Darin wird das Machtmonopol der Laotischen Revolutionären Volkspartei (LPRP) festgeschrieben und ein Bekenntnis zum Privateigentum sowie zur freien Marktwirtschaft abgegeben.


    1 Exekutive

    Träger der Exekutive ist gemäß der Verfassung von 1991 der von der Nationalversammlung auf fünf Jahre gewählte Präsident. Unterstützt wird der Präsident vom Premierminister, der dem Ministerrat vorsteht. Der Ministerrat wiederum ist für Verwaltungsaufgaben verantwortlich, die der Regierung obliegen.


    2 Legislative

    Träger der Legislative ist die Nationalversammlung mit 99 Mitgliedern; sie werden in allgemeinen Wahlen für eine Legislaturperiode von fünf Jahren bestimmt.


    3 Judikative

    Die Rechtsprechung erfolgt über das Oberste Gericht und die Volksgerichte.


    4 Kommunalverwaltung

    Laos ist in 16 Provinzen sowie die Hauptstadtpräfektur Vientiane unterteilt. Provinzen, Städte und Dörfer werden von Revolutionskomitees verwaltet, die ihre Anweisungen vom Zentralkomitee der Laotischen Revolutionären Volkspartei erhalten.


    5 Politische Parteien

    Nach dem Sturz der Monarchie 1975 kam die kommunistische Laotische Revolutionäre Volkspartei an die Macht. Sie ist die einzige legale politische Partei in Laos. Daneben sind einige der Regierung nahe stehende Unabhängige im Parlament vertreten.


    6 Verteidigung

    In Laos besteht eine Wehrpflicht von mindestens 18 Monaten. Das Heer umfasst 29 100 Mann (2001), die Marine 600 Mann und die mit 40 Kampfflugzeugen ausgerüstete Luftwaffe 3 500 Mann.


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    Laos' Wirtschaft

    Laos ist ein Binnenstaat, dessen Bodenschätze vermutlich zum größten Teil noch gar nicht entdeckt sind. In den laotischen Wäldern gibt es zahlreiche wirtschaftlich wertvolle Edelhölzer, vor allem Teak. Das Potential zur Gewinnung hydroelektrischer Energie ist gewaltig. Die wichtigsten Anbaugebiete mit fruchtbarem Ackerland befinden sich in den Tälern des Mekong und auf dem Bolovenplateau im äußersten Süden des Landes. Der Mekong dient nicht nur zur intensiven Bewässerung der Reisfelder, sondern ist auch Lebensraum zahlreicher Fischarten, die eine wichtige Nahrungsquelle für die Bevölkerung darstellen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist in der Subsistenzlandwirtschaft beschäftigt. Die Industrie beschränkt sich auf kleinere Fabriken zur Produktion von Konsumgütern. Während der achtziger Jahre wurde das gewaltige jährliche Budgetdefizit durch Auslandshilfe insbesondere aus der Sowjetunion (UdSSR) und Vietnam ausgeglichen. Zu Beginn der neunziger Jahre schickten Japan und die USA erste Hilfslieferungen nach Laos.

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1 761 Millionen US-Dollar (2001; Dienstleistungen 25,7 Prozent, Industrie 23,4 Prozent, Landwirtschaft 50,9 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 330 US-Dollar.


    1 Landwirtschaft

    Wichtigster Wirtschaftssektor in Laos ist die Landwirtschaft, dort sind 78 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Das bedeutendste Anbauprodukt ist Reis; die Erträge von etwa fünf Millionen Tonnen jährlich reichen jedoch nicht zur Deckung des Eigenbedarfs. Angebaut werden ferner Maniok, Kartoffeln, Mais, Ananas, Tabak, Baumwolle, Kaffee, Zitrusfrüchte und Kardamom. Wirtschaftliche Bedeutung hat auch die Viehzucht. Die Viehwirtschaft umfasst vor allem Schweine, Wasserbüffel und Rinder sowie Geflügel, Pferde und Elefanten.


    2 Forstwirtschaft und Fischerei

    Trotz eines fehlenden modernen Transportwesens spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle in der Wirtschaft des Landes. In den Wäldern im Norden finden sich Edelhölzer, insbesondere Teak. 1991 begrenzte die Regierung den Holzeinschlag, da weite Gebiete unkontrolliert abgeholzt wurden. Holzprodukte gehören aber immer noch zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. Eine bedeutende Rolle spielen auch Harze und der Parfümgrundstoff Benzoin. Mit einer Fangmenge von 60 403 Tonnen jährlich deckt die Fischerei den Eigenbedarf des Landes.


    3 Bergbau und Industrie

    Laos verfügt über Vorkommen verschiedener Bodenschätze, von denen lediglich Gips, Zinn und Steinsalz abgebaut werden. Geologische Gutachten weisen auf Kohle-, Eisenerz-, Blei-, Zink- und Edelsteinvorkommen hin. Die Industriebetriebe beschränken sich größtenteils auf Zinnwerke, Sägewerke, Reismühlen, Ziegeleien, Zigaretten- und Schuhfabriken sowie weitere Betriebe zur Fertigung von Konsumgütern. Der Anteil der Beschäftigten in der Industrie beträgt 6 Prozent.


    4 Währung und Handel

    Die Währungseinheit in Laos ist der neue Kip zu 100 At. Der Warenaustausch in den ländlichen Gebieten erfolgt aber meist immer noch im Tauschhandel; die Geldwirtschaft beschränkt sich auf die Städte. Die Handelsbilanz ist negativ; wichtige Exportprodukte sind Holz, Stromenergie (nach Thailand), Kaffee und Zinn. Zu den weiteren Exportgütern gehören Kaffee, Kardamom, Benzoin, Harze, Leder und Häute. Importiert werden vor allem petrochemische Produkte, Kraftfahrzeuge, Maschinen, elektrische Anlagen, Stahl und Baumwolle. Thailand, China und Japan sind die wichtigsten Abnehmer laotischer Waren; Thailand, China, Singapur und Japan sind die wichtigsten Lieferanten.


    5 Verkehrswesen und Medien

    In Laos gibt es keine Eisenbahn. Das Straßennetz des Landes weist eine Länge von 21 716 Kilometern auf (1999). Eine bedeutende Rolle spielt der Binnenflugverkehr, wichtigste Verkehrsader des Landes ist aber der Mekong. Das Rundfunk- und Fernsehnetzwerk ist staatseigen.


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    1.03.04

    Einreisebestimmungen – Visum Thailand

    Bei Aufenthalten in Thailand von einer Dauer bis 30 Tagen ist für deutsche Staatsangehörige kein Visum erforderlich. Voraussetzung dafür ist neben einem gültigen Reisepass, dessen verbleibende Gültigkeitsdauer bei Einreise mindestens sechs Monate betragen muss, ein bestätigtes Weiter- oder Rückreiseticket. Diese Aufenthaltsberechtigung kann nicht verlängert werden. Der deutsche Kinderausweis wird in Thailand i.d.R. nicht anerkannt. Die Einreise von Kindern ist nur mit einem eigenem Reisepass möglich, oder wenn die Kinder im Pass der Eltern eingetragen sind. Im letzteren Fall ist darauf zu achten, dass auch das Kind im Visum eingetragen wird.

    Alleinreisende Minderjährige müssen eine offizielle Zustimmungserklärung des oder der Sorgeberechtigten mit sich führen.

    Deutsche, die beabsichtigen, sich länger als 30 Tage in Thailand aufzuhalten, bedürfen vor der Einreise eines von einer thailändischen Auslandsvertretung ausgestellten Visums.

    Für Aufenthalte bis zu 60 Tagen wird ein "Tourist Visa" benötigt. Ein "non immigrant visa" berechtigt zu einem Aufenthalt von maximal 90 Tagen. Touristen und Non-Immigrant Visa werden in der Praxis um 30 Tage verlängert.

    Die thailändische National-Flagge


    Wichtiger Hinweis:

    Entgegen der Information einiger bekannter Reiseführer sollte eine Verlängerung des thailändischen Visums keinesfalls durch ein Reisebüro oder sonstige "Vermittler" vorgenommen werden. Ein Visum kann und darf nur bei dem thailändischen Bureau of Immigration bzw. an den Grenzübergängen erneuert werden. Reisebüros etc. verkaufen hier in aller Regel Fälschungen, was bei der späteren Ausreise des öfteren zu Verhaftungen nicht nur wegen ‘overstay’ sondern auch wegen gefälschter Visa führt.

    Falls keine Ausreise vor Ablauf des Visums erfolgt (sog. "overstay"), entstehen Strafgebühren von ca. 200 Baht am Tag. Außerdem erfolgt die zwangsweise Abschiebung ins Heimatland. Sofern diese nicht finanziert werden kann, werden pro Tag im Gefängnis 70 Baht auf die Strafe angerechnet.

    Die Botschaft kann diese Gebühren auch bei mittellosen Personen keinesfalls übernehmen.

    Seit dem 01.04.01 müssen alle Passagiere in Thailand vor dem Boarding von Flugzeugen ihre Identität nachweisen. Ist im Flugschein die Schreibweise des Namens nicht identisch mit der im Pass des Reisenden, wird u.U. der Zutritt zum Flugzeug verweigert und evtl. ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese Regelung gilt nicht für Transitpassagiere.

    Alle Angaben vorbehaltlich etwaiger Änderungen durch die thailändischen Behörden.

    Stand: 16. April 2004

    Einreisebestimmungen – Visum Singapur

    Deutsche erhalten bei Einreise am Flughafen eine Aufenthaltsgenehmigung von 30 Tagen. Bei Einreise auf dem Land- und Seeweg erhalten Deutsche eine Aufenthaltsgenehmigung von 14 Tagen. Ein gültiger Reisepass mit einer Mindestgültigkeit von 6 Monaten wird benötigt. Kinderausweise mit Lichtbild werden anerkannt, es empfiehlt sich aber auch für Kinder (aufgrund des Platzmangels an Visa-Seiten) mit einem Reisepass einzureisen, insbesondere wenn sich der Inhaber des Kinderausweises für längere Zeit in Singapur bzw. Südostasien aufhalten wird. Der Eintrag eines Kindes in den Reisepass eines Elternteils genügt zur Einreise. Das Kind muss jedoch vom entsprechenden Elternteil begleitet werden. Eine Einreise mit Personalausweis ist nicht möglich.


    Wer sich nach Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung bis zu 90 Tage illegal in Singapur aufhält, muss nach Auskunft der singapurischen Einreisebehörden mit einer Geldstrafe von bis zu 4.000,- SGD (ca. 2.000,- EUR ) bzw. Haftstrafe bis zu 6 Monaten rechnen; wer sich länger als 90 Tage illegal im Land aufhält, muss mit bis zu 6 Monaten Gefängnis und mindestens 3 Stockschlägen ("Caning") oder einer Geldstrafe von bis zu 6.000,- SGD (anstelle von Stockschlägen) rechnen.

    Stand: 7. November 2003

    Einreisebestimmungen – Visum China

    Für die Einreise in die Volksrepublik China ist ein Visum erforderlich, das vor der Reise eingeholt werden muss. Teilnehmer von Gruppenreisen können das Visum über den Veranstalter besorgen lassen. Einzelreisende können ihr Visum direkt bei einer der chinesischen Auslandsvertretungen in Deutschland einholen. Informationen sind auch beim Fremdenverkehrsamt der VR China (Ilkenhanstr. 6, 60433 Frankfurt/Main, Tel.: 069 - 520135) erhältlich.

    Für den Visaantrag wird ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig sein muss benötigt. Der deutsche Kinderausweis wird bis zum Ablauf der angegebenen Gültigkeitsdauer (also maximal bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres) anerkannt; er muss allerdings zwingend mit einem Lichtbild des Inhabers versehen sein (gilt auch für Säuglinge!). Ist ein längerer Aufenthalt beabsichtigt, wird empfohlen, auch für Kinder einen Reisepass ausstellen zu lassen, da der Kinderausweis lediglich Raum für zwei Visa bietet. Die deutschen Auslandsvertretungen in der VR China stellen daher grundsätzlich keine Kinderausweise, sondern nur Reisepässe aus. Die Einreise eines Kindes in die VR China, das über keinen eigenen Reisepass verfügt, sondern in den Reisepass eines Elternteils eingetragen ist, ist möglich, wenn neben dem Namenseintrag im Pass ein Lichtbild des Kindes angebracht ist und das chinesische Visum im Reisepass des Elternteils ausdrücklich auch für das mitreisende Kind gültig ist. Da es in der Praxis bei dieser Art der Einreise jedoch bereits mehrfach Probleme gegeben hat, ist die Ausstellung eines eigenen Passes sowie eines individuellen Visums für mitreisende Kinder unbedingt empfehlenswert.

    Für Ausländer besteht eine Meldepflicht bei der lokalen Polizei bei Aufenthalten über 24 Stunden an einem Ort (die Meldung muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen). Übernachtet man in einem Hotel, übernimmt das Hotel diese Meldung automatisch; ist man privat bei Freunden untergebracht, müssen diese die Meldung vornehmen.

    Die Überziehung des Visums zieht ein empfindliches Bußgeld nach sich, dessen Höhe sich nach der Anzahl der überzogenen Tage berechnet bzw. mit der Anzahl der überzogenen Tage steigt. Ohne Begleichung des Bußgeldes und Einholung eines neuen Visums ist eine Ausreise aus der VR China nicht möglich. Bei Zahlungsverweigerung droht die Umwandlung der Geldstrafe in eine Haftstrafe.

    Obwohl Hongkong und Macau Teil der VR China sind, genießen beide als sog. "Sonderverwaltungszonen" in vielen Bereichen weitgehende Autonomie - so können deutsche Staatsangehörige visafrei nach Hongkong und Macau einreisen. Erfolgt die Einreise von "Festlandchina" aus, so ist unbedingt zu beachten, dass dies visatechnisch eine Ausreise aus der VR China bedeutet. Eine Wiedereinreise nach "Festlandchina" ist daher nur möglich, wenn das chinesische Visum für zwei- bzw. mehrfache Einreisen ausgestellt ist. Hierauf muss bei entsprechender Reiseplanung bereits bei Beantragung des Visums für die VR China geachtet werden. Nach Einreise in die VR China sind für eine evtl. benötigte Neuausstellung eines Visums mit der Möglichkeit der zwei- oder mehrfachen Einreise die örtlichen Ämter für Öffentliche Sicherheit (abgekürzt PSB - Public Security Bureau) zuständig.

    Stand: 30. April 2004

    Einreisebestimmungen – Visum Malaysia

    Für deutsche Staatsangehörige besteht keine Visumspflicht bei einem Aufenthalt ohne Berufstätigkeit bis zu 3 Monaten. Bei Einreise in den Bundesstaat Sarawak wird ein separates Visum erteilt, welches in der Regel 30 Tag gültig ist. Der Reisepass sollte bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Deutsche, die hier ein Arbeitsverhältnis eingehen wollen, haben sich den lokalen Vorschriften zu unterwerfen und benötigen eine nur schwer erhältliche Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, die vor der Einreise bei der Malaysischen Botschaft im Wohnortland beantragt werden muss.

    Stand: 6. April 2004

    Einreisebestimmungen – Visum Vietnam

    Der vietnamesische Einreisesichtvermerk, zu beantragen bei der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3 in 12435 Berlin (Tel.: 030-53 63 01 08, Fax: 030-53 63 0200) oder deren Außenstelle in Bonn berechtigt zum Besuch des ganzen Landes. Davon ausgenommen sind militärische Sperrgebiete, die leider nicht immer als solche gekennzeichnet sind, bzw. lediglich Schilder auf Vietnamesisch tragen, sowie das unmittelbare Grenzgebiet, dass ebenfalls nicht immer ausreichend gekennzeichnet ist und dessen Ausdehnung bzw. Abstand vom tatsächlichen Grenzverlauf von den örtlichen Sicherheitsorganen oft willkürlich interpretiert wird. Bei beabsichtigten Besuchen in Grenznähe müssen gesondert zu beantragende Genehmigungen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mitgeführt werden.

    Das Visum wird für Touristen für höchstens 4 Wochen ausgestellt. Eine Verlängerung oder Änderung der Gültigkeitsdauer des Visums ist in Vietnam jedoch möglich, sofern dies über ein Reisebüro geschieht. Das Visum kann nicht bei Einreise am Flughafen eingeholt werden, sondern muss vorher bei der vietnamesischen Botschaft in Berlin oder über das Reisebüro beantragt werden. Mit einem gültigen Visum darf der Ausländer jeden offiziellen Grenzübergang (Flughäfen, Häfen, Landweg (Grenze VN/China, VN/Laos, VN/Kambodscha) passieren.

    Deutsche Kinderausweise werden zwar von Vietnam anerkannt, müssen jedoch mit einem Lichtbild versehen sein. Schwierigkeiten sind nicht auszuschließen, daher wird aufgrund der praktischen Erfahrungen dringend empfohlen, auch für Kinder einen eigenen Reisepass mitzuführen oder mitreisende Kinder im Pass der Mutter oder des Vaters eintragen zu lassen. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, dass das entsprechende Visum auch für die Kinder gilt!

    Das Einreisedokument muss die Gültigkeit des beantragten Visums um mindestens 1 Monat übersteigen.

    Es besteht Registrierungspflicht, diese wird jedoch meist vom Hotel übernommen.

    Stand: 11. Mai 2004

    Einreisebestimmungen – Visum Kambodscha

    Für die Einreise nach Kambodscha ist ein Visum erforderlich. Es empfiehlt sich, dieses vor Reisebeginn bei einer kambodschanischen Auslandsvertretung einzuholen.

    Visa bei Einreise sind an den Internationalen Flughäfen Pochentong (Phnom Penh) und Siem Reap erhältlich. An den Grenzübergängen Poipet/Aranyaprathet, Hatlek/Cham Yeam sowie Koh Kong (Thailand) und Bavet/Moc Bai sowie Kaom Samnor (Vietnam) werden ebenfalls Visa bei der Einreise ausgestellt.

    Die Einreise über dem Landweg von Laos ist offiziell nicht möglich. Ein Touristenvisum wird i.d.R. mit einer Gültigkeit von vier Wochen ausgestellt. Die Verlängerung um einen Monat ist möglich. Bei Überschreitung des Visums wird bei der Ausreise eine Strafgebühr von USD 5,- pro Tag seit Ablauf des Visums erhoben.

    Der Reisepass (rot)/vorläufige Reisepass (grün) muss zur Visaerteilung eine Gültigkeit von mindestens sechs Monaten nach Ablauf des Visums aufweisen. Der Kinderausweis wird nicht anerkannt. Der Eintrag eines Kindes in den Reisepass eines Elternteils ist aufgrund des fehlenden Lichtbildes nicht ausreichend.

    Einreisebestimmungen – Visum Laos

    Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Laos ein Visum. Zuständig für die Visaerteilung ist die Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Laos in Berlin (Bismarckallee 2A, 14193 Berlin, Tel.: 030/89060647; Fax: 030/89060648), die laotische Botschaft in Bangkok (1-3 Soi Ramkhamheng 39, Bangkapi, Bangkok 10310, Tel.: +66-2-5 38 36 96 od. 5 39 66 67 (Konsularabteilung)) oder das laotische Konsulat in Khon Kaen (19/1-3 Pothisam Road, Khon Kaen 4000, Tel.: +66-4-3 22 07 94 oder 3 22 36 98 (Visa-Abteilung)).

    Visa für einen maximalen Aufenthalt von 14 Tagen (vor Ort gegen Gebühr verlängerbar) können bei der Einreise an den internationalen Flughäfen Vientiane, Luang Prabang und Paksé sowie am Grenzübergang nach Nong Khai (Freundschaftsbrücke) gegen Vorlage von gültigem Reisepass, 2 Lichtbildern sowie Nachweis über Rück-/Weiterreise und Unterkunft (durch Reiseveranstalter oder Gastgeber) eingeholt werden. Die Erteilung von Visa liegt im Ermessen der laotischen Behörden.

    Kinderausweise werden von laotischen Behörden nicht anerkannt. Der Eintrag eines Kindes mit Lichtbild in den Reisepass eines Elternteils wird zur Zeit bis zum Alter von 12 Jahren anerkannt. Im Zweifelsfall sollte eine Kontaktaufnahme mit der laotischen Botschaft erfolgen. Kinder sollten nach Möglichkeit mit eigenem Reisepass nach Laos einreisen, um im Notfall auch ohne den ggf. verhinderten Elternteil, in dessen Pass sie eingetragen sind, das Land verlassen zu können. Die Reisedokumente müssen bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird.

    Einreise nach Laos sollte nur über die für Ausländer geöffneten Grenzübergänge stattfinden. Bei Einreise ist unbedingt darauf zu achten, dass ein Einreisestempel in den Reisepass angebracht wird. Das Fehlen eines ordnungsmäßigen Einreisestempels führt spätestens bei Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten (hohe Geldstrafen, Verhaftung, Abschiebung). Ob das Fehlen des Einreisestempels aus einem Fehlverhalten des Reisenden resultiert oder nicht, ist bei der Strafbemessung unerheblich.

    Aufenthaltsgenehmigungen (Visa) für Laos sollten rechtzeitig verlängert werden. Wird ein Visum überzogen, so muss mit Geldstrafen und ggf. Verhaftung und/oder Abschiebung gerechnet werden.

    Am späten Abend werden verstärkt Personenkontrollen durchgeführt. Reisende, die sich nicht durch ordnungsgemäße Dokumente ausweisen können, müssen damit rechnen, über Nacht in Polizeigewahrsam genommen zu werden.

    Malediven Geschichte/Historie

    Die ersten Einwohner kamen wahrscheinlich noch vor 500 v.Chr. von Ceylon (Sri Lanka) und Südindien auf den Archipel. Eine Theorie besagt, dass sich die Inseln schon 2000 v.Chr. am Handelsknotenpunkt verschiedener Seefahrervölker befanden. Die Malediver selbst glauben, dass die ersten Siedler ein urtümliches Volk von Sonnenanbetern - die Redin - waren, die ein reiches Erbe von heute noch gegenwärtigen Glaubenslehren und Bräuchen, darunter die bösen Geister oder Dschinnen, hinterlassen haben.

    Die Redin verließen die Inseln um 500 v.Chr. oder mischten sich unter die Buddhisten aus Ceylon bzw. unter die Hindus aus Indien. Da es an Baumaterial mangelte, verwendeten alle Neuankömmlinge die von den vorherigen Siedlern hinterlassenen Reste als Fundament für ihre Konstruktionen. Das ist auch der Grund, warum viele maledivische Moscheen in Richtung Sonne anstatt in Richtung Mekka zeigen. Seit dem 2. Jahrhundert n.Chr. berichteten arabische Händler auf dem Weg in den Fernen Osten von Besuchen auf den Malediven. Die als 'Geldinseln' bekannten Malediven brachten riesige Mengen an Kaurimuscheln hervor, die im Altertum als internationale Währung dienten.

    Die Konversion zum Islam im Jahre 1153 beschreibt einen Wendepunkt in der Geschichte der Malediven. Der Legende zufolge verlangte ein Meeresdschinn namens Rannamaari die regelmäßige Opferung jungfräulicher Mädchen in Malé. Eines Tages nahm Abu Al Barakat, ein arabischer Besucher aus Nordafrika, den Platz einer Opferjungfrau ein und vertrieb den Dämon, indem er den Koran - das heilige Buch des Islam - rezitierte. Der zu dieser Zeit herrschende maledivische König begeisterte sich für den Islam, und Barakat wurde später erster Sultan. Es folgte eine Serie von sechs sultanischen Dynastien, denen insgesamt 84 Sultane und Sultaninnen angehörten. Als im 16. Jahrhundert zum ersten Mal die Portugiesen auf den Plan traten, gab es sogar zwei herrschende Dynastien: die Malei und die Hilali.

    Die Portugiesen, die darauf erpicht waren, einen größeren Anteil an den Gewinn bringenden Handelsrouten im Indischen Ozean zu erlangen, erhielten die Erlaubnis, in Malé ein Fort und eine Handelsniederlassung zu errichten. Und es sollte nicht lange dauern, bis sie noch mehr von den Malediven wollten. Im Jahre 1558 führte Kapitän Andreas Andre eine portugiesische Invasion an, bei der Sultan Ali VI. getötet wurde. In den folgenden 15 Jahren befanden sich Malé sowie ein Großteil des Landes in Andres Hand. Im Jahre 1573 schließlich nahm die portugiesische Besatzung ein jähes Ende, als Inselchef Mohammed Thakurufaan zum Angriff gegen die wichtigste portugiesische Garnison ansetzte und die gesamte Truppe überwältigte.

    Im 17. Jahrhundert standen die Malediven zunächst unter holländischem, danach unter britischem Schutz, aber keine der beiden Nationen errichtete eine Kolonialverwaltung. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten Borah-Kaufleute aus Bombay in Malé Lagerhäuser und Geschäfte und erlangten somit rasch nahezu ein Monopol auf den ausländischen Handel. Der wirtschaftlichen Vereinnahmung durch die Borahs überdrüssig unterzeichnete Sultan Mohammed Mueenuddin II. im Jahre 1867 eine Vereinbarung mit den Briten, in der den Malediven völlige Unabhängigkeit zugesichert wurde. Die Inseln standen daraufhin unter britischer Schutzherrschaft, und die Briten konnten ungehindert ihre Verteidigungsanlagen errichten.

    Nach Einführung der ersten Verfassung des Landes im Jahre 1932 war das Sultanat nicht länger erblich, sondern wurde von nun an per Wahl entschieden. Im Jahre 1953 wurde das Sultanat abgeschafft und die erste Republik unter der Präsidentschaft von Amin Didi ausgerufen. Nicht einmal ein Jahr später wurde Didi gestürzt. Erneut ergriff ein Sultan die Macht: Mohammed Farid Didi, der 94. Sultan der Malediven. Etwa zur gleichen Zeit sicherten sich die Briten die Erlaubnis, ihren alten Luftwaffenstützpunkt aus Kriegszeiten auf dem Addu-Atoll im tiefen Süden des Landes wieder aufzubauen. Ab 1956 setzte die Royal Air Force die Basis mehr und mehr als Stationierungsposten ein. Hunderte von maledivischen Arbeitern wurden beschäftigt und die Gan-Insulaner wurden neu angesiedelt. Als jedoch 1957 Ibrahim Nasir zum Präsidenten gewählt wurde, verlangte dieser unverzüglich eine Revision der Vereinbarung und in diesem Zusammenhang die Verkürzung der Pachtzeit sowie eine jährliche Erhöhung der Zahlung.

    Das führte zu einem Aufstand der Einwohner der Atolle Addu und Suvadiva (Huvadu) gegen die Regierung. Sie protestierten gegen Nasirs Forderung an die Briten, nicht länger einheimische Arbeitskräfte einzustellen. Unter dem Einfluss der Anwesenheit der Briten beschlossen die Rebellen, die Verbindungen zu Male völlig abzubrechen und einen unabhängigen Staat zu gründen. Im Jahre 1962 entsandte Nasir Kanonenboote zu den südlichen Atollen und der Aufstand wurde unterdrückt. Bald danach erkannten die Briten die Souveränität der Inseln an und 1965 erlangten die Malediven völlige Unabhängigkeit.

    Im Anschluss an ein Referendum im Jahre 1968 wurde das Sultanat wieder abgeschafft und eine neue Republik unter Präsident Nasir ausgerufen. Zehn Jahre später endete seine autokratische Herrschaft und aus Angst um sein Leben floh er nach Singapur. An seiner Stelle wurde der progressive Maumoon Abdul Gayoom zum Präsidenten gewählt, der seither an der Macht ist. Er überstand Putschversuche in den Jahren 1980 und 1988. Im Jahre 1993 kandidierte er für die vierte Amtszeit von fünf Jahren und seine Präsidentschaft wurde mit einer überwältigenden Mehrheit der Stimmen bestätigt.

    Die letzten Jahre waren von Modernisierung, raschem Wirtschaftswachstum und einer Verbesserung nahezu aller sozialen Indikatoren gekennzeichnet. Dieses Wachstum ist hauptsächlich der Fischerei, dem Tourismus und den Hilfsmitteln aus dem Ausland zu verdanken. Im Land stehen sich zwei entgegengesetzte Bewegungen gegenüber: die politische Liberalisierung einerseits und eine traditionellere muslimische Lebensweise andererseits. Außerdem gilt es ein Gleichgewicht zwischen der Erhaltung der Umwelt und der Weiterentwicklung des Tourismus und der Fischerei zu schaffen.

    Copyright © 2004 Lonely Planet Publications

    LTI Villa Sun Island – Malediven, Hotel, Reise

    An dieser Stelle möchte ich euch auch einmal unseren Reisebericht zum LTI Villa Sun Island ans Herz legen, der nur so von Fakten strotzt... hier mal die Einleitung, den Rest gibts HIER.

    Es war irgendwann einmal vor gut 4 Jahren, als ich meinen ersten Karibikurlaub planen wollte. Ich durchblätterte die schön bebilderten Kataloge von Maiers Weltreise und musste zwangsweise auch am Malediventeil vorbei. Plötzlich geschah es einfach: Ich sah das Luftbild von Sun Island und war seit diesem Zeitpunkt für immer verzaubert...leider hatte ich damals als armer Schüler kein Geld für ein solches Traumziel. Dann jedoch im Jahr 2001, mit mehr Geld in der Tasche, fasste ich den Entschluss, endlich dieses Atoll nahe dem Äquator anzusteuern. Gebucht haben wir einen 2-wöchigen Aufenthalt mit HP und Wasserflugzeugtransfer. Den Flug mit der Emirates (mit Zwischenstop in Dubai) hatten wir seperat gebucht, da er erstens günstiger war als die deutschen Charterflüge, und uns zweitens die ersten Bilder vom Service an Bord überzeugt hatten... Den kompletten Reisebericht mit Bildern könnt ihr HIER lesen.


    Weiterführende Links zum THema Sun Island findet ihr hier:

  • Reisebericht über Sun Island

  • Lageplan Sun Island

  • Fotogallerie Sun Island
  • Digitalvoodoo Netzwerk

    Insgesamt gibt es in diesem Blog bislang 172 Einträge und 388 Kommentare. Hoffentlich werden es bald mehr :-)

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