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Agency hui, Guide pfui - Verkehrte Welt in Yangshuo

Nun ist es uns also tatsaechlich widerfahren. 2 Monate lang haben wir es relativ souveraen geschafft, den uebelsten Scammern und Abzockern auszuweichen, doch nun hat es uns dann doch noch erwischt.
Nach all den eher maessigen Erfahrungen mit Travel Agencies und im Gegenzug den ueberwiegend guten Erfahrungen mit lokalen Fuehrern haben wir unserem Guide hier viel zu viel Vertrauen entgegengebracht. In Malaysia, Kambodscha und Laos hatten wir richtig Glueck und ganz tolle Erlebnisse mit den Guides, fuer Yangshuo kann unsere Empfehlung nur lauten, dass man doch lieber sich an die Travel Agencies und Tourorganisatoren wenden sollte.

Am ersten Tag waren wir ja noch ganz happy mit unserem Guide. Zwar gabs einige Sachen, die etwas komisch waren und im Nachhinein ins Rip-Off-Bild passten, aber da haben wir drueber hinweggesehen. Am zweiten Tag dann haben wir einige voellig ueberteuerte, unspassige Kayaktour gemacht. Auf einem abgelegenen Fluss paddelten wir ziemlich lustlos herunter. Andere Leute haben wir nicht gesehen ... warum auch, wenns so langweilig ist.

Abends wollten wir eigentlich zu einer hochgelobten Lichtershow, wo wir dann aber ans falsche Ufer gefahren wurden, wo man nicht wirklich viel sehen konnte. Als wir dann unser Geld fuer diesen Muell zurueck wollten, offenbarte sich der wahre Charakter der vorher so netten Dame. Nach einer laengeren hitzigen Diskussion war klar, dass wir die Kohle nicht mehr sehen wuerden und in solchen Momenten wuenscht man sich dann doch mangels rechtsstaatlicher Moeglichkeiten eine dunkle Ecke und einen Baseballschlaeger herbei.

Am letzten Tag in Yangshuo waren wir dann wieder auf eigene Faust unterwegs (bzw. ueber eine der lokalen Agencies) und sofort war der Spass wieder da. Mit einem ziemlich klapprigen Bus wurden wir zum Rafting gefahren. Zuerst sah das ganze voellig unspektakulaer aus, da der "Fluss" eigentlich nur ein kleines Rinnsal war. Ueber die Leute, die sich Knie- und Ellenbogenschoner angezogen haben, konnten wir zunaechst nur grinsen. Als wir dann hinten auf einem Laster zur Startstelle gefahren wurden, offenbarte sich der Kniff an der Sache.
An einer Staustufe sammelten sich die ganzen Leute und weiter oben muss es wohl weitere Staustufen gegeben haben, da sich immer schneller Wasser im Becken sammelte. Die Sturzhelme nutzte dann so mancher Chinese, um das allseits beliebte Spiel "Mach den Gweilo nass" anzustossen. Wir als bekennende Teilzeit-Buddhisten haben das ganz ruhig ueber uns ergehen lassen. Sich wehren waere auch gar nicht moeglich gewesen.

Irgendwann war das Becken dann fast voll und die Staufstufe wurde zum Teil geoeffnet. Aus dem Rinnsal wurde ein befahrbarer Sturzbach und ein Boot nach dem anderen wurde auf die Reise geschickt. Im Prinzip wars zwar kein Rafting, da wir zu zweit gegebenueber im Boot sassen und man eigentlich nur vom Wasser runtergetragen wurde, aber sauwitzig war es allemal. Staendig wurden wir vom Wasser und den Steinen rumgeschleudert und einige Stromschnellen brachten uns immer wieder mal ins Schwitzen. Als ob wir noch nicht genuegend nass gewesen waeren.
Dummerweise hatten wir eines der dichten Schlauchboote erwischt, sodass sich immer mehr Wasser im Boot sammelte und wir zunehmend Tiefgang bekamen. So blieb man immer wieder mal an den Steinen am Boden haengen, was dann aber trotzdem Spass machte, da sich hinter einem die Boote stauten und vom Kentern war man oft nicht weit entfernt. Der Spass hat ungefaehr 45 Minuten gedauert und unten angekommen waren wir dann erstmal echt kaputt.

Abends wollten wir dann noch die Lichtershow nachholen, aber leider hatte die Agency aus Versehen fuer die spaetere Show gebucht, die wir aber nicht wahrnehmen konnten, weil wir unseren Bus erreichen mussten. Und nun erlebten wir eine der ganz wenigen Agencies, wo wir letztendlich doch voll zufrieden waren. Das Geld fuer die Show gabs natuerlich zurueck und einer der Angestellten hat dann noch sicherlich 2 Stunden seiner Arbeitszeit investiert, um den Bustransfer ordentlich ueber die Buehne zu bringen (die Tickets hatten wir bei unserem beschissenen Guide gebucht).

Dafuer ist er mehrfach durch die Stadt gefetzt. Zu Fuss, mit dem Motorrad, sogar mit dem Minibus. An manchen Stellen glaubten wir nicht mehr daran, dass wir tatsaechlich noch den Bus erreichen wuerden, aber dann hats doch noch geklappt und wir konnten die letzte groessere Fahrt (abgesehen vom Heimflug) angehen. Im Sleeper Bus wars zwar nicht so richtig komfortabel, weil wir halt etwas zu gross fuer die Standard-Asiaten-Liegen sind, aber wir kamen dennoch zumindest halbwegs ausgeruht in Guangzhou an.

Last but not least wollen wir uns auch noch bei Matthias und Forster bedanken, mit denen wir einen amuesanten Abend verbracht haben. Diverse Bierchen mussten in den Abendstunden dran glauben und ueber die Stories werden wir noch eine ganze Weile lachen koennen. Ein besonderer Gruss geht natuerlich auch an Matthias' Grosseltern, die jenseits der 80 Jahre noch das Abenteuer China-Reise angehen.
(@Matthias: Die Fotos kriegst du dann von Chris, sobald wir zurueck in Deutschland sind)

Nun gehts aber echt ab Richtung Guangzhou, um uns mal so richtigen Smog anzusehen.

Viele Gruesse aus dem Sueden Chinas
Harry & Chris



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Zusammenfassung

Nun ist es uns also tatsaechlich widerfahren. 2 Monate lang haben wir es relativ souveraen geschafft, den uebelsten Scammern und Abzockern auszuweichen, doch nun hat es uns dann doch noch erwischt. Nach all den eher maessigen Erfahrungen mit Travel Agencies...

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