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30.09.04

Trekking in Halong Bay und Rueckkehr nach Hanoi

Der zweite Tag in Halong Bay sollte eigentlich ganz gemuetlich werden. Fruehstueck an Bord, dann eine 2,5-stuendige leichte Trekkingtour auf Cat Ba Island, spaeter Strandsandln und schwimmen. Gaaaanz relaxed also.

Um 7 Uhr frueh war die Nacht schon vorbei. Kein Weckruf oder aehnliches, aber wenn der Strom ausgemacht wird und der Ventilator ausgeht, ist das nicht mehr so gemuetlich. Das Fruehstueck war dann auch nicht so wirklich prickelnd. Nicht angetoasteter Toast, nur wenig schmackhafter Frischkaese dazu, naja, egal. Gab schon schlimmeres.

Zur Trekkingtour sind wir dann frohen Mutes in Sandalen (meiner einer) und Badeschlappen (Chris) aufgebrochen. Etwas Wasser im Gepaeck, wird schon reichen. Die anderen 4 Tourteilnehmer waren auch nicht besser ausgestattet. Unser Guide stellte sich auf der Busfahrt zum Startpunkt vor und schnell war klar, dass es mit der Verstaendigung unterwegs etwas haklig werden sollte.

Dann gings den ersten Berg hoch und unsere kleine Berggazelle (lies: unser Guide) legte ein Tempo vor, dass angesichts der hohen Aussentemperaturen fuer den Standardwestler nicht gerade angemessen war. Zwei Minuten spaeter waren dann auch gleich alle mal durchgeschwitzt. Nach fuenf Minuten kamen die ersten (vollkommen berechtigten) Beschwerden der beiden aelteren Teilnehmer. Kurze Zeit danach hatte sich unsere illustre Truppe auf 3 Personen + Guide verkleinert, da sich deutlich abzeichnete, dass es sicherlich keine einfache Tour sein wuerde. Die anderen drei Leute drehten also um und warteten die naechsten 3 Stunden am Startpunkt. Unser Guide versicherte ihnen, dass wir sie dann abholen wuerden. Um es vorwegzunehmen: natuerlich wurden sie vergessen und erst auf erneutes Anfragen erinnerte man sich an die urspruengliche Abmachung.

Nun gut, zurueck zum Thema. Chris, meine Wenigkeit und eine Hollaenderin hetzten also weiter dem Guide hinterher. Ueber Stock und Stein, rauf und runter. Ob man eigentlich noch von Trekking sprechen konnte oder ob es eher Climbing war ... ? Irgendwas wohl dazwischen. Dies alles wohlgemerkt mit dem oben erwaehnten Top Equipment.
In den Cameron Highlands hatten wir ja beim Trekking bereits Erfahrungen gesammelt, wenn man die eigenen Grenzen eigentlich ueberschreitet und nun sollte es aehnlich werden. Zwar war der Weg insgesamt etwas weniger schwierig, aber dafuer machten uns die Temperaturen von 30 Grad doch sehr zu schaffen. Voellig durchnaesst und erschoepft erreichten wir dann nach 2 Stunden den Gipfel. Oben haben wir die obligatorischen Panoramabilder geschossen und die Gelegenheit, mein T-Shirt auszuwringen hab ich dann auch noch genutzt. Die Videos dazu werden bei Gelegenheit nachgereicht und haben bereits heute das Potenzial zum Klassiker.

Die nachmittaegliche Strandsession konnten wir dann also so richtig geniessen. Mit den beiden Hollaenderinnen haben wir dann noch geredet und festgestellt, wie aehnlich die Reiserouten doch waren. Fast gleichzeitig in Singapur gestartet sind, diverse Ueberschneidungen bei den Orten, Full Moon Party, sogar dasselbe abgelegene Hotel auf Koh Phi Phi und der Oberhammer natuerlich, dass wir in derselben Tubinggruppe in Vang Vieng (Laos) waren, ohne aufeinander zu achten. Nur die Happy Pizzas & Shakes haben wir dort im Gegensatz zu ihnen ausgelassen.

Abends konnten wir dann nachholen, was wir tags zuvor aus Faulheit ausgelassen hatten - Nachtschwimmen. War echt eine coole Sache und das fluoreszierende Plankton haben wir auch gesehen. Ebenso nicht zu uebersehen waren die an Bord anwesenden Englaender, die jedes Klischee und Vorurteil erfuellten. Um politisch korrekt zu bleiben, zitiere ich hier mal lieber den anwesenden Hollaender, der das in etwa so formulierte: "Ja, das ist immer so mit denen. Jeden Abend dasselbe. Nur Bloedsaufen im Kopf".
Wir berichten hier ja nur objektiv.

Wie immer noch ein paar Worte aus der Rubrik "Erwaehnenswert":
Kakerlaken! Auf dem Deck, beim Essen, im Zimmer. Einfach ueberall. Gut, dass ich seit Koh Pha-Ngan eine unverbrauchte grosse Dose Baygon Moskito- und Cockroachkiller dabei habe. So duftete es im Zimmer dann auch nicht nach Diesel oder Toilette, sondern sogar halbwegs angenehm und beruhigt schlafen konnte man auch. "Off", das Autan Suedostasiens, wirkt uebrigens auch, allerdings dann besser als eine Art unsichtbare Grenze, ueber die die Kakerlaken nicht drueberlatschen. Also einmal rund um die Bettdecke und erholsam einpennen. Mahlzeit uebrigens.

Heute gings dann zurueck nach Hanoi, wo wir noch ein bisschen die Stadt unsicher machen werden. Heute ist es merklich ruhiger als vor ein paar Tagen, da wir wohl zufaellig an einem Tag ankamen, wo hier abends der Ausnahmezustand herrschte. Und morgen gehts dann weiter nach China. 832km mit Zug im klimatisierten Schlafwagen, fast einen ganzen Tag lang. Von dort aus ist es gar nicht mal mehr so weit bis nach Hongkong.

Viele Gruesse aus Hanoi, dieses Mal an alle, die sich schon so richtig auf unsere Rueckkehr freuen. :)

Harry & Chris

29.09.04

Halong Bay - Arschbomben, Tipps wie man sich Freunde fuers Leben schafft und noch viel mehr

6 Uhr frueh, das Zimmer ist auf 17ºC runtergekuehlt, aber dank zweier dicker Bettdecken ist es trotzdem schoen warm. Richtig gemuetliches Pennen, eigentlich klasse.

Biep-biep, biep-biep, biep-biep.

Verdammt, aufstehen. Halong Bay wartet. Also wieder einmal Sachen packen & auschecken, man gewoehnt sich dran. Mittlerweile haben wir an 20 verschiedenen Orten uebernachtet (Transit-Uebernachtungen nicht mitgezaehlt). Am Reiseveranstalter angekommen gabs dann noch das uebliche Abklappern von anderen Veranstaltern, bis der Minibus auch bis zum letzten Platz voll war. Wir haben uns zu zweit auf die viersitzige Rueckbank verzogen und da erstmal auf unsere unverschaemte Art und Weise alles blockiert. Eine von Chris ganz klar als Franzoesin identifizierte Frau meinte erst, wir muessten wohl noch Platz machen, spaeter gabs nur noch "You are lucky", nachdem sich keiner mehr hinhockte. Im guten Gewissen meinte Chris zu mir "Kann die sich nicht um ihren eigenen Scheiss kuemmern?". Dumm war dann nur, dass es sich gar nicht um eine Franzoesin, sondern um eine Schweizerin handelte. So haben wir uns schonmal Freunde fuer den weiteren Tag gemacht.

Der regelmaessige Leser wird sich wohl bereits ohne weitere Erwaehnung denken koennen, was uns die Fahrt so gebracht hat. Richtig, einen Scammer-Stopp. Nach etwa einer Stunde hielten wir an einem Outlet-Store fuer diversen Muell ... aehm, Verzeihung, Handicraft Village mit ganz tollen Souvenirs. Ok, ist etwas uebertrieben, denn ein paar schoene Sachen gabs dann schon und die Schnapsflasche mit einer angeblich echten Schlange drin zur Steigerung der maennlichen Leistungsfaehigkeit in saemtlichen Lebenslagen hatte es Chris echt angetan.

Angekommen in Halong City gings dann aufs Boot und von dort aus quer durch die hundertfach aus dem Wasser ragenden Inseln. Wir hatten uns den Platz ganz vorne am Bug ausgesucht, um den Fahrtwind zu geniessen und bei einem kuehlen, die Kehle heruntertropfenden Bier die Beine baumeln zu lassen. Leider wars etwas diesig, aber wenn man etwas naeher an die Felsen rankam, kamen die Farben dann doch noch richtig gut heraus. Das Mittagessen war so-so, wie man es so schoen sagt. Geteilte Platten sind irgendwie doch nicht ganz unser Ding, besonders wenn jeder mit seinen Essstaebchen im selben Topf rumstochert.

Nach vollzogenem Schmaus stand dann erstmal die Besichtigung einer Hoehle auf dem Programm. Im Laufe von Millionen von Jahren hat hier das Wasser einige echt schoene und grosse Tropfsteinhoehlen geschaffen. Viel zu erzaehlen gibts dazu leider nicht, wir muessen hier auf den in wenigen Wochen erscheinden 2000-seitigen Bildband "Zwei Muenchner beim Posen in Asien" verweisen. Sehenswert wars aber allemal.

Ein weiteres Highlight stellte eine Fahrt in eine komplett abgeschlossene Bucht dar. Der einzige Zugang war ueber Wasser durch einen gerade mal 1 Meter hohe Tunnel. Viele Leute auf dem Boot wissen wohl noch immer nicht, was sie verpasst haben, denn die Resonanz auf diesen optionalen Tripp war sehr gering. Gut so, denn die faulen Hintern vermisst sicher niemand auf den Fotos.
Innen drin in der Bucht gabs dann allerlei Karstformationen zu bestaunen und den kleinen Zugang konnte man fast nicht mehr sehen. Es war in etwa so, wie es einem der Film "The Beach" mit Computereffekten vorgaukelt, abzueglich dem Sandstrand, denn den gabs hier leider nicht.

Abends fuhren wir dann in eine geschuetzte Bucht, in der wir dann vom 6 Meter hohen Aussichtsdeck (haha) gezielte Arschbomben ins Wasser abliessen. Das eine oder andere Bier musste dann auch noch dran glauben, aber wir habens recht ruhig angehen lassen.

Der Vollmond brachte dann nachts sowohl einen positiven als auch einen negativen Effekt. Durch das erhoehte Lichtaufkommen konnten wir die uns umgebenen Kartformationen sehr gut sehen und auch die Tatsache, dass man einen richtigen Schatten (nicht geistig!) um Mitternacht hatte, war auch noch bemerkenswert. Von unserem Zimmer hatten wir dann auch noch eine klasse Aussicht auf bereits erwaehnte Berge.
Leider konnte man aber durch das Licht einen besonderen Effekt deutlich geringer sehen als z.B. bei Neumond. Bei Bewegungen im dunklen Wasser konnte man fluoreszierendes Plankton sehen, was dann in etwa so gestaltete, dass die direkte Umgebung um einen herum immer wieder kleine Blitze im Wasser aufwies. Laut einem Franzosen an Bord soll dies nur an ganz wenigen Orten auf der Erde der Fall sein. Morgen werden wir dann selber beim naechtlichen Schwimmen das Ganze mal aus der Naehe inspizieren.

Erwaehnen muessen wir dann auch die beiden Australier (Mutter & Sohn), mit denen wir gestern eine ganze Weile abends geredet haben. Nun wissen wir, dass es in Australien manchen Ort gibt, in dem Deutsch quasi die Amtssprache ist und den besten Wein stellen auch deutsche Auswanderer her. Und Fosters soll eine ueble Pissbruehe sein. Am Ende haben wir dann auch noch eine Einladung bekommen, die wir sicherlich gerne annehmen werden, wenn wir mal nach Australien vorstossen sollten. Dann gehts auf Safari und wehe dem fiesen Koalabaer, der direkt auf uns zukommt!!

Dank einem Stromausfall und anschliessendem nicht funktionierenden Internet darf ich den zweiten Teil dieses nun bereits zum dritten Mal schreiben, was mich natuerlich sehr erfreut. Danke, liebes Stromnetz. Danke.

Zur Trekkingtour, die wir gerade hinter uns gebracht haben, aeussere ich mich dann im naechsten Beitrag. Dafuer bin ich jetzt einfach zu fertig.

Viele Gruesse von Cat Ba Island
Harry & Chris

28.09.04

Mopeds und Verkehrschaos in Hanoi - Vietnam

Heute war eigentlich der erste Tag, den wir in Hanoi verbringen durfte, so hatten wir uns nicht viel davon erwartet ausser ein wenig Sightseeing und gutes Essen... doch ich muss sagen, das wir, besonders ich, sehr beeindruckt sind von dieser Stadt und ihren Bewohnern.

Es ist wirklich krass zu sehen, wie stark sich doch die einzelnen suedostasiatischen Laender voneinander unterscheiden... auf der einen Seite die Bewohner von Lao(s), die scheinbar die Ruhe selbst sind und bei denen jegliche Anstrengung als ueberfluessig bewertet wird, und auf der anderen Seite die Vietnamesen, die scheinbar im totalen Chaos und in Hektik leben und das auch geniessen.

Gestern kam es eben dann, dass wir im Legends Cafe im ersten Stock auf dem Balkon sassen mit perfektem Blick auf einer der grossen Kreuzungen im Old Quarter von Hanoi. Man muss sich das so vorstellen: eine riesige Kreuzung in die 5 Strassen muenden, keine einzige Ampel, 5 Zebrastreifen die nur der Verzierung dienen und ungefaehr 150 Mopeds, die gleichzeitig auf dieser Kreuzung fahren/stehen/ausweichen und untentwegt hupen. Fuer den gemeinen Europaeer erscheint das sicher als absolutes Chaos (wenn man nicht gerade Sueditaliener ist) in dem man unmoeglich die Strasse sicher ueberqueren kann.... doch die Technik macht es aus. Man muss einfach langsam und zielstrebig die Strasse ueberqueren, so dass die Flut von Mopeds um einen herum ausweichen kann... das Gefuehl kommt am naehesten an das heran, wenn man an einer Klippe steht und einen Schritt Richtung Abgrund macht :-) aber es funktioniert... und das zaehlt wohl.

Gestern war zusaetzlich auch noch Vollmond, so dass wahrscheinlich ganz Hanoi auf die Mopeds gestiegen ist um dieses Ereignis mit Lampen, Lichtern und Leuchtstaeben zu feiern... auf den Strassen versteht sich... ein wahnsinniges Chaos, aber es war ein Genuss oben auf dem Balkon zu stehen und dem Treiben mit einem (spaeter 2) Glas Weissbier zu folgen.


Leider konnten wir uns nicht das Mausolaeum von Ho Chi Minh ansehen, da der gerade zur Restauration in Russland ist. Leider waren ebenso viele andere Sightseeingpunkte geschlossen, so wie jeden Montag. Zum Glueck konnten wir uns aber den Temple of Literature ansehen, der 1070 zu Ehren von Konfuzius erbaut wirde... wirklich sehr beeindruckend... zumindest das was die Amerikaner nicht zerbombt haben.

Last but not least waere da zu erwaehnen, das man hier in Hanoi wunderbar mit Rikschas fahren kann, also modifizierte Fahrraeder mit Sitzkoerben an der Front. Eigentlich sind die Dinger nur fuer 2 Asiaten oder einen Europaeer gedacht, doch als wir mit unseren Backpacks ankamen bestand der Fahrer unbedingt darauf uns beide zu unserem Guesthaus zu fahren... also die Rucksaecke vorne drauf und dann noch wir beide dazu, also mit Bike und Fahrer sicher 250 Kilo, die der arme Kerl mit Muskelkraft bewegen musste... anfaenglich war es uns ein wenig peinlich und wir haben Traenen gelacht, doch nachher konnten wir es echt geniessen, wenn da nicht die Schmerzen im Becken nicht so stark gewesen waeren :-)

So, nun geht es aber auch schon los Richtung Halong Bay, einem weiteren Unseco Weltkulturerbe auf unserer Liste der Must Sees :-0 Harry wird berichten.

Liebe Gruesse aus Vietnam

Euer Chris & Harry (beide schon etwas erschoepft)

PS: Conny, ich werde versuchen noch irgendwo die von Dutch Cappies aufzutreiben, aber der beste Platz waere in Bangkok gewesen... ich gebe aber natuerlich mein Bestes und halte dich auf dem Laufenden :-)

27.09.04

Hoch gepokert - hoch gewonnen... Hanoi ahoi!

Wir habens tatsaechlich geschafft, in Hanoi anzukommen - zeitlich ganz nach Plan, wenn auch nur haarscharf. Aber das ganze mal von Vorne...

Wie Chris im letzten Beitrag schon geschrieben hat, hatten wir den Nachtbus um 19:30 gebucht, der angeblich so gegen 5:00 frueh in Vientiane ankommen sollte. Ein ganz schlauer Travel Agent wollte uns noch einen Bus um 17:30 andrehen, der aber nach einem kurzen Abstecher zum Busbahnhof gar nicht existierte. Dumm gelaufen, so hat er sich selber ums Geschaeft gebracht.

Es kam so, wie es kommen musste. Der gerammelt volle Bus hielt staendig an, Fahrer und Personal vergewisserten sich jede (gefuehlte) Viertelstunde, ob die Reifen noch ganz waren und bergauf kamen wir dank Reissaecken, diverser Fracht und Motorrad auf dem Dach kaum voran. Dann zickte auch noch das Getriebe rum und die letzten Stunden wurde wohl nie der erste Gang eingelegt. Macht ja nix, wir haben ja Zeit.

Nein, verdammt, wir hatten keine Zeit, ausnahmsweise mal nicht. Allen bisherigen Erfahrungen mit diversen semi-kaputten Bussen, Verspaetungen und Scammerei zum Trotz hatten (nachdem ich mich irgendwann dann total muerbe dem Risiko gebeugt hatte) wir sogar schon in Luang Prabang einen Weiterflug fuer 8:00 Uhr morgens gebucht. Zum Schweiss im Bus dank mangelhafter Klimaanlage kam nun auch das beruehmt-beruechtigte Arschwasser (lies: Angstschweiss) hinzu.

Gegen 4 Uhr nachts bin ich dann noch aufs Dach des Busses gekrachselt, um von dort unser Gepaeck in greifbare Naehe zu verfrachten, damit wir direkt am Flughafen aus dem Bus springen konnten und nicht erst zum Busbahnhof gekarrt wurden. Dementsprechend verdreckt sah dann meine Hose heute frueh auch aus. :) Aber was tut man nicht alles, wenn man weiss, dass man bereits 2,5 Stunden Verspaetung hat.

Die letzten Stunden gings dann wieder einigermassen zuegig voran und wir haben es doch tatsaechlich geschafft, um kurz vor halb 8 den Flughafen zu erreichen. Dass wir dafuer die letzten 1000m wie die Saeue rennen mussten (und dementsprechend schwitzten) sei da nur am Rande bemerkt. Gott sei Dank lief dann vor Ort alles problemlos und selbst mein Taschenmesser, dass ich im Handgepaeck vergessen hatte, konnte ich in Hanoi am Lost&Found-Schalter abholen - so einen Service gibts in Deutschland nicht.

Geflogen sind wir mit einer alten franzoesischen Propellermaschine, der zumindest am linken Fluegel ein paar Nieten fehlten. Veranstalter war uebrigens Lao Aviation, die noch immer keine Schadensstatistik veroeffentlichen... ein Schelm, wer Arges denkt. Das war uns dann letztendlich ziemlich egal und gesund und munter angekommen sind wir auch, wie man ja hier lesen kann.

Und was es fuer eine Ankunft war. Vom Flughafen ab in den Minibus und in 45 Minuten nach Hanoi City. Auf dem Weg wurden die Mopeds immer mehr, bis dann irgendwann nur noch Zweiraeder um einen herum wuselten. Faszinierenderweise gibt es so gut wie keine Ampeln und das Ueberqueren der Fahrbahn durch den fliessenden Verkehr hindurch ist immer wieder eine kleine Mutprobe.
Groesser haette der Kontrast zum eher verschlafenen und schon richtig provokant relaxten Laos nicht sein koennen. Dort alle paar Minuten mal ein motorisiertes Vehikel, hier das (fuer den Durchschnittseuropaeer) totale Chaos. Morgen werden wir dem ganzen wohl schon fuer 3 Tage entfliehen, um einen Abstecher nach Halong Bay zu machen. Ob es von dort Updates gibt, kann wohl nicht mal Konfizius voraussagen, denn wir werden 2 Naechte lang auf einem Boot pennen. Wir werden dort viel schwimmen, Grotten anschauen und Chris hat irgendwas von Schlammcatchen in irgendwelchen Hoehlen erzaehlt...
[EDIT: Dass mit dem Catchen bezog sich auf China, nicht auf Halong Bay]

Und dann wollte ich uns noch schnell in eigener Sache dafuer loben, dass wir es trotz zahlreicher Angebote weiterhin schaffen, drogenfrei durch Asien zu reisen. Opium, Marijuhana, Pilze ... all dies wird einem gerne mal auf der Strasse angeboten. Also liebe Kinder, machts wie die beiden reisenden Studenten und schaut vielleicht mal zu tief ins Glas, aber Pfoten weg von allem Anderen. Danke fuer die Aufmerksamkeit!

Viele Gruesse aus Hanoi, insbesondere an Phuong My und Familie!
Harry & Chris

3.05.04

Vietnam's Klima, Flora & Fauna

Vietnam, Republik in Südostasien, die im Norden an China, im Osten und Süden an das Südchinesische Meer und im Westen an Kambodscha und Laos grenzt. Amtliche Bezeichnung ist Sozialistische Republik Vietnam. Sie hat eine Gesamtfläche von 331 690 Quadratkilometern. Landeshauptstadt ist Hanoi, größte Stadt des Landes ist Ho-Chi-Minh-Stadt.


Vietnam breitet sich im östlichsten Teil der südostasiatischen Halbinsel in zerklüfteter, lang gestreckter S-Form aus. Ihre Landschaftsstruktur wird von Gebirgsketten, Küstenebenen und Flussdeltas geprägt.


1. Physische Geographie

Vietnam teilt sich in vier Hauptgebiete: Im Nordwesten erstrecken sich die Ausläufer des chinesischen Yunnan-Plateaus. Die höchste Erhebung des Landes befindet sich an der Grenze zu China, wo der Fan Si Pan 3 143 Meter Höhe erreicht. Zum Osten des Gebirgslandes hin liegt das Delta des Roten Flusses, auch Song Hong oder Tonking-Delta genannt, ein dreieckig verlaufendes Küstentiefland am Golf von Tonking, einem Seitenarm des Südchinesischen Meeres. Zum Süden hin setzt sich das Gebirgsland mit der Küstenkette von Annam und einer angrenzenden Küstenebene fort. Sie prägen die geographische Struktur Zentralvietnams. Die vierte und südlichste Region ist das Mekong-Delta, ein Aufschüttungstiefland. Die Böden in den Deltagebieten des Roten Flusses und des Mekong bestehen aus fruchtbarem Schwemmland. In den höher gelegenen Regionen werden die Nährstoffe durch starke Regenfälle aus dem Boden geschwemmt.


2. Flüsse

Der Rote Fluss im Norden und der Mekong im Süden sind die wichtigsten Süßwasserquellen des Landes. Der Rote Fluss strömt aus dem nordwestlichen Bergland fast direkt in Süd-Ost-Richtung. Der Mekong weist einen unregelmäßigen Flusslauf von Kambodscha durch Südvietnam auf, bis er über ein komplexes Netz von Deltaarmen ins Südchinesische Meer mündet. Beide Flüsse werden zum Schutz vor Überschwemmungen von Dämmen begrenzt.


3. Klima

Im Landesinneren des Nordens sind die Temperaturen subtropischer Natur. Jahreszeitlich wechselnde Winde führen zu trockenen Winter- und feuchten Sommermonaten. Die zentralen und südöstlichen Regionen haben ein tropisch-monsunales Klima mit hohen Temperaturen und großen Niederschlagsmengen. Im Südwesten treten unterschiedliche Feucht- und Trockenperioden auf, doch liegen die Temperaturen höher als im Norden. In Hanoi reichen die Temperaturwerte von etwa 13 °C im Januar bis zu 33 °C im Juni. Die mittlere Niederschlagsmenge beläuft sich hier auf 1 830 Millimeter.


4. Flora und Fauna

Tropische Regenwälder sind in Lagen bis etwa 1 300 Meter ausgebildet, in größeren Höhen gedeihen Laub werfende Wälder, die weiter oberhalb in Nadelwälder übergehen. Dichte Mangrovenvegetation säumt die Flussarme der Deltaregionen. Die ursprünglich artenreiche Vegetation im Norden des Landes wurde im Krieg insbesondere durch den Einsatz von Entlaubungsmitteln schwer geschädigt.
Zur Fauna der größeren Säugetiere gehören Tiger, Leoparden, Goldkatzen, Zibetkatzen, Malaienbären, Kragenbären, Elefanten, Muntjaks (eine neue Muntjakart wurde 1997 entdeckt), Schweinshirsche, Gaur und Bantengs. Primaten sind durch Javaneraffen, Rhesusaffen, Bärenmakaken und Schopfgibbons repräsentiert. Die Reptilienfauna umfasst Krokodile, Schlangen, Schildkröten, Geckos, Agamen und Skinke.

Vietnam's Bevölkerung

Die Vietnamesen (Annamiten), eng verwandt mit den Südchinesen, stellen mit über 88 Prozent der Bevölkerung die größte Bevölkerungsgruppe. Sie sind vorwiegend in den Deltaregionen beheimatet. Der Rest besteht aus Angehörigen der rund 53 ethnischen Minderheiten, die sich in den Bergregionen konzentrieren. Die chinesische Minderheit hat sich mit der Auswanderungswelle, die besonders zur Zeit des Krieges gegen China Ende der siebziger Jahre einsetzte, drastisch verringert. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 79,9 Millionen (2001), was eine Bevölkerungsdichte von 241 Einwohner pro Quadratkilometer ergibt. Der südliche Teil des Landes weist eine größere Verstädterung als der Norden auf, obwohl die Mehrzahl der Einwohner in ländlichen Gebieten ansässig ist (80 Prozent). Die meisten Menschen leben in den Delta- oder Küstenregionen. Die Bevölkerung Vietnams hat ein niedriges Durchschnittsalter. Etwa 39 Prozent aller Vietnamesen haben das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 69,6 Jahre (2001). Das Bevölkerungswachstum liegt bei einer jährlichen Rate von 1,45 Prozent (2001). In Vietnam besteht ein staatliches Sozialleistungssystem.


1. Wichtige Städte

Die meisten größeren Städte befinden sich im Süden Vietnams. Von den bedeutendsten liegt nur die Landeshauptstadt Hanoi (3,06 Millionen Einwohner) nicht an der Küste. Weitere große Städte sind Ho-Chi-Minh-Stadt (3,02 Millionen), das ehemalige Saigon, Haiphong (0,78 Millionen, gleichzeitig Hanois Hafen) und Da Nang (382 674) nahe der alten Stadt Huë (219 149).


2. Sprache

Die Amtssprache ist Vietnamesisch, das zur Mon-Khmer-Gruppe der austroasiatischen Sprachen gehört und von etwa 80 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Als Bildungs- und Handelssprache sind Englisch und Französisch, ein Relikt aus der Kolonialzeit, in Gebrauch. Kleine Teile der vietnamesischen Stadtbevölkerung sprechen auch Russisch. Im Landesinneren herrschen die Minderheitensprachen Khmer, Cham und Montagnard vor. Die Bedeutung des Chinesischen ist im Schwinden begriffen.


3. Religion

Seit alters her herrscht im Land der Buddhismus vor, der auf den chinesischen Einfluss zurückzuführen ist. Zu der traditionellen Religion des Mahayana-Buddhismus sind die neuzeitlicheren Glaubensrichtungen des Caodaismus und des Hoa Hao hinzugekommen. Die philosophischen Weltanschauungen des Konfuzianismus und des Taoismus nehmen, zusammen mit verwandten chinesischen Religionen, einen hohen Stellenwert ein. Es gibt rund 4,5 Millionen Anhänger des römisch-katholischen Glaubens.


3.1. Feiertage

Der wichtigste vietnamesische Feiertag ist Têt, das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, das Ende Januar oder Anfang Februar gefeiert wird. Têt wird drei Tage lang mit Festessen und Besuchen bei Freunden und der Familie gefeiert. Trung Nguyên, der Tag der umherirrenden Seelen, ist ein buddhistischer Feiertag. Er wird am 15. Tag des siebten Monats im Mondkalender begangen und ist der zweithöchste Feiertag nach Têt. Thanh Minh ("rein und hell") ist ein Fest zum Gedenken an Verstorbene am fünften Tag des dritten Mondmonats. Ph?t Ðan, im April oder Mai, erinnert an die Geburt, die Erleuchtung und den Tod Buddhas. Doan Ngu, am fünften Tag des fünften Mondmonats, ist das Fest zur Sommersonnenwende. Weitere Feiertage sind der Neujahrstag (1. Januar), der 30. April, der an das Ende des Vietnamkrieges 1975 erinnert, der Tag der Arbeit (1. Mai), der Nationalfeiertag (2. September) und Ho Chi Minhs Todestag (3. September). Christen feiern außerdem Ostern und Weihnachten (25. Dezember).

Vietnam's Verwaltung & Politik

Die 1992 in Kraft getretene Verfassung weist der Kommunistischen Partei eine politische und gesellschaftliche Monopolstellung zu. Die Partei agiert über die Vietnamesische Vaterländische Front, die sich u. a. aus den Vertretern anderer Parteien, Gewerkschaften und Sozialorganisationen zusammensetzt.


1. Exekutive

Nach der Verfassung von 1992 ist der für fünf Jahre von den Abgeordneten der Nationalversammlung gewählte Präsident Staatsoberhaupt. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und somit Vorsitzender des Nationalen Verteidigungs- und Sicherheitsrates. Der Ministerpräsident führt die Regierung und ernennt ein Kabinett, das der Zustimmung des Parlaments (Nationalversammlung) bedarf.


2. Legislative

Das Einkammerparlament, die Nationalversammlung, setzt sich aus maximal 400 Abgeordneten zusammen und ist das höchste Legislativorgan Vietnams. Ernennungen in die Regierung werden von der auf fünf Jahre gewählten Legislative ratifiziert.


3. Judikative

Die Richter der Volksgerichte werden in ihre Ämter gewählt. Kontrollorgane können bei Gesetzesübertretungen Verfahren gegen Staatsorgane oder Bürger einleiten. Das oberste Gericht ist der Oberste Volksgerichtshof.


4. Kommunalverwaltung

Ein System der Volksräte, in dem jeder Volksrat eine kommunale Gerichtsbarkeit vertritt, verwaltet die Kommunalregierung. Jeder Rat verfügt über ein aus seinen Reihen gewähltes Volkskomitee, das als Exekutivorgan fungiert. Das Land ist in sieben Regionen mit 50 Provinzen und drei direkt der Zentralregierung unterstellte Städte gegliedert (Hanoi, Haiphong und Ho-Chi-Minh-Stadt).


5. Politik

Die Vietnamesische Kommunistische Partei ist die staatstragende politische Institution. Alle Kandidaten der Legislative müssen von der Vietnamesischen Vaterländischen Front gebilligt werden. In den Parlamentswahlen wurden 1992 erstmals unabhängige Kandidaten zugelassen, von denen kein einziger als Abgeordneter den Einzug ins Parlament schaffte.


6. Verteidigung

Es besteht eine zwei- bis dreijährige Wehrpflicht. Die Armee umfasst 484 000 Soldaten (1999).

Vietnam's Wirtschaft

Das nördliche Bergland weist wertvolle Vorkommen an Bodenschätzen auf, zu denen Eisenerz, Anthrazitkohle, Zink, Chromeisenerz, Zinn und Apatit gehören. Erdöl- und Erdgasvorkommen sind der Küste vorgelagert. Die heutige Wirtschaft entfaltete sich in einer Zeit, in der Militäraktionen und politische Unruhen das Land bestimmten. Nach der Teilung 1954 entwickelten die Länder Nord- und Südvietnam ihre eigenen Wirtschaftsstrukturen mit entsprechend unterschiedlichen Systemen, Rohstoffgrundlagen und Handelspartnern. Der Norden unterlag einer zentralgesteuerten Planwirtschaft, während im Süden die freie Marktwirtschaft herrschte. Mit der Wiedervereinigung 1976 wurde die zentrale Planwirtschaft auch im Süden eingeführt. Dies führte in den achtziger Jahren zu Hungersnöten und Hyperinflation. Ein 1986 unter dem Namen doi moi (Erneuerung) eingeführtes, fortlaufendes Wirtschaftsreformprogramm förderte wichtige Elemente der Wirtschaft: Wettbewerb, offene Märkte und ausländische Kapitalinvestitionen. 1990 startete ein Reformprogramm mit dessen Hilfe eine Verdoppelung des Pro-Kopf-Einkommens, eine 50-prozentige Steigerung der Reisernte sowie eine fünffache Steigerung der Exporteinnahmen erreicht werden sollte. Zwischen 1991 und 1993 wurden 3 000 unrentabel arbeitende staatliche Betriebe geschlossen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 28 682 Millionen US-Dollar (1999; Dienstleistungen 40,1 Prozent, Industrie 34,5 Prozent, Landwirtschaft 25,4 Prozent), woraus sich ein BIP pro Kopf von 370 US-Dollar ergibt. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 8,13 Prozent (1990-1999).


1. Landwirtschaft

Der führende wirtschaftliche Sektor ist die Landwirtschaft, in der etwa 71 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt sind. Die Landwirtschaft wurde 1989 aus der staatlichen Kontrolle genommen. Zu den Hauptanbauprodukten des Landes gehören Reis (Vietnam ist nach Thailand und den Vereinigten Staaten der weltweit drittgrößte Reisexporteur), Zuckerrohr, Obst und Gemüse (vor allem Melonen, Maniok und Süßkartoffeln). Die für den Export bestimmten Anbauprodukte sind Kaffee, Tee, Sojabohnen, Ananas, Baumwolle und Kautschuk.


2. Forstwirtschaft und Fischerei

Obwohl Waldgebiete etwa 30,2 Prozent der Gesamtfläche Vietnams ausmachen, wird eine Ausweitung der kommerziellen Forstwirtschaft durch mangelnde Transporteinrichtungen und die vorherrschende Mischwaldkultur mit Teakbäumen und Bambus erschwert. Holzexporte wurden 1992 verboten.
Vietnam hat fischreiche Gewässer. Die Küstenfischerei im Südchinesischen Meer erbringt das größte Fangvolumen. In Überschwemmungsgebieten des Inlands wird mancherorts Fischzucht betrieben.


3. Bergbau

Das größte Bergbaugebiet befindet sich im Nordwesten des Landes, wo Anthrazitkohle, Phosphatgestein, Kupfer, Zinn, Eisenantimon und Chromerze abgebaut werden. Steinkohle und Apatit, ein Phosphatgestein, werden in großem Umfang gefördert. Große Erdöl- und Erdgaslagerstätten vor der Küste werden seit 1975 vorwiegend von staatlichen Gesellschaften ausgebeutet. Allerdings lagern die Vorkommen in Regionen, die von China beansprucht werden.


4. Industrie

Die Hauptindustriestandorte konzentrieren sich im Norden. Trotz einer Restaurierung der Anlagen erreichen diese nicht die planmäßige Produktionsleistung. Wichtige Produktionszweige sind Papier-, Zement-, Textil-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie (vor allem Düngemittel).


5. Währung und Bankwesen

Mit der Wiedervereinigung wurde die südvietnamesische Währung des Paistres abgeschafft. Die Währungseinheit ist heute der neue Dong zu 100 Xu. Die Staatsbank von Vietnam (gegründet 1951) ist die nationale Notenbank. Vier unabhängige, kommerzielle Banken wurden 1990 von der Regierung gegründet.


6. Außenhandel

Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Zu den bedeutendsten Exportgütern zählen landwirtschaftliche Produkte (insbesondere Reis), Erdöl, Steinkohle, Kleidung, Schuhe, Keramik, Edelsteine und Seide. Haupteinfuhrgüter sind Mineralöl, Traktoren, Düngemittel, Transportmittel und Ersatzteile. Zu den Haupthandelspartnern zählen Japan, Hongkong, die Philippinen, Singapur, Frankreich und Deutschland. Seit 1987 hat die Regierung ausländische Kapitalinvestitionen gefördert. Am 4. Februar 1994 hoben die Vereinigten Staaten ihr 1964 gegen Nordvietnam erlassenes Handelsembargo auf.


7. Gewerkschaften

Die einzig gesetzlich zugelassene Gewerkschaftsvereinigung ist der Allgemeine vietnamesische Gewerkschaftsbund, dem etwa 3,8 Millionen Mitglieder angehören. Ein 1994 verabschiedetes Arbeitsgesetz räumte Arbeitern erstmalig das Streikrecht ein.


8. Verkehrswesen und Tourismus

Die Kriegsjahre hinterließen im Verkehrsnetz unübersehbare Spuren. Seit dem Ende der militärischen Auseinandersetzung ist man bemüht, den Süden mit dem Norden verkehrstechnisch zu verbinden. Der Autoverkehr gestaltet sich entlang der Küste am einfachsten. Das Streckennetz der Eisenbahn verläuft vorwiegend im Norden des Landes. Eine Ausnahme bildet die 1 730 Kilometer lange Eisenbahnverbindung zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Die lang gestreckte Küstenlinie, der Mekong und der Rote Fluss mit seinen Seitenarmen sowie viele andere kleinere Flüsse und Kanäle werden als Wasserstraßen genutzt. Die bedeutendsten Seehäfen für die Verschiffung nach Übersee sind Haiphong, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt. Die vietnamesische Fluggesellschaft bietet sowohl inländische als auch ausländische Flugverbindungen an. Internationale Flughäfen befinden sich in Ho-Chi-Minh-Stadt und in Hanoi (Noi Bai).
Die vietnamesische Regierung beschloss im März 2000 einen umfassenden Ausbau der touristischen Infrastruktur. Neben dem Bau neuer Straßen und Bahnlinien in die Nachbarstaaten Kambodscha, Laos und China ist auch die Modernisierung und Erweiterung von Flughäfen geplant. Die Abwicklung von Anträgen auf Visa wurde seither erheblich beschleunigt.


9. Energie

52,29 Prozent der elektrischen Energie werden in Wasserkraftwerken erzeugt (1999). Daneben dienen Kohlekraftwerke der Energieversorgung.

Vietnam's Geschichte

Die Vietnamesen traten in der Geschichte erstmalig in Erscheinung als eines der vielen Völker, die das Gebiet des heutigen Südchina und Nordvietnams besiedelten. Überlieferungen berichten von einem kleinen vietnamesischen Reich Au Lac, das im Delta des Roten Flusses (Tonking-Delta) von einem legendären Königsgeschlecht errichtet wurde, das Tausende von Jahren vorher über das alte Königreich Van Lang geherrscht hatte. Für dessen Existenz geben lediglich ein paar archäologische Spuren Anhaltspunkte.


1. Chinesischer Einfluss

221 v. Chr. beendete die Qin-Dynastie in China ihren Eroberungszug gegen angrenzende Staaten und wurde zum ersten Herrschergeschlecht über ein vereinigtes China. Das Qin-Reich verlor aber nach dem Tod seines tatkräftigen Gründers Shi Huangdi seinen Zusammenhalt und zerfiel. Die Auswirkungen wurden schon bald in Vietnam spürbar. In den Trümmern des Reiches errichtete der chinesische Heerführer im Süden sein eigenes Reich Nam Viet (Südvietnam, chinesisch Nanyue), das das junge Reich Au Lac umschloss.
111 v. Chr. eroberten chinesische Truppen unter Kaiser Wudi Nam Viet und verleibten es dem Reich der Han-Dynastie ein. Die chinesische Eroberung hatte für den weiteren Verlauf der vietnamesischen Geschichte schicksalhafte Folgen. Nach einer kurzen Herrschaft örtlicher Oberhäupter strebten die chinesischen Herrscher die politische und kulturelle Integration Vietnams in das Han-Reich an. Chinesische Verwaltungsbeamte kamen ins Reich und ersetzten den ansässigen Landadel. Politische Institutionen nach dem chinesischen Modell wurden zwangsweise eingerichtet und der Konfuzianismus zur Staatsideologie erhoben. Die chinesische Sprache wurde Amts- und Literatursprache. Chinesische Ideogramme wurden für die Umsetzung der gesprochenen vietnamesischen Sprache ins Schriftbild übernommen. Chinesische Kultur, wie Kunst, Architektur und Musik, übte einen tief greifenden Einfluss auf die entsprechenden Bereiche der vietnamesischen Kultur aus.
Der vietnamesische Widerstand gegen die chinesische Herrschaft war heftig, entlud sich aber nur sporadisch. Der bekannteste Aufstand gegen die Fremdherrschaft wurde 39 n. Chr. von den Schwestern Trung angeführt, zwei Witwen des ansässigen Adels. Der Aufstand war kurzzeitig erfolgreich, so dass sich die ältere Schwester Trung Trac zur Herrscherin eines unabhängigen Reiches einsetzte. Die chinesischen Truppen nahmen den Angriff erneut auf, und hatten 43 n. Chr. Vietnam zurückerobert.


2. Unabhängigkeit

Der Aufstand der Schwestern Trung war der erste einer Reihe auftretender Revolten während der tausendjährigen chinesischen Herrschaft über Vietnam. Schließlich nutzten vietnamesische Truppen unter Ngo Quyen die chaotische Situation in China 939, um die Besatzungstruppen vor Ort zu schlagen und ein unabhängiges Reich zu errichten. Ein paar Jahre später leitete der Tod Ngo Quyens zwar eine Zeit bürgerkriegsähnlicher Zustände ein, doch wurde Anfang des 11. Jahrhunderts die erste der großen vietnamesischen Dynastien errichtet. Unter der Führung verschiedener Herrscher bestand die Ly-Dynastie über mehr als 200 Jahre fort und regierte über Vietnam von 1009 bis 1225. Obwohl die Entstehung der Ly-Dynastie das Aufkommen eines regen vietnamesischen Nationalbewusstseins widerspiegelte, behielten die Ly-Herrscher viele der politischen und sozialen Einrichtungen aus der Zeit der chinesischen Herrschaft bei. Der Konfuzianismus blieb weiterhin die Grundlage der politischen Staatseinrichtungen.


3. Die Wirtschaft in der Ly-Dynastie

Vietnam war wie viele seiner angrenzenden Reiche ein auf Landwirtschaft ausgerichtetes Land, in dem der Anbau von Reis die Lebensgrundlage schuf. Weite Teile des Gebiets waren im Besitz mächtiger Familien, die über Tausende von Leibeigenen oder Haussklaven verfügten. Weiterhin gab es aber auch eine Schicht von Kleinbauern mit Landbesitz. Mächtige Herrscher unternahmen häufig Schritte, diese Schicht zu schützen, indem sie die Großgrundbesitzer einschränkten und deren riesige Landgüter aufteilten.


4. Territoriale Ausdehnung

Unter der Herrschaft der Ly-Dynastie und den Nachfolgern der Tran (1225-1400) wurde Vietnam zu einer dynamischen Macht in Südostasien. Die chinesischen Herrscher hatten aber ihr historisches Ziel der Einnahme des Tonking-Deltas nie aus den Augen verloren. Als im 13. Jahrhundert das mongolische Weltreich auch China in Form der Yuan-Dynastie beherrschte, griffen die Truppen Kublai Khans Vietnam an, um es ebenfalls ihrem Reichsgebiet einzuverleiben, stießen aber auf heftigen Widerstand.
Über Jahrhunderte beschränkte sich das vietnamesische Reich auf das Kernland im Tal des Roten Flusses und auf die angrenzenden Berge (Tonking). Zwischen Vietnam und dem Reich Champa, einem Seefahrerreich entlang der mittelvietnamesischen Küste, kam es kurz nach der wiedererlangten Unabhängigkeit Vietnams zu Spannungen. Mehrmals drangen die Cham-Truppen durch die vietnamesische Verteidigung und besetzten die Hauptstadt, wurden jedoch immer wieder zurückgedrängt. Im 15. Jahrhundert konnten die vietnamesischen Armeen die Hauptstadt von Champa südlich des heutigen Da Nang schließlich einnehmen und das Reich Champa gänzlich niederschlagen.
In den folgenden Generationen verfolgte Vietnam weiterhin seinen "Vormarsch in den Süden", wobei es sich allmählich dem marschigen Tiefland des Mekong-Deltas näherte, wo das Reich der Khmer lag. Der Widerstand gegen das vietnamesische Vordringen war nur gering. Ende des 17. Jahrhunderts hatte Vietnam das niedere Mekong-Delta eingenommen und drang weiter nach Westen vor. Das zerfallende Reich der Khmer lief zunehmend Gefahr, in ein bloßes Protektorat verwandelt zu werden.


5. Die Le-Dynastie

Der Vorstoß Vietnams in den Süden traf mit neuen Angriffen im Norden zusammen. 1407 wurde Vietnam erneut von chinesischen Truppen erobert. Über zwei Jahrzehnte versuchte die Ming-Dynastie, Vietnam wieder dem Chinesischen Reich einzugliedern. Die vietnamesischen Widerstandstruppen brachten aber unter dem Rebellenführer Le Loi den Chinesen 1428 eine entscheidende Niederlage bei und stellten die vietnamesische Unabhängigkeit wieder her. Le Loi bestieg als erster Kaiser der Le-Dynastie den Thron. Das neue Herrscherhaus behauptete seine Macht über 100 Jahre, bis es im 16. Jahrhundert seinem Niedergang entgegensah. Die Macht bei Hofe ging von zwei miteinander verfeindeten Feudalgeschlechtern der Trinh und der Nguyen aus. Als die Trinh die Oberherrschaft gewannen, wurde den Nguyen 1620 ein Lehensbesitztum im Süden gewährt, das sich um die Stadt Huë zentrierte. Es kam zu einer Zweiteilung Vietnams. Europäer erreichten auf der Suche nach Wohlstand und christlichen Überläufern Südostasien und vertieften durch ihre Machenschaften die Rivalität zwischen Nord und Süd. 1516 kamen die ersten portugiesischen Seefahrer. Bis zum 17. Jahrhundert bauten sie einen florierenden Handelshafen auf. Zum Ende des Jahrhunderts wandten sich die Vietnamesen gegen die europäische Einmischung und verfolgten einen ähnlichen politischen Kurs der Isolierung wie China und Japan. Die Trinh und die Nguyen regierten in Rivalität zueinander aus Hanoi und Huë, während die eigentlichen Herrscher der Le-Dynastie nur noch als Marionetten der Trinh fungierten.
Ende des 18. Jahrhunderts stand die Le-Dynastie kurz vor dem Zusammenbruch. Riesige Reisanbaugebiete wurden von habgierigen Feudalherren kontrolliert. 1777 formierten sich aufgebrachte Bauern unter den Tay-Son-Brüdern und töteten die Nyugens. Nach dem Sturz der Trinh und der erfolgreichen Abwehr einer Invasion der Manchu-Dynastie gelang es einem der beiden Brüder, Vietnam 1789 unter eine vereinigte Herrschaft zu stellen. Er verstarb kurz nach der Thronbesteigung. Wenige Jahre später schlug der einzig überlebende Erbe des Herrscherhauses der Nguyen, Nguyen Anh, mit französischer Unterstützung die Truppen Tay Sons nieder. Als Kaiser Gia Long errichtete er 1802 eine neue Dynastie.


6. Französische Intervention

Ein französischer Missionar, Pierre Pigneau de Behaine, hatte eine Söldnertruppe zusammengestellt, um Nguyen Anh zu unterstützen. Er erhoffte sich vom neuen Kaiser Vorteile für Frankreich in Sachen Handel und Missionsaufbau. Seine Hoffnungen wurden enttäuscht. Die Nguyen-Dynastie hegte dem französischen Einfluss gegenüber Misstrauen, so dass die römisch-katholischen Missionen und ihre vietnamesischen Anhänger verfolgt und einige sogar hingerichtet wurden. Religionsgemeinschaften in Frankreich forderten die Regierung in Paris zum Handeln auf. Als auch beim Handel und beim Militär ein ähnlicher Druck spürbar wurde, stimmte Kaiser Napoleon III. 1858 einem von See geführten Feldzug zu. Die Vietnamesen sollten sich Frankreich als Protektorat unterstellen.
1862 wurde der Abtretung mehrerer Provinzen im Mekong-Delta (später Cochinchina) an Frankreich zugestimmt. In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts nahmen die Franzosen ihre Angriffe wieder auf und suchten sich diesmal Ziele im Norden. Nach schweren Niederlagen willigte Vietnam in die Errichtung eines französischen Protektorats über den verbleibenden Teil Vietnams ein.


7. Kolonialherrschaft und Widerstand

Die Errichtung der französischen Kolonialherrschaft stieß auf nur wenig organisierten Widerstand. Dennoch keimte eine antikoloniale Stimmung auf. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen die Einheimischen lebten, trugen zu ihrer feindlichen Haltung gegenüber der strengen französischen Herrschaft bei. Auf dem Land hatten Bauern mit hohen Steuern und Pachtzahlungen an die kollaborierenden Landbesitzer zu kämpfen. In den Fabriken, Kohlebergwerken und auf den Kautschukplantagen hatten die Arbeiter bei nur geringer Bezahlung unter katastrophalen Bedingungen zu leiden. Vietnamesen waren auf fast allen Ebenen von der Kolonialverwaltung ausgeschlossen. Die Franzosen rekrutierten Zwangsarbeiter für öffentliche Arbeitsprojekte, räumten den Vietnamesen aber keinen rechtlichen Schutz oder Entschädigungszahlungen ein. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen nationalistische Parteien, ihren Forderungen nach Reformen und Unabhängigkeit Ausdruck zu verleihen. 1930 gründete Ho Chi Minh die Kommunistische Partei Indochinas.
Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 blieb die politische Arbeit dieser Parteien ohne Erfolg. 1940 forderte und erhielt Japan das Recht, Vietnam unter militärische Belagerung zu stellen. Die Gelegenheit nutzend organisierten die Kommunisten mit verdeckter Unterstützung der Amerikaner die breite Bewegung der Vietminh Front und bereiteten zum Ende des Krieges einen Aufstand vor. Die Vietminh (Abkürzung für Viet Nam Doc Lap Dong Minh oder Liga für die Unabhängigkeit Vietnams) konzentrierten sich eher auf angemessene Reformen und nationale Unabhängigkeit als auf speziell kommunistische Ziele. Als sich die Japaner im August 1945 den Alliierten ergaben, erhoben sich in ganz Vietnam die Truppen der Vietminh und erklärten in Hanoi die Errichtung einer unabhängigen Republik.
Frankreich war allerdings nicht gewillt, Vietnam in die Unabhängigkeit zu entlassen und verdrängte die Vietminh sowie andere nationalistische Gruppen aus dem Süden. Über mehr als ein Jahr suchten Frankreich und die Vietminh in Verhandlungen nach einer Lösung, doch konnte keine Einigung erzielt werden, da Frankreich fest entschlossen war, Vietnam erneut zu annektieren. Im November 1946 kosteten die Bombenangriffe französischer Kriegsschiffe auf Haiphong Tausende von Zivilisten das Leben. Die Streitkräfte der Vietminh in Hanoi schlugen im Dezember zurück.


8. Die Vertreibung der Franzosen

Die kriegerischen Auseinandersetzungen dauerten beinahe neun Jahre. Die Vietminh zogen sich in die Berge zurück, wo sie ihre Truppen aufbauten, während die Franzosen eine gegnerische Regierung unter Kaiser Bao Dai, dem letzten Herrscher der Nguyen-Dynastie, in den vielbevölkerten Regionen entlang der Küste errichteten. Den Vietminh mangelte es an militärischer Stärke, um den Franzosen eine Niederlage beizubringen. Sie beschränkten ihre Aktivitäten daher auf die Guerillakriegsführung. Von 1953 bis 1954 befestigten die Franzosen einen Militärstützpunkt bei Dien Bien Phu, den die Vietminh nach monatelanger Belagerung und vielen Todesopfern in der entscheidenden Schlacht von Dien Bien Phu einnahmen. Die Franzosen konnten sich in der Folgezeit dem Druck einer kriegsmüden Nation im Heimatland nicht widersetzen und willigten im Juni 1954 in kriegsabschließende Verhandlungen ein. Auf der Indochina-Konferenz in Genf wurde die Teilung Vietnams am 17. Breitengrad beschlossen. Die Vietminh zogen sich in den Norden des Landes zurück, während die Franzosen und ihre vietnamesischen Verbündeten den Süden einnahmen. Um einer endgültigen Teilung des Landes entgegenzuwirken, wurde ein politisches Protokoll verfasst, das freie Wahlen für die Wiedervereinigung des Landes zwei Jahre nach Unterzeichnung des Vertrags festlegte.


9. Teilung

Nach der Genfer Konferenz nahmen die Vietminh in Hanoi Abstand von weiteren bewaffneten Kampfhandlungen und begannen mit dem Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft. In der südlichen Hauptstadt Saigon wurde Bao Dai bereits kurz darauf von einem neuen Regime unter dem antikommunistischen Ministerpräsidenten Ngo Dinh Diem gestürzt. Mit diplomatischer Unterstützung vonseiten der Vereinigten Staaten weigerte sich Diem, freie Wahlen abzuhalten und leitete Schritte gegen den kommunistischen Einfluss im Süden in die Wege. 1959 kam Diem in ernsthafte Schwierigkeiten. Angeprangert wurden seine unkooperative Haltung gegenüber der inländischen Opposition, seine Begünstigung römisch-katholischer Freunde sowie der Fehlschlag seiner Sozial- und Wirtschaftspolitik. Die Kommunisten sahen ihre Stunde für einen Revolutionskrieg gekommen.


10. Der Vietnamkrieg

Im Herbst 1963 wurde Diem durch einen Militärputsch seiner eigenen Generäle gestürzt und ermordet. Anfang 1965 griffen die USA unter US-Präsident Lyndon Johnson offen in den darauf folgenden Krieg zwischen den beiden Landesteilen ein - unter intensiver Bombardierung Nordvietnams sowie durch die Entsendung von US-Kampftruppen in den Süden (siehe Vietnamkrieg).
1968 entschloss sich die Johnson-Regierung, den Weg der Verhandlungen anzustreben, nachdem die blutige und schlagkräftige Tet-Offensive der Vietminh das neue, autoritäre Saigon-Regime unter Staatspräsident Nguyen Van Thieu bis in die Grundmauern erschüttert hatte. Ho Chi Minh starb 1969. Sein Nachfolger wurde Le Duan, ein weiterer Anführer der Revolution. Der neue US-Präsident Richard Nixon verfolgte den von Johnson eingeschlagenen politischen Kurs weiter, wobei er allmählich die US-Truppen aus dem Land abzog. Im Januar 1973 endete der Krieg kurzzeitig mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrags in Paris. Der Vertrag sah den vollständigen Abzug der US-Truppen vor, während Hanoi stillschweigend den vom Thieu-Regime vorzubereitenden allgemeinen Wahlen in Vietnam zustimmte. Das Abkommen scheiterte kurz darauf. Anfang 1975 starteten die Kommunisten eine Militäroffensive. Innerhalb von sechs Wochen brach der Widerstand des Thieu-Regimes zusammen, und am 30. April nahmen die Kommunisten Saigon ein. Im Vietnamkrieg wurden 15 Prozent der vietnamesischen Bevölkerung verwundet oder getötet.


11. Die Sozialistische Republik Vietnam

1976 wurde der Süden mit dem Norden in der neuen Sozialistischen Republik Vietnam wieder vereinigt und Saigon in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Mit der Beendigung des Krieges waren im Land noch lange nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Der riesige Flüchtlingsstrom, vor allem gebürtiger Chinesen, der so genannten "Boat people", die mit kleinen Booten über das Südchinesische Meer oder auf dem weniger gefahrvollen Landweg in andere Staaten gelangen wollten, nahm mit der fortschreitenden Sozialisierungspolitik im Süden zu. Fast 200 000 Flüchtlinge verließen 1979 das Land. Es kam zu Grenzzwischenfällen mit der kommunistischen Regierung Kambodschas, die nach der Niederlage Saigons schon bald eskalierten. Anfang 1979 marschierten vietnamesische Streitkräfte mit Unterstützung exilkambodschanischer Truppen in Kambodscha ein, stürzten das Pol Pot-Regime und errichteten eine provietnamesisch orientierte Regierung. Die Besetzung rief internationalen Protest hervor. Wenige Wochen später wurde Vietnam selbst von seinem ehemaligen Wohltäter China angegriffen, das die Einmischung Vietnams in seine regionalen Interessen nicht dulden wollte. Die chinesischen Truppen verursachten in den Grenzregionen schwere Schäden, mussten aber auch selbst schwere Verluste hinnehmen. Mitte der achtziger Jahre waren rund 140 000 vietnamesische Soldaten in Kambodscha stationiert und weitere 50 000 in Laos. Vietnam reduzierte 1988 sein Truppenaufgebot in Laos in beträchtlichem Maß und zog bis zum September 1989 seine gesamten Truppen aus Kambodscha ab.

"Der Beginn der Sozialistischen Republik Vietnam"
In Vietnam herrschten in der Nachkriegszeit schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Probleme. Der Wiederaufbau ging nur schleppend voran. Die Bemühungen um eine Kollektivierung der Landwirtschaft und eine Verstaatlichung der Unternehmen führten im Süden zu Konflikten mit der Bevölkerung. Enttäuschende Ernteerträge, die Einverleibung der Geldmittel durch das Militär und US-Embargos über weltweite Hilfsleistungen und Kapitalinvestitionen erschwerten Vietnam den Weg aus der Krise. 1986 hatte die jährliche Inflationsrate die 700-Prozent-Marke erreicht. Nach dem Tod des alten Parteichefs Le Duan 1986 übernahmen Wirtschaftsreformer, unterstützt von einer jüngeren Generation der Kommunistischen Partei, die Führung in der Partei. Sie verkündeten den neuen politischen Kurs der doi moi (Erneuerung) nach dem Modell der russischen Perestroika. Der Prozess wurde 1988 vorangetrieben, als schlechte Ernten, Hungersnöte und Missmanagement des Staatsapparats unter dem neuen Druck der Reformisten zu Massenentlassungen konservativer Parteiangehöriger führten. Die Reaktionen Europas und Chinas auf die Ereignisse von 1989 führten zur Stabilisierung der kommunistischen Vormachtstellung im Land. Das Ende der Hilfsleistungen der ehemaligen Sowjetunion 1991 und der Zusammenbruch des sowjetischen Kommunismus trieben die Wirtschaftsreformen weiter voran.
Die neue, 1992 in Kraft getretene Verfassung Vietnams bestätigte die Monopolstellung der Kommunistischen Partei, räumte für ausländische Kapitalinvestitionen aber auch gesetzliche Garantien ein und führte Gesetze zur Regelung von Konkursen ein, um dahinsiechende staatliche Unternehmen zur Aufgabe zu zwingen. Der politische Kurs zum Wiederaufbau des Landes reduzierte bis zum Anfang der neunziger Jahre die Inflation und senkte die Staatsverschuldung. Europäische und asiatische Staatsoberhäupter beeilten sich, ihre diplomatischen Beziehungen mit Vietnam wieder aufzunehmen. Die Vereinigten Staaten gaben schließlich ihren Widerstand gegen die Vergabe von Darlehen und Hilfsleistungen für den Wiederaufbau Vietnams vonseiten des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) im Juli 1993 auf. Vietnams Streben nach schnellem Wachstum wurde teilweise durch das rapide Wachstum Chinas und durch die Bedrohung der vietnamesischen Sicherheit forciert. Die Vereinigten Staaten hoben 1994 ihr über Vietnam verhängtes Handelsembargo auf und errichteten im August 1995 ein diplomatisches US-Büro in Hanoi. Die Rückkehr und Eingliederung von Vietnamesen, die nach dem Vietnamkrieg aus dem Lande flohen und nicht als politische Flüchtlinge anerkannt wurden, zählt weiter zu den wichtigsten innenpolitischen Themen.
Im September 1997 wählte die vietnamesische Nationalversammlung den Reformpolitiker Phan Van Khai zum neuen Ministerpräsidenten, nachdem Vo Van Kiet aus Altersgründen zurückgetreten war. Der neue Ministerpräsident war seit 1992 einer der stellvertretenden Regierungschefs und enger Mitarbeiter seines Vorgängers. Zum neuen Staatspräsidenten wählte das Parlament Tran Duc Luong, der den ehemaligen Armeegeneral Le Duc Anha als Staatschef ablöste.
Am 1. März 2001 vereinbarten die Staatsoberhäupter Vietnams und Russlands, Tran Duc Luong und Wladimir Putin, eine strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.


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1.03.04

Einreisebestimmungen – Visum Vietnam

Der vietnamesische Einreisesichtvermerk, zu beantragen bei der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, Elsenstr. 3 in 12435 Berlin (Tel.: 030-53 63 01 08, Fax: 030-53 63 0200) oder deren Außenstelle in Bonn berechtigt zum Besuch des ganzen Landes. Davon ausgenommen sind militärische Sperrgebiete, die leider nicht immer als solche gekennzeichnet sind, bzw. lediglich Schilder auf Vietnamesisch tragen, sowie das unmittelbare Grenzgebiet, dass ebenfalls nicht immer ausreichend gekennzeichnet ist und dessen Ausdehnung bzw. Abstand vom tatsächlichen Grenzverlauf von den örtlichen Sicherheitsorganen oft willkürlich interpretiert wird. Bei beabsichtigten Besuchen in Grenznähe müssen gesondert zu beantragende Genehmigungen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit mitgeführt werden.

Das Visum wird für Touristen für höchstens 4 Wochen ausgestellt. Eine Verlängerung oder Änderung der Gültigkeitsdauer des Visums ist in Vietnam jedoch möglich, sofern dies über ein Reisebüro geschieht. Das Visum kann nicht bei Einreise am Flughafen eingeholt werden, sondern muss vorher bei der vietnamesischen Botschaft in Berlin oder über das Reisebüro beantragt werden. Mit einem gültigen Visum darf der Ausländer jeden offiziellen Grenzübergang (Flughäfen, Häfen, Landweg (Grenze VN/China, VN/Laos, VN/Kambodscha) passieren.

Deutsche Kinderausweise werden zwar von Vietnam anerkannt, müssen jedoch mit einem Lichtbild versehen sein. Schwierigkeiten sind nicht auszuschließen, daher wird aufgrund der praktischen Erfahrungen dringend empfohlen, auch für Kinder einen eigenen Reisepass mitzuführen oder mitreisende Kinder im Pass der Mutter oder des Vaters eintragen zu lassen. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, dass das entsprechende Visum auch für die Kinder gilt!

Das Einreisedokument muss die Gültigkeit des beantragten Visums um mindestens 1 Monat übersteigen.

Es besteht Registrierungspflicht, diese wird jedoch meist vom Hotel übernommen.

Stand: 11. Mai 2004

5.02.04

Vietnam Währung: Vietnamesischer Dong als Zahlungsmittel

Der Don ist das offizielle Zahlungsmittel in Vietnam. Den aktuellen Wechselkurs könnt ihr hier sehen:

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