Da Singapur unser erster Ziel der Reise ist, werde ich heute mal ein paar Fakten über den Inselstaat südlich von Malaysia schreiben. Da wir persönlich noch keine Eindrücke von Singapur sammeln konnten, folgen hier ein paar Tipps aus dem Lonely Planet:
Aktivitäten:
Der in aller Welt bekannte Spruch "Shop 'till you drop" (Einkaufen bis zum Umfallen) wurde wahrscheinlich in Singapur erfunden, wo Einkaufen mit einer Leidenschaft betrieben wird, die auf der Welt ihresgleichen sucht. Die Orchard Road bietet eine überwältigende Auswahl an Geschäften und Kaufhäusern. Discount Shopping wird zwar immer noch mit Singapur in Verbindung gebracht, aber ein Schnäppchenparadies ist die Stadt schon lange nicht mehr. Singapur gilt auch als kulinarische Hauptstadt Südostasiens. Die regionalen Köstlichkeiten zu probieren ist eine kulturelle Erfahrung und nicht nur als notwendige Stärkung für die nächste Shopping-Tour zu verstehen.
Singapur lässt sich gut zu Fuß erkunden, da die Stadt ziemlich kompakt ist und alle interessantesten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe der City liegen. Die innerstädtischen Bezirke Chinatown, Little India und Arab St verlieren langsam ihr typisches Lokalkolorit, da sich dort immer mehr Bars und Restaurants für die Yuppie-Klientel breitmachen. Dennoch ist ein Bummel durch die Straßen und Gassen dieser Viertel noch immer reizvoll und lohnenswert.
Sehenswertes:
Das koloniale Erbe
Der Gründungsvater des britischen Singapur, Sir Stamford Raffles, ist überall im Zentrum präsent. Die durch Raffles erfolgte Aufteilung der damaligen Niederlassung in den Geschäftsbezirk südlich des Flusses und den Verwaltungsbezirk im Norden hat über Generationen das Stadtbild geprägt. Sehenwert sind u.a. das 1856 erbaute Empress Building, ein imposantes viktorianisches Gebäude, in dem ein Museum, diverse Kunst- und Antiquitätengalerien und ein edles Restaurant untergebracht sind, der Padang, ein ovaler Kricketplatz, wo zur Kolonialzeit die Spieler im obligatorischen Flanell ihr Möglichstes taten, die Tropenhitze zu ignorieren; das Raffles Hotel, Inbegriff des orientalischen Luxus und eine Institution in Singapur sowie eine Anzahl beeindruckender Kirchen, wie die St. Andrew's Cathedral und die Cathedral of the Good Shepherd.
Chinatown
Chinatown ist das kulturelle Herz der Stadt. Zahlreiche bunte Tempel und ein geschäftiges Gewusel in Läden, an Verkaufsständen und auf der Straße ermöglichen einen Einblick in die Lebensweise einer vergangenen Epoche. Die jüngste Stadtsanierung durch die Urban Redevelopment Agency bewahrte die verbliebenen Reste der alten Stadt davor, Wohnblocks und postmodernen Wolkenkratzern weichen zu müssen, aber ironischerweise stellt sie eine erneute Bedrohung dar. Die vormals als unattraktiv abgeschriebenen chinesischen Ladenhäuser wurden nach der liebevollen Restaurierung zu einer begehrten Adresse. Die hohen Mieten sind vom traditionellen Klein- und Kleinstgewerbe in der Chinatown - dem Räucherstäbchenverkäufer, Briefeschreiber und Stempelhersteller - nicht mehr zu bezahlen. So wird das Gesicht der Chinatown zunehmend von teuren Restaurants und edlen Geschäften geprägt, die nun an ihre Stelle treten. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Bummel durch diesen noch immer faszinierenden Stadtteil, vor allem in den kühleren frühen Morgenstunden, wenn am meisten los ist. Der Thian Hock Keng Temple gilt als einer der interessantesten in Singapur.
Arab Street
Das muslimische Viertel ist traditionell auch das Zentrum der Textilhändler und hält eine riesige Auswahl an Batikstoffen aus Indonesien, Seide, Sarongs und Hemden bereit. Ergänzt wird dieses Warenangebot durch ätherische Öle, Gebetsteppiche, traditionelle muslimische Kopfbedeckungen, Korbwaren und Sitzmöbel aus Rattan. Die große Sultanmoschee ist die größte und best besuchte in Singapur, aber die winzige Malabar Muslim Jama-ath Moschee ist die schönste. Restaurants an der North Bridge Road bereiten leckere indisch-muslimische Gerichte zu, und während des Ramadan sorgen die Garküchen an der Bussorah Street für stimmungsvolle Atmosphäre.
Little India
Dieses eher unscheinbare kleine Viertel, in dem sich ein Sari- und Goldladen an den anderen reiht, das Aroma exotischer Gewürze in der Luft liegt und sentimentale Lieder aus Hindifilmen die Straßen beschallen, ist eine angenehme Abwechslung nach der aufgeräumten, durchgestylten Modernität der meisten anderen Viertel. Hier, am südlichen Ende der Serangoon Road, kann man ausgezeichnet vegetarisch essen, dem Koch einer Garküche beim Chapati-Backen zusehen oder das gerahmte Bild einer Hindu-Gottheit kaufen. Der Hauptmarkt befindet sich im Zhujiao Centre, aber auch in den Seitenstraßen liegen interessante Gewürzläden. Die besten Tempel sind Veerama Kali Ammam, Sri Srinivasa Perumal und der schön beleuchtete Temple of 1000 Lights.
Orchard Road
Dies ist die Domäne der Luxushotels und die Spielwiese der betuchten Elite, die sich in Edel-Shopping Centres, Restaurants, Bars und Nightclubs ein Stelldichein gibt. In erster Linie ist die Orchard Road ein Paradebeispiel für die materiellen Vorzüge des Kapitalismus, aber selbst dort finden sich zwischen den Konsumtempeln einige Sehenswürdigkeiten von kulturellem Interesse, für die keine Kreditkarte benötigt wird.
Jurong
Zum riesigen Gebiet von Jurong Town westlich der City gehören weitläufige Industrieanlagen und aus dem Boden gestampfte Neubauviertel mit standardisierten Wohnanlagen. Das industrielle Herz der Insel ist nicht unbedingt der Ort für touristische Highlights. Dennoch kann es mit einer Reihe wirklich lohnender Attraktionen aufwarten: Haw Par Villa (ein der chinesischen Mythologie verschriebener Themenpark von schrillem Kitsch), der wunderschön angelegte Jurong Bird Park, die Chinese & Japanese Gardens und das Singapore Science Centre, ein Technikmuseum zum Anfassen.
Sentosa Island
Eines der ältesten Touristenziele, mehrfach umgemodelt und den veränderten Ansprüchen des asiatischen Geschmacks angepasst, ist die Insel Sentosa die meistbesuchte Attraktion des Stadtstaats. Vor allem am Wochenende geht es hier hoch her. Es wird alles geboten, was das Herz der einheimischen Ausflügler begehrt: Museen, Aquarien, Strände (aus herbeigekarrtem Sand), Sportanlagen, Spazierwege, Reitpfade und natürlich Food Centres mit Garküchen. Und wem ein Tag nicht ausreicht, um das alles auszukosten, der kann auf dem Zeltplatz, im Hostel oder im Luxushotel auf der Insel übernachten.
Abseits der Touristenpfade:
Changi Village
Ursprüngliche Wildnis sucht man zwar vergeblich, doch immerhin bietet Changi Village eine willkommene Abwechslung nach der hektischen Betriebsamkeit der Innenstadt. Traditionelle Kampong-Häuser im malaiischen Stil sind leider von der Bildfläche verschwunden, aber ein Rest der Dorfatmosphäre ist erhalten geblieben. Der Strand ist nicht gerade der Inbegriff eines tropischen Traumstrands, aber unter der Woche so gut wie menschenleer.
An der Straße zum Changi Village steht das berühmt-berüchtigte Changi Prison, das Gefängnis, in dem während der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg Briten und Angehörige alliierter Nationen interniert waren. Die Anlage dient noch immer als Gefängnis, aber das Changi Prison Museum neben dem Eingang enthält einige Erinnerungsstücke an diese historische Epoche.
Pulau Ubin
Changi Village ist das Sprungbrett zur weiter nördlich gelegenen Pulau Ubin.
Bei mindestens 12 Passagieren legt das Boot ab und steuert die Insel an. Dort erwarten den Besucher ruhige Strände, malaiische Kampong-Atmosphäre und beliebte Seafood-Restaurants - für Einheimische sind letztere der wichtigste Grund, die relativ lange Anreise zu unternehmen. Noch weiter kann man sich wohl kaum von der schnellen, lauten, dynamischen Großstadt entfernen, ohne das Hoheitsgebiet von Singapur zu verlassen. Die ländliche Insel ist klein genug, um sie mit dem Fahrrad zu erkunden, denn dieses ist die beste Weise, die Fischteiche, Tempel, Palmenhaine und abgelegenen Strände der Insel zu entdecken.
Südliche Inseln
Wer ruhige Strände sucht, kann hier sein Glück finden. Sisters Island ist perfekt zum schwimmen oder tauchen, da Korallelbänke nicht fern sind. Lohnenswert sind ferner Lazarus Island (Pulau Sakijang Pelepah), Pulau Buran Darat, terumba Retan Laut und Pulau Renggit.
Bukit Timah Nature Reserve
Von dem ursprünglichen tropischen Regenwald, der einst große Teile der Insel bedeckte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein kleiner Rest steht nördlich der Innenstadt als Bukit Timah Nature Reserve unter Naturschutz. Hier leben mehr als 800 Spezies einheimischer Pflanzen, darunter riesige Bäume, Farne und wildblühende Blumen. Vielleicht bekommt man sogar langschwänzige Makaken, Lemure, Netzpythons und weißbäuchige Seeadler zu Gesicht.
Der Botanische Garten mit einem kleinen Rest ursprünglichen Regenwaldes und gepflegten Grünflächen beherbergt ebenfalls viele Pflanzenarten. Im Herbarium wurden viele der Orchideen gezüchtet, für die Singapur berühmt ist.
Unterwegs vor Ort:
Preiswert, übersichtlich und einfach zu benutzen sind die im gesamten Stadtgebiet häufig verkehrenden Busse sowie die praktische, über die gesamte Insel führende U-Bahn, Mass Rapid Transit System (MRT). Taxis sind reichlich vorhanden und mit Taxameter ausgestattet. Alle bekannten Mietwagenfirmen betreiben Filialen in Singapur. Für kurze Ausflüge auf dem Singapore River stehen Motorboote (bumboats) zur Verfügung und für komfortable Hafenrundfahrten umgebaute chinesische Dschunken. Vom World Trade Centre fahren kleine Fähren nach Sentosa und zu anderen Inseln in der unmittelbaren Umgebung von Singapur. Luxustouren durch den Hafen werden ebenfalls angeboten. Die Zeiten, als Fahrradrikschas das gängige Transportmittel waren, sind lange vorbei. In der Chinatown und den nicht modernisierten Seitenstraßen des Zentrums verdienen noch einige alte Rikschafahrer ihr Auskommen, indem sie Touristen mit dem nostalgischen Gefährt herumkutschieren. Der Preis muss vorher ausgehandelt werden.
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