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Cameron Highlands - Mehr als nur Afrika

Liebe Tropenbewohner aus Deutschland!

Momentan befindet sich unsere kleine illustre Reisetruppe in den Cameron Highlands. Wie der Name schon vermuten laesst, befinden wir uns zur Zeit nicht an irgendeiner Kueste oder einem anderen stickigen, heissen Loch a la Kuala Lumpur, sondern im Hochland Malaysias. Auf aktuell ca. 1400 Hoehenmetern hat sich das Klima deutlich geaendert. Gegenueber den Kuestenregionen ist es hier selbst in den Taelern knapp 10 Grad kaelter. Somit kommt man sogar zu manchen Dingen, an die man sich in den letzten Tagen nie herangewagt haette. Doch dazu spaeter...


Angekommen sind wir gestern spaetabends, wo direkt am Busbahnhof ein Shuttlebus stand, dessen Service wir gerne in Anspruch nahmen, um zu einer empfehlenswerten Unterkunft, dem Fathers Guest House, zu gelangen. Gab zwar fuer diese Nacht nur einen Platz im Dorm Room, aber war nicht so tragisch, da es sauber und angenehm temperiert war. Heute und morgen pennen wir im Doppelzimmer fuer jeweils 2,50 Euro pro Nacht und Nase. Die Leute hier sind echt nett und organisieren auch zahlreiche Ausfluege, Post nach hause und sogar unseren Trip weiter auf die Perentian Islands koennen wir hier buchen.


Tana Ratah, wo wir uns aktuell befinden, ist eines der groesseren Doerfer (Staedte gibts nicht) der Cameron Highlands und eindeutig als Backpackerzentrum zu identifizieren. Der Anteil an auslaendischen Gaesten ist enorm hoch und bei uns im Guesthouse befinden sich ungewoehnlicherweise sogar ueber die Haelfte Deutsche. Offen wie wir sind, haben wir zu denen natuerlich noch keinen Kontakt aufgehnommen. Des weiteren findet man noch ueberall Teeplantagen und Erdbeerfelder. Auf einer der Touren in den naechsten beiden Tagen werden wir die oertliche "Schwer"-industrie auch mal besuchen.


Heute frueh dachten wir uns, doch mal einen der Trails zu erkunden. Nun muss man wissen, dass es sich hierbei in der Regel nicht um befestigte Wege handelt, sondern dass es quer durch den Dschungel geht, Huegel rauf, Huegel runter. Wenn mal einige Tage lang keine Pflege der Wege betrieben wird, kan es schnell passieren, dass mal der Weg zuwaechst oder ein umgefallener Baum einem den Weg versperrt. Deswegen gibt es auch immer alternative Wege und an vielen Gabelungen weiss man nicht, wo man lang muss und wohin einen der Weg fuehrt. Zumeist liegt man dennoch richtig, aber halt nicht immer.

Geplant war eine Tour auf einen der hoeheren Gipfel hier im Umkreis, ca. 400 Hoehenmeter ueber Tana Ratah. Dabei geht es nicht immer bergauf, sondern es kann auch schnell mal passieren, dass man hin und wieder mal 30-50 Meter wieder abwaerts muss. Mit ein paar Litern Wasser und ein paar Brocken zum Futtern bewaffnet, stuerzten wir uns in den Kampf. Nach kurzem Abstecher zu einem Wasserfall ging es dann ca. 1,5 Stunden Richtung Gipfel. Steil rauf, steil runter. Nichts was wohl einen routienierten Bergsteiger aus der Fassung bringen koennte, aber fuer uns Gelegenheitskraxler eine echte Herausforderung auf geistiger und vor allem koerperlicher Ebene. Irgendwann waren wir dann mal ganz oben, aber anstatt einer Belohnung in Form einer lohnenswerten Aussicht, gabs nur viel Urwald zu sehen. Ein bisschen Schadenfreude erbrachte uns ein Paerchen, dass eigentlich einen eher mittleren Spaziergang zu machen und daraus eine Riesentour wurde. Selbst schuld, wenn man ohne Karte in den Dschungel geht. Trotzdem gings etwas genervt wieder abwaerts.

Zunaechst klappte alles wunderbar aber irgendann nach weiteren 2 Stunden waren wir dann im dichtesten Dschungel mit durchschnittlicher Wegbreite von 30 Zentimeter, 1 Meter Hoehe und teilweise doch recht feuchtem Boden. Zu regnen begann es dann auch noch (so wie das hier taeglich ueblich ist). Den einen oder anderen Ausrutscher spaeter war dann auch noch die Hose richtig verdreckt. Gut, dass wir immerhin vorher noch Regencapes gekauft hatten, die nicht nur gegen den Regen schuetzten, sondern auch eine gute Isolation gegen Kaelte und Wind boten. Ohne die Capes gaebe es wohl die naechsten Tage nur warmen Tee statt Tiger Beer. Nach einer Weile Herumirren im Dschungel und ersten Ueberlegungen, wann, wie und ob wir noch rauskommen wuerden, erreichten wir dann eine Tee- und Gemueseplantage.

Endlich wieder Ansaetze von Zivilisation! Die anwesenden Arbeiter konnten leider kein oder nur sehr gebrochen Englisch (und ausgelacht haben sie uns noch dazu), wodurch wir zwar auf eine anscheinend jeeptaugliche Strecke kamen, die aber erneut immer wieder rauf und runter fuehrte. Als dann die Essensvorraete laengst aufgebraucht waren und auch das Wasser so langsam rar wurde, kamen wir zur naechsten Plantage, wo uns dann doch etwas besser Auskunft gegeben wurde. Im Nachhinein haetten wir dann noch etwa 1 Stunde bis zum naechsten Dorf latschen muessen, aber gluecklicherweise namen uns zwei Leute auf ihrem eigentlich vollgestopften Pickup mit. Hinten auf der Ladeflaeche wars zwar nicht wirklich gemuetlich, aber wir waren eh mehr damit beschaeftigt, uns irgendwie festzuhalten, um auf der Buckelpiste (auch bekannt als malayiische Strasse) nicht von der Karre zu fallen. Achterbahn fahren auf dem Oktoberfest ist ein Dreck dagegen.

Wenig spaeter wurden wir dann gesund am Taxistand abgeladen. Im Gegensatz zu den Abzockern in Kuala Lumpur stossen wir hier also auf die Form von ausgepraegteer Gastfreundlichkeit, die man eigentlich auf Grund vieler Berichte ueber Schwellenlaender so hoert. Fuer nen halben Euro (ohne Scammertarif wie in KL!) gings dann zurueck nach Tana Ratah.

Voellig erschoepft, aber natuerlich auch uebergluecklich ueber die Wendung der Ereignisse in den letzten 90 Minuten erreichten wir dann endlich unser Guesthouse.
Das naechste Mal haben wir dann etwas mehr Respekt vor dem Dschungel...

Viele Gruesse

Indiana Harry und Quatermain Chris



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Zusammenfassung

Liebe Tropenbewohner aus Deutschland! Momentan befindet sich unsere kleine illustre Reisetruppe in den Cameron Highlands. Wie der Name schon vermuten laesst, befinden wir uns zur Zeit nicht an irgendeiner Kueste oder einem anderen stickigen, heissen Loch a la Kuala Lumpur,...

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