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Malaysia's Wirtschaft

In den letzten Jahrzehnten ist das Schwellenland Malaysia weltweit zu einer der sich am schnellsten entwickelnden Industrienationen herangewachsen und drittreichste Nation in Südostasien. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 79 039 Millionen US-Dollar (1999). Durch die New Economic Policy (NEP: Neue Wirtschaftspolitik), die 1970 zur Bekämpfung der Armut sowie zum Abbau der traditionellen wirtschaftlichen Vorherrschaft der Chinesen eingesetzt wurde, ist Malaysia auf dem Weltmarkt zu einem führenden Produzenten elektronischer Bauteile geworden. Malaysia war die erste Nation Südostasiens, die mit dem Bau und Export von Kraftfahrzeugen begann.
Der Dienstleistungsbereich (einschließlich des Tourismus) sowie das Finanzwesen sind während der NEP ebenfalls rasch gewachsen. Die Deviseneinnahmen durch die Erdöl- und Erdgasindustrie, die sich in den siebziger Jahren rasch entwickelten, trugen wesentlich zur Finanzierung der Industrialisierung Malaysias bei. Erdöl- und Erdgasexporte nehmen heute hinter den Produktionsgütern mit deutlichem Abstand den zweiten Platz ein. Die Kautschuk- und Zinnindustrie, die Hauptstützen der Wirtschaft Malaysias vor der Unabhängigkeit, verloren rasch an Bedeutung.
Die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts beträgt 7,33 Prozent (1990-1999). Das Pro-Kopf-Einkommen gehört zu den höchsten in Südostasien. Dennoch stellt die Armut eines der größten Probleme des Landes dar. Die 1991 eingeführte National Development Policy (NDP, Nationale Entwicklungspolitik), Nachfolgepolitik der NEP, hat sich ein anhaltendes Wirtschaftswachstum und die Überwindung der Armut zum Ziel gesetzt. Bis 2020 soll Malaysias Entwicklung zu einem führenden Industriestaat abgeschlossen sein. Die Wirtschaftspolitik erwies sich als erfolgreiche Strategie, ausländische Investoren zu gewinnen. Durch Privatisierungen gelang es, die nicht unerhebliche Beteiligung des Staates an der Wirtschaft einzuschränken. Seit Ende der achtziger Jahre nimmt das Wirtschaftswachstum rascher zu. Mit einem durchschnittlichen Realwachstum von etwa 8 Prozent ist Malaysia heute die sich wirtschaftlich am schnellsten entwickelnde Nation Südostasiens.


1. Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Die Landwirtschaft verliert bezogen auf ihren Beitrag zum BIP und zu den Exporteinnahmen an Bedeutung, sie beschäftigt 15 Prozent der Erwerbstätigen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche Malaysias umfasst ungefähr 13 Prozent der Landesfläche, 35 Prozent davon betreffen Plantagen. Viele Kleinbauern produzieren für den Eigenbedarf und decken den größten Teil des Inlandsbedarfs an Nahrungsmittelerzeugnissen, überwiegend Reis. Kautschuk (1876 eingeführt), Palmöl (1917 eingeführt) und Kakao sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter. Malaysia produziert etwa 60 Prozent der Weltproduktion an Palmöl und liegt mit der Kautschuk- und Kakaoproduktion weltweit an dritter bzw. vierter Stelle. Jährlich werden etwa 1,9 Millionen Tonnen Reis, 1,6 Millionen Tonnen Kautschuk, 6,5 Millionen Tonnen Palmöl und 250 000 Tonnen Kakaobohnen erzeugt. Daneben sind Pfeffer, Zuckerrohr, Tee, Ananas, Kokosnuss und Tabak wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Durch den Ausbau der Holzwirtschaft seit Beginn der achtziger Jahre ist Malaysia zu einem der größten Nutzholzexporteure auf dem Weltmarkt geworden. Wegen des gravierenden Rückgangs der Waldfläche, insbesondere in Sarawak, hat die Regierung Exportverbote für mehrere tropische Holzarten erlassen und ist bestrebt, die Erträge in diesem Wirtschaftssektor durch die Entwicklung von Sperrholz- und anderen Holz verarbeitenden Fabrikanlagen zu steigern. Mit der Modernisierung der Fischereiflotte Anfang der siebziger Jahre wurde der Fischfang erheblich intensiviert.


2. Bergbau

Malaysia verfügt über große Erz- und Erdölvorkommen. In diesem Industriezweig sind weniger als ein Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt. Die Malaccahalbinsel hatte als Zinnproduzent lange Zeit eine Spitzenstellung auf dem Weltmarkt. Malaysia gehört weltweit noch immer zu den führenden Zinnlieferanten und steht heute nach Brasilien und Indonesien an dritter Stelle, obwohl die Produktion drastisch zurückging. Die vor der Küste liegenden Gas- und Ölfelder stellen eine wichtige Devisenquelle dar. Mit der Förderung wurde 1970 begonnen. Andere wirtschaftlich bedeutende Bodenschätze sind Bauxit, Eisenerz, Kupfer, Titaneisenerz und Gold.


3. Industrie

Die Industrie beschäftigt etwa 38 Prozent der Erwerbstätigen und trägt zu mehr als 70 Prozent zu den Exporteinnahmen bei. Die Regierungspolitik misst der Errichtung exportorientierter Industriebetriebe große Bedeutung zu.
Das Wachstum der verarbeitenden Industrie wurde insbesondere durch die Förderung ausländischer Investoren vorangetrieben. Zu diesem Zweck wurden freie Produktionszonen mit zahlreichen Privilegien wie steuerlichen Vorteilen ausgewiesen. Malaysia ist nach den USA und Japan wichtigster Produzent elektronischer Bauteile und größter Exporteur integrierter Schaltkreise. Andere elektronische Exportgüter sind Halbleiter, Radios, Kassettenrekorder und Stereoanlagen. Weitere wirtschaftlich bedeutsame Industriebetriebe verarbeiten Kautschuk, Zinn, Öl und Nahrungsmittel oder stellen chemische Erzeugnisse her.


4. Energie

Erdöl und Erdgas sind die Hauptenergiequellen für die malaiische Wirtschaft, gefolgt von Kohle und Wasserkraft. Brennholz ist noch immer eine der wesentlichen Energiequellen für einzelne Haushalte. Da das in Malaysia geförderte Öl sehr hochwertig ist, dient es fast ausschließlich dem Export. Für den Eigenbedarf wird Rohöl importiert. Erdgas gewinnt für die Erzeugung der elektrischen Energie zunehmend an Bedeutung.


5. Verkehrswesen

Das Verkehrsnetz ist in Malaysia recht unterschiedlich entwickelt. Auf der Malaccahalbinsel gibt es ein umfassendes Straßen- und Eisenbahnnetz. In Sabah und Sarawak ist die verkehrsmäßige Erschließung noch nicht so weit fortgeschritten. Malaysia verfügt über ein Straßennetz von etwa 65 877 Kilometern (1999). Auf der Malaccahalbinsel betreibt die staatseigene Eisenbahn ein 2 080 Kilometer langes Schienennetz, in Sabah erstreckt es sich über 140 Kilometer. Die nationale Fluggesellschaft ist die Malaysia Airlines, die 1971 gegründet wurde und In- und Auslandsflüge bietet. Der Subang Airport von Kuala Lumpur ist der bedeutendste der vier internationalen Flughäfen Malaysias. Wichtigste Seehäfen sind Kelang, George Town, Johor Baharu und Kuantan auf der Halbinsel sowie Kota Kinabalu und Kuching in Ostmalaysia.


6. Währung und Bankwesen

Die Währungseinheit Malaysias ist der Malayische Ringgit (RM), der 100 Sen entspricht. Die Bank Negara Malaysia (1959 gegründet) ist Landeszentralbank und einziger Herausgeber der Währung. Die Börse befindet sich in Kuala Lumpur. Unter der New Economic Policy (NEP) hat sich das Finanzwesen beträchtlich entwickelt.


7. Außenhandel

Die Handelsbilanz ist positiv. Maschinen, Kraftfahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Nahrungsmittel und Getränke sowie Kraftstoffe sind die wichtigsten Importgüter. Maschinen und Fahrzeuge sind mit 55 Prozent am Gesamtexport beteiligt, Erzeugnisse der verarbeitenden Industrie mit weiteren 18 Prozent. Andere wichtige Exportgüter sind Kraftstoffe, Palm- und anderes Pflanzenöl sowie Kautschuk und Erz. Malaysias wichtigste Handelspartner sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Singapur, Japan, China, Thailand, Großbritannien und die Niederlande.



Kommentare

Ich möchte die Zinnproduktion und Erdölförderung in Malaysia besichtigen. Hast du Adressen?
Gruss
Geri

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Inhalt dieser Seite

Zusammenfassung

In den letzten Jahrzehnten ist das Schwellenland Malaysia weltweit zu einer der sich am schnellsten entwickelnden Industrienationen herangewachsen und drittreichste Nation in Südostasien. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 79 039 Millionen US-Dollar (1999). Durch die New Economic Policy (NEP: Neue Wirtschaftspolitik), die...

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