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Thailand's Wirtschaft

Der Anbau, die Verarbeitung und die Ausfuhr von Agrarprodukten, insbesondere Reis, sind die Hauptstützen der thailändischen Wirtschaft. Obgleich Thailand über lange Zeit zu den wohlhabendsten asiatischen Ländern gehörte, war das Land aufgrund des vorwiegenden Anbaus von Reis wirtschaftlich äußerst anfällig und Schwankungen des Weltmarktpreises sowie des Ernteertrags unterworfen. Die Regierung versuchte, dieser Anfälligkeit durch eine Reihe von Entwicklungsprogrammen zu begegnen; diese sollten die Wirtschaft auf eine breitere Basis stellen und wissenschaftliche Anbaumethoden, insbesondere die kontrollierte Überflutung der Reisfelder, fördern, um mit einer konstant gleich bleibenden Reisernte, selbst in Jahren mit spärlichen Regenfällen, rechnen zu können. Die vor allem durch japanische Investitionen in Gang gesetzte Industrialisierung Thailands machte während der achtziger Jahre und Anfang der neunziger Jahre rasche Fortschritte. Der Tourismus wurde im letzten Jahrzehnt zu einem enorm wichtigen Sektor der thailändischen Wirtschaft. 1998 setzte sich der Staatshaushalt aus rund 18,20 Milliarden US-Dollar Einnahmen und 25,43 Milliarden US-Dollar Ausgaben zusammen.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 124 Milliarden US-Dollar (1999; Dienstleistungen 49,5 Prozent, Industrie 40 Prozent, Landwirtschaft 10,5 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 2 060 US-Dollar.
1999 zählte Thailand 36,3 Millionen Erwerbstätige; davon waren rund 51 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt. Es gibt über 530 Gewerkschaftsverbände mit etwa 300 000 Mitgliedern.


1. Landwirtschaft

Thailand ist trotz seines geringen Ertrags pro Hektar einer der führenden Reisproduzenten der Welt. 2000 produzierte Thailand rund 23,4 Millionen Tonnen Reis; in den sechziger Jahren waren es nur etwa 11,3 Millionen Tonnen. Das zweitwichtigste Agrarprodukt ist Naturkautschuk, der größtenteils auf Plantagen der Malaccahalbinsel angebaut wird. 2000 lag die Erntemenge bei 2,24 Millionen Tonnen. Weitere bedeutende Anbaufrüchte sind Mais (4,57 Millionen Tonnen), Sorghum oder Mohrenhirse (165 221 Tonnen), Maniok (18,5 Millionen Tonnen), Zuckerrohr (27,2 Millionen Tonnen), Baumwolle (37 499 Tonnen), Tabak (61 000 Tonnen), Kaffee (80 293 Tonnen), Kokosnüsse (1,4 Millionen Tonnen) und Kenaf oder Gambohanf (201 000 Tonnen), eine Faserpflanze aus der Gattung Roseneibisch, die zur Herstellung von Leinwänden verwendet wird. Zudem ist Thailand weltweit führend in der Produktion von Ananas. Der Viehbestand setzt sich aus rund 3 Millionen Büffeln, 5,68 Millionen Rindern, 7,20 Millionen Schweinen und 194 Millionen Hühnern zusammen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Zucht von Seidenraupen.


2. Forstwirtschaft und Fischerei

Mitte des 20. Jahrhunderts waren fast 50 Prozent des Landes bewaldet. Ausgedehnte Rodungen führten dazu, dass nur noch 28,9 Prozent (2000) waldbedeckt sind. Seit einigen Jahren bemüht sich der Staat um die Wiederaufforstung weiträumiger Gebiete, die durch Überflutungen, Erdrutsche und Entwaldung Schaden genommen hatten. Die wichtigsten forstwirtschaftlichen Produkte sind Harthölzer, insbesondere Teak. 1999 lag der Holzeinschlag bei insgesamt etwa 36,3 Millionen Kubikmetern. Der Export von Teak als Rohholz ist heute verboten.
Der Fang von Meerestieren ist ebenfalls ein bedeutender Sektor der Wirtschaft. 1997 lag die Fangmenge bei rund 3,49 Millionen Tonnen und bestand neben Fischen vorwiegend aus Garnelen und Schalentieren.


3. Bergbau


Thailand ist reich an natürlichen Ressourcen. Zu den bekannten Bodenschätzen zählen Kohle, Gold, Blei, Zinn, Wolfram, Mangan, Zink und Edelsteine.


4. Industrie

Die verarbeitende Industrie beschäftigt etwa 18 Prozent der Arbeitskräfte. Die bedeutendsten Branchen sind Nahrungsmittelindustrie, insbesondere Reismühlen, Textil- und Bekleidungsgewerbe sowie Elektronikindustrie. Weitere wichtige Produkte sind Zement, Fahrzeuge, Zigaretten, verschiedene chemische Erzeugnisse und Erdölprodukte.


5. Währung und Bankwesen

Die Währungseinheit Thailands ist der Baht, bestehend aus 100 Stangs. Die Bank von Thailand, gegründet 1942, ist die Notenbank. In Thailand gibt es auch viele Handelsbanken und mehrere ausländische Bankunternehmen.


6. Außenhandel

1999 beliefen sich die Ausfuhrerlöse Thailands auf rund 58,4 Milliarden US-Dollar, der Einfuhrwert lag bei 41,5 Milliarden US-Dollar. Zu den Hauptexportwaren gehörten Textilien und Bekleidung, elektronische Produkte, Reis, Kautschuk, Zinn, Maniok, Zucker und Garnelen. Importiert wurden Erdöl und Erdölprodukte, mechanische Geräte, Fahrzeuge, chemische Produkte, Eisen und Stahl sowie elektrische Maschinen. Haupthandelspartner sind Japan, die USA, Singapur, Deutschland, Malaysia, China und die Niederlande.


7. Verkehrswesen

Die vom Staat betriebene thailändische Eisenbahn verfügt über ein Schienennetz von 4 044 Kilometern. Der Ausgangspunkt des Eisenbahnnetzes ist Bangkok; eine Strecke geht nach Norden bis Chiang Mai, eine andere nach Süden zur Grenze mit Malaysia, eine weitere Richtung Osten nach Ubon Ratchathani, eine in Richtung Nordosten durch Udon Thani nach Vientiane in Laos und schließlich eine nach Nordwesten zur Grenze von Myanmar. Der Chao Phraya, der ab seiner Mündung etwa 80 Kilometer ins Landesinnere schiffbar ist, ist ein wichtiger Wasserweg der Binnenschifffahrt. Das Straßennetz wurde in den siebziger Jahren ausgebaut und hat heute eine Länge von rund 64 600 Kilometern; davon sind 98 Prozent befestigt. Die thailändische Fluggesellschaft Thai Airways bietet Inlands- und Auslandsflüge an. Der Hafen von Bangkok, einer der modernsten Südostasiens, dient ebenfalls dem Binnenstaat Laos als Überseehafen.


8. Energie

1999 erzeugte Thailand etwa 89,4 Milliarden Kilowattstunden an elektrischer Energie (1968 waren es erst drei Milliarden Kilowattstunden). 91,17 Prozent der Energie wurde in Wärmekraftwerken produziert, die in erster Linie mit landeseigener Kohle oder eingeführtem Erdöl betrieben wurden. Der Rest kam aus Wasserkraftwerken.


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Zusammenfassung

Der Anbau, die Verarbeitung und die Ausfuhr von Agrarprodukten, insbesondere Reis, sind die Hauptstützen der thailändischen Wirtschaft. Obgleich Thailand über lange Zeit zu den wohlhabendsten asiatischen Ländern gehörte, war das Land aufgrund des vorwiegenden Anbaus von Reis wirtschaftlich äußerst anfällig...

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