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Vietnam's Wirtschaft

Das nördliche Bergland weist wertvolle Vorkommen an Bodenschätzen auf, zu denen Eisenerz, Anthrazitkohle, Zink, Chromeisenerz, Zinn und Apatit gehören. Erdöl- und Erdgasvorkommen sind der Küste vorgelagert. Die heutige Wirtschaft entfaltete sich in einer Zeit, in der Militäraktionen und politische Unruhen das Land bestimmten. Nach der Teilung 1954 entwickelten die Länder Nord- und Südvietnam ihre eigenen Wirtschaftsstrukturen mit entsprechend unterschiedlichen Systemen, Rohstoffgrundlagen und Handelspartnern. Der Norden unterlag einer zentralgesteuerten Planwirtschaft, während im Süden die freie Marktwirtschaft herrschte. Mit der Wiedervereinigung 1976 wurde die zentrale Planwirtschaft auch im Süden eingeführt. Dies führte in den achtziger Jahren zu Hungersnöten und Hyperinflation. Ein 1986 unter dem Namen doi moi (Erneuerung) eingeführtes, fortlaufendes Wirtschaftsreformprogramm förderte wichtige Elemente der Wirtschaft: Wettbewerb, offene Märkte und ausländische Kapitalinvestitionen. 1990 startete ein Reformprogramm mit dessen Hilfe eine Verdoppelung des Pro-Kopf-Einkommens, eine 50-prozentige Steigerung der Reisernte sowie eine fünffache Steigerung der Exporteinnahmen erreicht werden sollte. Zwischen 1991 und 1993 wurden 3 000 unrentabel arbeitende staatliche Betriebe geschlossen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 28 682 Millionen US-Dollar (1999; Dienstleistungen 40,1 Prozent, Industrie 34,5 Prozent, Landwirtschaft 25,4 Prozent), woraus sich ein BIP pro Kopf von 370 US-Dollar ergibt. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 8,13 Prozent (1990-1999).


1. Landwirtschaft

Der führende wirtschaftliche Sektor ist die Landwirtschaft, in der etwa 71 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt sind. Die Landwirtschaft wurde 1989 aus der staatlichen Kontrolle genommen. Zu den Hauptanbauprodukten des Landes gehören Reis (Vietnam ist nach Thailand und den Vereinigten Staaten der weltweit drittgrößte Reisexporteur), Zuckerrohr, Obst und Gemüse (vor allem Melonen, Maniok und Süßkartoffeln). Die für den Export bestimmten Anbauprodukte sind Kaffee, Tee, Sojabohnen, Ananas, Baumwolle und Kautschuk.


2. Forstwirtschaft und Fischerei

Obwohl Waldgebiete etwa 30,2 Prozent der Gesamtfläche Vietnams ausmachen, wird eine Ausweitung der kommerziellen Forstwirtschaft durch mangelnde Transporteinrichtungen und die vorherrschende Mischwaldkultur mit Teakbäumen und Bambus erschwert. Holzexporte wurden 1992 verboten.
Vietnam hat fischreiche Gewässer. Die Küstenfischerei im Südchinesischen Meer erbringt das größte Fangvolumen. In Überschwemmungsgebieten des Inlands wird mancherorts Fischzucht betrieben.


3. Bergbau

Das größte Bergbaugebiet befindet sich im Nordwesten des Landes, wo Anthrazitkohle, Phosphatgestein, Kupfer, Zinn, Eisenantimon und Chromerze abgebaut werden. Steinkohle und Apatit, ein Phosphatgestein, werden in großem Umfang gefördert. Große Erdöl- und Erdgaslagerstätten vor der Küste werden seit 1975 vorwiegend von staatlichen Gesellschaften ausgebeutet. Allerdings lagern die Vorkommen in Regionen, die von China beansprucht werden.


4. Industrie

Die Hauptindustriestandorte konzentrieren sich im Norden. Trotz einer Restaurierung der Anlagen erreichen diese nicht die planmäßige Produktionsleistung. Wichtige Produktionszweige sind Papier-, Zement-, Textil-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie (vor allem Düngemittel).


5. Währung und Bankwesen

Mit der Wiedervereinigung wurde die südvietnamesische Währung des Paistres abgeschafft. Die Währungseinheit ist heute der neue Dong zu 100 Xu. Die Staatsbank von Vietnam (gegründet 1951) ist die nationale Notenbank. Vier unabhängige, kommerzielle Banken wurden 1990 von der Regierung gegründet.


6. Außenhandel

Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Zu den bedeutendsten Exportgütern zählen landwirtschaftliche Produkte (insbesondere Reis), Erdöl, Steinkohle, Kleidung, Schuhe, Keramik, Edelsteine und Seide. Haupteinfuhrgüter sind Mineralöl, Traktoren, Düngemittel, Transportmittel und Ersatzteile. Zu den Haupthandelspartnern zählen Japan, Hongkong, die Philippinen, Singapur, Frankreich und Deutschland. Seit 1987 hat die Regierung ausländische Kapitalinvestitionen gefördert. Am 4. Februar 1994 hoben die Vereinigten Staaten ihr 1964 gegen Nordvietnam erlassenes Handelsembargo auf.


7. Gewerkschaften

Die einzig gesetzlich zugelassene Gewerkschaftsvereinigung ist der Allgemeine vietnamesische Gewerkschaftsbund, dem etwa 3,8 Millionen Mitglieder angehören. Ein 1994 verabschiedetes Arbeitsgesetz räumte Arbeitern erstmalig das Streikrecht ein.


8. Verkehrswesen und Tourismus

Die Kriegsjahre hinterließen im Verkehrsnetz unübersehbare Spuren. Seit dem Ende der militärischen Auseinandersetzung ist man bemüht, den Süden mit dem Norden verkehrstechnisch zu verbinden. Der Autoverkehr gestaltet sich entlang der Küste am einfachsten. Das Streckennetz der Eisenbahn verläuft vorwiegend im Norden des Landes. Eine Ausnahme bildet die 1 730 Kilometer lange Eisenbahnverbindung zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Die lang gestreckte Küstenlinie, der Mekong und der Rote Fluss mit seinen Seitenarmen sowie viele andere kleinere Flüsse und Kanäle werden als Wasserstraßen genutzt. Die bedeutendsten Seehäfen für die Verschiffung nach Übersee sind Haiphong, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt. Die vietnamesische Fluggesellschaft bietet sowohl inländische als auch ausländische Flugverbindungen an. Internationale Flughäfen befinden sich in Ho-Chi-Minh-Stadt und in Hanoi (Noi Bai).
Die vietnamesische Regierung beschloss im März 2000 einen umfassenden Ausbau der touristischen Infrastruktur. Neben dem Bau neuer Straßen und Bahnlinien in die Nachbarstaaten Kambodscha, Laos und China ist auch die Modernisierung und Erweiterung von Flughäfen geplant. Die Abwicklung von Anträgen auf Visa wurde seither erheblich beschleunigt.


9. Energie

52,29 Prozent der elektrischen Energie werden in Wasserkraftwerken erzeugt (1999). Daneben dienen Kohlekraftwerke der Energieversorgung.



Kommentare

wir möchten Anthrazitkohle aus Vietnam für Export nach Malayesia kaufen. Können Sie uns hierfür die wichtige Lieferanten nennen ?

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Zusammenfassung

Das nördliche Bergland weist wertvolle Vorkommen an Bodenschätzen auf, zu denen Eisenerz, Anthrazitkohle, Zink, Chromeisenerz, Zinn und Apatit gehören. Erdöl- und Erdgasvorkommen sind der Küste vorgelagert. Die heutige Wirtschaft entfaltete sich in einer Zeit, in der Militäraktionen und politische Unruhen...

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